Wer weint schon um Abdul und Tanaya? - Todenhöfer, Jürgen

Jürgen Todenhöfer 

Wer weint schon um Abdul und Tanaya?

Die Irrtümer des Kreuzzugs gegen den Terror

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Wer weint schon um Abdul und Tanaya?

Wer über der Rache die Gerechtigkeit aus dem Blick verliert, wer den einzelnen Menschen nicht mehr sieht, verspielt unsere Zukunft. Jürgen Todenhöfers Buch ist die brillante politische Analyse verfehlter, gefährlicher Strategien in einer Schlacht der Lügen. Ein spannendes, ein farbig erzähltes, ein menschliches Dokument. Und ein leidenschaftliches Plädoyer gegen sinnlose Kriege.
Der Autor war selbst etliche Male vor Ort und hat über Jahrzehnte lang den Menschen in Afghanistan geholfen. Er hat vieleGeschichten voller Hoffnungslosigkeit gehört und klärt jetzt die Welt darüber auf, was er gesehen hat.

Die andere Seite des Terrors
Er ist einer der einflussreichen und erfolgreichen Manager der Republik. Er war über fünf Legislaturperioden als Mitglied des Deutschen Bundestages Experte für Fragen der Entwicklungs- und Rüstungskontrollpolitik.
Nun, da nach dem 11.9. die Bomben auf Afghanistan gefallen sind, nachdem in den derzeitigen Schlagzeilen immer wieder von der Flucht und der Ausweglosigkeit der Menschen aus Afghanistan die Rede ist, Kinder in den Flüchtlingslagern im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan an Auszehrung und Unterkühlung sterben, der Krieg Amerikas gegen den Irak bevorsteht, mischt er sich wieder ein:
Jürgen Todenhöfer hat soeben mit seinem neuen Buch seinen Finger in die Wunde gelegt, weil er der Ansicht ist, auch durch Schweigen mitschuldig zu werden. Ein Freund Amerikas ist er immer gewesen. Plötzlich steht er alleine da - als scharfer Analytiker einer falschen Strategie gegen den Terror.
Todenhöfer stellt fest, dass die Zahl terroristischer Anschläge auf der Welt seit Beginn des Antiterrorkrieges dramatisch gestiegen ist. Wenn so Siege gegen den Terrorismus aussehen, wie sehen dann erst Niederlagen aus? Der Kern seiner Botschaft ist: Wer über der Rache die Gerechtigkeit aus dem Blick verliert, wer die Menschen nicht mehr sieht, der verspielt unsere Zukunft. Er plädiert für eine Kombination aus Härte und Gerechtigkeit: Härte gegenüber den Terroristen, Gerechtigkeit gegenüber der muslimischen Welt. Der Versuch, den internationalen Terrorismus mit konventionellen Kriegen zu bekämpfen, gehört seiner Meinung nach zu den größten Torheiten, die die westliche Politik jemals begangen hat. Bombenleger kann man nicht mit Armeen besiegen!

Todenhöfer war selbst etliche Male vor Ort und hat über Jahrzehnte lang den Menschen in Afghanistan geholfen. Er hat viele Geschichten voller Hoffnungslosigkeit gehört und klärt jetzt die Welt darüber auf, was er gesehen hat. Ein packendes, ein menschliches (Antikriegs)Buch und eine brilliante politische Analyse verfehlter, gefährlicher Strategien.



Produktinformation

  • Verlag: HERDER, FREIBURG
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 224 S.
  • Seitenzahl: 223
  • Deutsch
  • Abmessung: 21, 5 cm
  • Gewicht: 382g
  • ISBN-13: 9783451281150
  • ISBN-10: 3451281155
  • Best.Nr.: 11238246

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Voller Lob ist Hans-Dietrich Genscher für das Buch von Jürgen Todenhöfer. Er prophezeit, dass ihm "große Beachtung zuteil werden" wird. Durch die Konzentration auf menschliche Schicksale und zugespitzte Thesen habe Todenhöfer ein "erstaunliches" Bekenntnis abgegeben. Genscher stellt fest, dass sich Todenhöfer nicht scheut, in die Diskussion über den Irakkrieg moralphilosophisch einzugreifen: "Wo findet man sonst schon bei der Abwägung des Pro und Kontra einen Satz wie diesen: 'Gegen einen Präventivkrieg gegen den Irak spricht auch die zu erwartende hohe Zahl ziviler Opfer.'" Zugleich fordere Todenhöfer, das Schicksal der Menschen zum Maßstab allen politischen Handelns zu machen. Diese Forderung ist um so überzeugender, so der Rezensent, als Todenhöfer ein Freund Amerikas sei und sich selbst nicht als Pazifist bezeichnen würde. Deswegen bleibe der Autor nicht auf der Ebene der ethischen Argumentation, sondern setze sich kenntnisreich mit den Argumenten der realistischen Machtpolitiker auseinander. Die daraus resultierenden Thesen und Forderungen bewertet Genscher als eindeutig zutreffend bis provokant. Doch auch diese vorsichtige Kritik relativiert er mit dem Hinweis, "dass es Situationen gibt, in denen der Freund gegenüber dem Freund kritischer und härter auftritt" als üblich. Das Buch wird polarisieren, aber man sollte nicht den Fehler machen, es nicht ernst zu nehmen, warnt unser Ex-Außenminister.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.02.2003

In Gerechtigkeit und in Waffen investieren
Jürgen Todenhöfers Buch muß ernst genommen werden - trotz seiner Kritik an Washington

Jürgen Todenhöfer: Wer weint schon um Abdul und Tanaya? Die Irrtümer des Kreuzzugs gegen den Terror. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2003. 224 Seiten, 19,90 [Euro].

Jürgen Todenhöfer hat ein erstaunliches Buch vorgelegt. Ihm wird große Beachtung zuteil werden. Zustimmung ist ihm ebenso sicher wie scharfer Widerspruch. Todenhöfer ist Überzeugungstäter - bei allem, was er sagt und tut. Wer den Politiker Todenhöfer erlebt hat, kennt seine Kompromißlosigkeit, wenn es um Grundfragen geht, aber auch seine Aufrichtigkeit, die ihm jede taktische Wendung verbietet. Er ist überzeugt von der Notwendigkeit transatlantischer Partnerschaft. Das hindert ihn nicht daran, dort mit der amerikanischen Politik ins Gericht zu gehen, wo er diese für ungerecht hält. Weil es ihm auf das Wesentliche ankommt, neigt er zu Überspitzungen, die seine Thesen angreifbar machen.

Todenhöfer ist ein Freund Amerikas. Er tritt dem Freund entgegen, wo er - nach seiner Auffassung - irrt. Wenn es um Menschen und Menschlichkeit …

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Den Opfern eine Stimme geben<br /> Jürgen Todenhöfer wollte es schon immer anders machen. Als er noch aktiver Politiker war, bereiste er unter Einsatz seines Lebens das seinerzeit von der Sowjetunion besetzte Afghanistan. Er wollte mit eigenen Augen sehen, worüber Politiker tausende Kilometer entfernt in Konferenzräumen entscheiden.<br /> Was niemand hören will<br /> Seitdem haben wir den 11. September erleben müssen, einen neuen Krieg in Afghanistan und eventuell bald auch im Irak. Und wieder scheinen führende Politiker nicht zu wissen, welches Leid Krieg bedeutet und vor allem, welchen neuen Hass jede Bombe sät. Auch in den Medien ist von „strategischen Überlegungen“, „geopolitischen Aspekten“ und Ähnlichem zu hören – nicht aber, welches Elend ein Krieg für die Zivilbevölkerung bedeutet. Der Preis eines jeden Krieges, so Todenhöfer, ist viel zu hoch, als dass man nicht vorher alle politischen Möglichkeiten ausnutzen müsste. Todenhöfer will die Staatengemeinschaft nicht aus ihrer Verantwortung entlassen: der Verantwortung für die Opfer des Embargos gegen den Irak und für die Opfer eines möglichen Krieges.<br /> Was man nicht aus den Nachrichten erfährt<br /> Dieses Buch ist mehr als eine Reihe von Reportagen aus Krisengebieten: Es ist Ausdruck des großen Engagements eines kritischen Bürgers, der diejenigen zu Wort kommen lässt, die sonst kaum gehört werden. Die Abduls und Tanayas und die vielen anderen Namenlosen starben, ohne zu wissen, zwischen welche weltpolitischen Fronten sie geraten waren. Das Buch ist nichts für schwache Nerven, da es ungeschönt berichtet, was sich jenseits der medial vermittelten Wirklichkeit auf dieser Welt abspielt.<br /> (Henrik Flor, literaturtest.de) <br /> Schon wieder. Schon wieder ein Buch gegen den Krieg. Angesichts der Schwemme von Antikriegs-Titeln in den Buchläden gewinnt man allmählich den Eindruck, dass die Verlage wahllos jede Menge Gedrucktes zur Irak-Krise auf den Markt werfen. Führen wird das alles am Ende wohl zu nichts - außer vielleicht zu klingelnden Kassen. Aber Jürgen Todenhöfers Buch ist nur rein äußerlich eines von vielen. Es ist anders. Die Folgen des abstrakten Schreckens "Krieg" bekommen hier endlich ein Gesicht. Abduls Gesicht. Und Tanayas. Und das von vielen weiteren unschuldigen Opfern. Anrührend, aber nie rührselig berichtet der Autor von Schicksalen. Etwa von einem Jungen, der in den 80er Jahren beim Einmarsch Russlands in Afghanistan durch Bomben verletzt wurde. Aber auch von seiner eigenen Tochter Valerie, die am 11. September in Manhattan war und nach dem Terror-Angriff nicht an ihr Handy ging. Todenhöfer ist bekennender "Freund Amerikas". Der ehemalige rüstungspolitischer Schprecher der CDU/CSU ist gewiss kein typischer Friedensaktivist. Umso glaubwürdiger liest sich sein Appell gegen einen "Rückfall in die barbarische Urzeit". Es ist nur ein Buch. Mehr nicht. Aber immerhin ein gutes Buch: politisch fundiert und emotional erzählt. Todenhöfer Gedankensplitter bohren sich wie kleine Stachel in eine unter der Oberfläche unsichtbar schwärende Wunde: in das schlechte Gewissen derer, die zum Thema Krieg gar nichts sagen. (Hörzu)

"Wer dieses Buch mit offenem Herzen liest, wer sich auf die Schicksale irakischer und afghanischer Kinder einlässt, wird mit Abdul und Tanaya weinen. Und er wird Krieg als Mittel des Antiterrorkampfes nie mehr akzeptieren." (Jürgen Todenhöfer)<br/><br/>"Ein bemerkenswertes Buch, in dem an die Bedeutung unserer Grundwerte - auch für unser Handeln gegenüber anderen Völkern - erinnert wird." (FAZ)<br/><br/>
Jürgen Todenhöfer, geboren 1940, war fast zwei Jahrzehnte als Experte für Entwicklungspolitik und später für Fragen der Rüstungskontrolle für die CDU/CSU im Bundestag. Sein Buch "Wer weint schon um Abdul und Tanaya?" wurde zum Bestseller und sorgte für große Medienresonanz. Mit den Honoraren seiner Bücher finanziert er ein Heim für kriegsversehrte Kinder in Kabul sowie ein Ausbildungszentrum für Straßenkinder in Bagdad.

Kundenbewertungen zu "Wer weint schon um Abdul und Tanaya?"

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Bewertung von Reinkens aus Hasenweide 7, 26419 Schortens am 15.03.2008 ***** ausgezeichnet
Ich war ganz begeistert von dem Buch. Unsere Politiker sollten das Buch lesen, aber leider reden sie immer sehr viel. Zum großen Teil ist es so wenn Sie den Mund aufmachen, haben sie schon gelogen. Besonders schlimm ist es bei der amerikanischen Regierung, denn die sehen nur das Sie Geld, das sie schaufeln können.

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