Wenn Schüchternheit krank macht - Fehm, Lydia; Wittchen, Hans-Ulrich

Lydia Fehm Hans-Ulrich Wittchen 

Wenn Schüchternheit krank macht

Ein Selbsthilfeprogramm zur Bewältigung Sozialer Phobie

Illustrator: Marschall, Louise
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Wenn Schüchternheit krank macht

Anhaltende und starke Angst, sich in sozialen Situationen zu blamieren sowie die Vermeidung solcher Situationen sind Hauptkennzeichen der Sozialen Phobie. Der Ratgeber richtet sich an Menschen, die unter sozialen Ängsten leiden und lernen möchten, ihre Ängste Schritt für Schritt abzubauen.
Der erste Teil des Buches vermittelt grundlegende Informationen über Ängste allgemein und insbesondere über soziale Ängste und deren Behandlung. Auf dieser Grundlage lernen Betroffene dann im zweiten Teil des Ratgebers, ihre Angst systematisch zu analysieren und schrittweise zu bewältigen. Anhand zahlreicher Übungen werden neue Fertigkeiten in verschiedenen Bereichen erlernt und eingeübt. Zudem enthält der Ratgeber zahlreiche Hinweise für Angehörige von Menschen mit sozialen Ängsten.


Produktinformation

  • Verlag: Hogrefe-Verlag
  • 2008
  • 2., korr. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 133 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 133
  • Deutsch
  • Abmessung: 207mm x 134mm x 12mm
  • Gewicht: 185g
  • ISBN-13: 9783801722371
  • ISBN-10: 3801722376
  • Best.Nr.: 25574556
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.02.2009

Hinweis

SCHÜCHTERNHEIT. Ab und zu Angst zu haben geht in Ordnung. Es ist zwar unangenehm, sorgt aber in den meisten Fällen für das richtige Maß an Aufmerksamkeit in den unterschiedlichsten Situationen. Wenn man jedoch regelmäßig beim Brötchenkaufen, am Telefon, im Gespräch mit unbekannten Menschen das Gefühl hat, starr vor Angst zu sein und nicht mehr klar denken zu können, dann stimmt etwas nicht. Schüchternheit kann eine charmante Eigenschaft sein, aber auch Vorschub leisten auf dem Weg zur sozialen Phobie, meinen die Psychologen Lydia Fehm und Hans-Ulrich Wittchen. Das Problem der Angsterkrankung sei weit verbreitet. Was man dagegen tun kann, beschreiben die Autoren in einem kleinen Ratgeber, der auch ein Selbsthilfeprogramm entwirft, ohne dem Phänomen die Schärfe zu nehmen. Akribische Selbstbeobachtung ist der Schlüssel zum Erfolg. Wer seine Angst in die richtigen Bahnen lenken will, muss das eigene Nervenkostüm zunächst systematisch kennenlernen. Leicht nachvollziehbar erklären die beiden Psychologen, wie man aus dem "Angstkreis" herausfindet und lernt, sich wieder richtig einzuschätzen. Selbsttherapie ist allerdings nicht jedermanns Sache. …

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Prof. Wittchen, Max-Planck-Institut für Psychiatrie, Klinische Psychologie und Epidemiologie, München; und TU Dresden, Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie: Einer der bekanntesten und einflussreichsten Klinischen Psychologen, veröffentlicht u.a. die deutschen Versionen des Diagnostischen und Statistischen Manuals psychischer Störungen (DSM-IV).

Leseprobe zu "Wenn Schüchternheit krank macht"

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Leseprobe zu "Wenn Schüchternheit krank macht"

4 Überblick über Ihr AUSWEG-Programm (S. 47-48)

Im ersten Teil dieses Buches haben wir Ihnen Informationen über Angst allgemein und über die Soziale Phobie im Besonderen bereitgestellt. Im zweiten Teil soll es nun darum gehen, auf dieser Grundlage etwas gegen Ihre sozialen Ängste zu unternehmen. Dazu wollen wir Ihnen konkrete Hilfestellungen geben. Wenn Sie mit dem folgenden Programm beginnen wollen, sollten Sie als erstes den Informationsteil des Buches aufmerksam durchlesen, um so die Wissensgrundlage für die im Folgenden dargestellten Schritte zu erwerben. Im ersten Schritt des Programms (Abschnitt A) lernen Sie, Ihre Angst systematisch zu beobachten, so dass Sie Ihren individuellen Umgang mit der Angst genau kennen lernen. Die Abschnitte U, S, W und E beziehen sich auf vier Problembereiche:

– eine allgemein erhöhte Grundanspannung (Abschnitt U),

– ungünstige Verhaltensreaktionen (Abschnitt S),

– angstmachende Gedanken (Abschnitt W) und

– selbstunsicheres Verhalten (Abschnitt E).

Die einzelnen Übungen innerhalb dieser Bereiche bauen aufeinander auf. Ehe Sie die ersten Übungen nicht erfolgreich absolviert haben, sollten Sie nicht zu nächsthöheren, zumeist schwereren Aufgaben übergehen. Es kann sonst leicht passieren, dass Sie Misserfolge und Rückschläge erleben, die Sie entmutigen. Ein letzter Abschnitt (G) befasst sich mit der Stabilisierung der erreichten Erfolge.

Die Reihenfolge der Schritte wird von uns zwar so vorgeschlagen, ist für eine erfolgreiche Veränderung sozialer Angst jedoch nicht zwingend notwendig. So ist es prinzipiell möglich, die Reihenfolge zu verändern, z. B. wenn Sie gerade viel Zeit für Übungen haben, die Ihnen in den darauffolgenden Wochen nicht mehr zur Verfügung stünde. Wenn Sie zunächst ein Entspannungsverfahren erlernen (Abschnitt U), kann das bei der Durchführung der Verhaltensübungen hilfreich sein. Andererseits ändern Sie damit zunächst nichts an den konkreten Situationen, die Ihnen Angst machen, so dass Sie vermutlich weniger deutliche Erfolge Ihrer Bemühungen bemerken werden.

Für alle Schritte gilt, dass die entscheidenden Veränderungen nur durch Übungen erreicht werden können, die Sie durchführen. Sie tragen damit selbst den Löwenanteil zu allen Veränderungen bei. Dies mag zwar manchmal anstrengend und mühsam sein, stellt jedoch auch Ihre Chance dar, selbst etwas gegen Ihre Probleme zu unternehmen. Die Bewältigung der Sozialen Phobie und ihrer Folgen ist ein schrittweiser Prozess – es gibt keine Lösung über Nacht! Es besteht zwar kein direkter Zusammenhang zwischen der Dauer von Problemen und der Zeit, die benötigt wird um sie zu lösen. Bedenken Sie jedoch, dass Verhaltens- und Denkgewohnheiten, die Sie über Jahre hinweg gezeigt haben, sich nicht innerhalb weniger Wochen ohne große Anstrengung ändern lassen. Sie können jedoch durch Ihre aktive Mitarbeit viel dazu beitragen, Ihre Probleme möglichst schnell und wirksam zu reduzieren. Dabei wünschen wir Ihnen viel Erfolg!

4.1 Wann ist dieses Programm geeignet?

Das vorliegende Programm richtet sich an alle Menschen, die etwas gegen ihre sozialen Ängste bzw. gegen ihre Soziale Phobie tun möchten. Sie benötigen dazu keine besonderen Vorkenntnisse oder Hilfsmittel. Da das Programm allerdings auf Ihrer Mitarbeit aufbaut, sollten Sie pro Woche mehrere Stunden aufbringen können, um die jeweiligen Übungen und Aufgaben durchzuführen. Dafür ist es günstig, wenn Sie dies über einen längeren Zeitraum tun können (je nach Intensität des Problems und Ihrer Übungen Wochen oder Monate), so dass Sie ohne längere Unterbrechungen das Programm durcharbeiten können.