Wenn Gott spricht - Englisch, Andreas
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Andreas Englisch 

Wenn Gott spricht

Die Prophezeiungen der katholischen Kirche

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Wenn Gott spricht

Prophezeiungen und was sie für das Leben bedeuten
Prophezeiungen haben sie irgendeinen Wahrheitsgehalt? Ist unsere Zukunft vorherbestimmt? Oder ist alles, was in unserem Leben geschieht, eine Summe aus selbstbestimmtem Tun und zufälligen Ereignissen? Andreas Englisch, seit zwanzig Jahren Vatikan- Korrespondent mit besten Verbindungen ins Machtzentrum der katholischen Kirche, geht diesen Fragen nach. Er hinterfragt Prophezeiungen biblischer Überlieferungen ebenso wie spektakuläre Mysterien neuerer Zeiten und kommt zu Erkenntnissen, die selbst Skeptikern zu denken geben.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 347 S., 43 meist farb. Fotos auf Taf.
  • Seitenzahl: 347
  • Goldmann Taschenbücher Bd.15640
  • Deutsch
  • Abmessung: 182mm x 124mm x 35mm
  • Gewicht: 330g
  • ISBN-13: 9783442156405
  • ISBN-10: 3442156408
  • Best.Nr.: 29668840
"Andreas Englisch zeigt einmal mehr, wie lebendig und interessant Geschichte sein kann." (Fränkischer Tag)
Andreas Englisch lebt seit 1987 in Rom als Vatikan-Korrespondent. Er stand in engem Kontakt zu Papst Johannes Paul II. und hat Benedikt XVI. auf vielen Reisen begleitet. Er ist Autor der Bestseller »Johannes Paul II.«, »Habemus Papam« und »Die Wunder der katholischen Kirche«.

Leseprobe zu "Wenn Gott spricht" von Andreas Englisch

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Leseprobe zu "Wenn Gott spricht" von Andreas Englisch

Als ich 1987 als Vatikankorrespondent nach Rom kam, war ich erst 24 Jahre alt. Schon deswegen nahm mich in der Vatikanstadt niemand ernst. Es gab eine weit verbreitete Methode, mir zu zeigen, wie unerfahren ich war. Die Prälaten erinnerten sich in Gesprächen mit mir an die Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, sodass ich sagen musste, dass ich damals noch gar nicht geboren worden war. Oder sie machten eine Anspielung auf den Tag, an dem Papst Paul VI. einmal im Fahrstuhl des Hauptquartiers der Jesuiten stecken geblieben war. Ich musste natürlich zugeben, dass ich im letzten Regierungsjahr Papst Paul VI. erst 14 Jahre alt gewesen war und meine Firmung noch vor mir gehabt hatte.

"Gott, sind Sie jung", sagten die Prälaten dann zu mir, ganz väterlich, aber natürlich auch von oben herab. Ich weiß noch, wie unsicher ich war, wenn ich mit Arturo Mari arbeiten musste, dem Papstfotografen, der später ein echter Freund wurde. Vor ihm hatte ich einen Heidenrespekt, weil er schon unter Papst Pius XII. im Vatikan gearbeitet hatte, also lange vor meiner Geburt.

Besonders herablassend allerdings wurde ich von meinen Kollegen behandelt, den "vaticanisti", den italienischen Journalisten, die sich ausschließlich mit der Berichterstattung aus dem Kirchenstaat beschäftigen. Dieser Club gestandener Veteranen nahm mich, das Küken mit dem deutschen Akzent, überhaupt nicht wahr. Ganz schlimm wurde es auf längeren Papstreisen. Dann frühstückten die Herren schon miteinander und sprachen den Tag durch, während ich von meinem einsamen Tisch aus zu ihnen hinüberschielte. Ich ahnte, dass sie sich auch für die Abendessen verabreden würden. Um das zu tun, scharten sich die Journalisten um einen Mann mit graumeliertem Haar, der aussah wie ein in die Jahre gekommener Filmstar, stets einen Reiseführer dabeihatte und immer wusste, wo sich der "place to be" befand, also in welchem Restaurant man den spannendsten Abend verbringen würde. Seltsamerweise war dieser schlanke Herr in der Lage, in Syrien oder Sant Louis, in Delhi oder Jerusalem treffsicher das beste Lokal auszusuchen.

Ich wurde zu diesen Abendessen nie eingeladen. Ich starrte nach der Arbeit in meinem Hotelzimmer gegen die Wand und stopfte Fast Food in mich hinein. Das Ungeheuerlichste aber war, dass diese Kollegen den wichtigsten Mann, den damaligen Papstsprecher Joaquín Navarro Valls, schlicht duzten. Ich hörte "Joaquin, komm bitte mal her", "Joaquin erklär doch mal, was meint der Papst denn da?". Ich selber wagte ihn nur als "Direttore" anzusprechen, mit seinem Titel als Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhls.

Auch vom Informationsfluss war ich ausgeschlossen. Die italienischen Kollegen telefonierten den ganzen Tag miteinander. Sie konnten sich auf ein engmaschiges Netz verlassen. Immer war mindestens ein Kollege in der unmittelbaren Umgebung des Papstes, alle anderen nahmen sich gern mal ein paar Stunden frei, um sich die Städte anzusehen. Sie waren aber stets super aktuell informiert. Während sie auf der Fifth Avenue in New York shoppten, informierte sie der Kollege, der gerade den Papst begleitete, darüber, was der Heilige Vater gepredigt hatte oder wann er wieder in die Nuntiatur zurückkehren würde. Ich selbst wurde nie angerufen und blieb deshalb stets in der Nähe des Papstes, langweilte mich manchmal entsetzlich und bekam nie etwas von dem normalen Leben in den Städten mit, die der Heilige Vater gerade besuchte. Ich sah nur Kirchen, Kirchen, Kirchen.

Es gab aber eine Ausnahme in diesem - aus meiner damaligen Sicht - Senioren-Club der "vaticanisti": Ausgerechnet der Herr mit dem grauen Haar, der Feinschmecker Orazio Petrosillo, nahm mich unter seine Fittiche. Orazio war zwar auch weitaus älter als ich, ließ mich aber nicht ständig spüren, dass ich von nichts eine Ahnung hatte. Orazio setzte sich sogar manchmal zum Frühstück an meinen verwaisten Tisch, fragte mich nach meinem Leben, nahm mich zu Treffen mit der Entourage des Papstes mit, von deren Existenz ich nichts geahnt hatte, vor allem nicht, dass Journalisten dort hingehen konnten. Es dauerte nicht lange, bis ich begriff, dass es in der Journalistengruppe, die den Papst begleitete, hilfreich war, in der Nähe von Orazio Petrosillo zu bleiben. Es stellte sich zudem heraus, dass wir in Rom fast Nachbarn waren. Ich wohnte damals noch in Trastevere. Zu meiner Freude traf ich ihn manchmal auf den Treppen, die zum Stadtteil Monteverde Vecchio hochführen. Obwohl er ein überzeugter, fast schon glühender Katholik war, gehörte Orazio nicht zu den Menschen, die andere missionieren wollten. Im Gegenteil: Seine Fähigkeit, sich durchzusetzen, war alles andere als ausgeprägt. Ich erinnere mich daran, dass er mich auf der Treppe auf unseren Hund ansprach, einen ausgesetzten Jagdhund, den wir eines Tages am Straßenrand aufgelesen hatten. Er beklagte sich darüber, dass auch seine Töchter dazu neigten, streunende Hunde zu retten, die er dann spazieren führen müsse. Dass es ihm ebenso wenig wie mir gelungen war, durchzusetzen, dass der Vierbeiner nicht ins Haus kommt, machte ihn mir sympathisch. Zumal es bei ihm genau wie bei mir damit endete, dass der Hund auf dem Sofa schlief.

Orazio war auch nicht der Mann, der den schnoddrigen Journalistenton in Gesprächen über Johannes Paul II. übel nahm. Der Jahrtausendpapst brach einen Rekord nach dem anderen. Als erster Papst betete er in einer Moschee, als erster Papst in einer Synagoge, als erster in einer lutherischen Kirche, als erster bereiste er unermüdlich die Welt, als erster zelebrierte er vor Millionen Menschen Weltjugendtage. Wenn die Gruppe der erschöpften Vatikanjournalisten damals auf Papstreisen Sprüche klopfte wie: "Hoffentlich denkt sich der Boss heute nicht wieder etwas Neues aus", lachte Orazio mit. Er selbst sprach nie abwertend über den Papst, erwartete aber keineswegs, dass die anderen ebenso fromm wären wie er. Im Gegenteil: Orazio trat immer so auf, als wollte er sich dafür entschuldigen, dass er ein wenig schrullig sei, und dass er seinen Glauben zu ernst nehme. Natürlich hatte er nach dem Abitur Priester werden wollen, aber dann, wegen seiner erklärten Zuneigung zu Frauen, doch beschlossen, die Kirche von außen zu betrachten.

Orazio wurde nach und nach mein wichtigster Verbündeter: Wenn der Papst über autokephale Kirchen sprach, verlor Orazio nie die Geduld, mir zu erklären, was zum Teufel das eigentlich war.

Leseprobe zu "Wenn Gott spricht" von Andreas Englisch

"9 Lehrer (S. 65-66)

Propheten sind also Menschen, die sich extrem verhalten, die so ausgefallene Sachen tun, wie »den ganzen Tag nackt« dazuliegen, erfahren wir aus der Bibel. Das erinnert mich an die indischen Sadhus, die heiligen Männer Asiens. »Sadhu« bedeutet im Sanskrit »der Gute« und ist ein Ehrenname für einen als Eremit oder Wandermönch streng asketisch lebendenden Hindu. Einmal habe ich erlebt, wie diese Männer, die so sehr den Propheten des Alten Testaments gleichen, auf die moderne katholische Kirche trafen. Nackte, charismatische Männer und der Papst. Und das Unglaubliche an der Begegnung war der Grund, weshalb sie ihn verehrten: Weil ihm die Zukunft prophezeit werde.

Am Abend des 6. November 1999 vor der Heilig-Herz-Kathedrale in Neu Delhi: Ich sah die Sadhus nicht gleich, wie alle sah ich zunächst ihre Elefanten. Dieser Abend gehört zu den magischsten Begegnungen einer Papstreise, an die ich mich erinnern kann. Das Papamobil fuhr kaum geschützt durch den dichten Straßenverkehr von Delhi zur Kathedrale, und davor wiegten sich zwei Elefanten wie gewaltige graue Segel in einem schwachen Wind hin und her. Vor ihnen standen völlig regungslos nackte, mit weißer Farbe bedeckte Männer.

Es waren Sadhus. Vermutlich, ohne voneinander zu wissen, entwickelten die Sadhus in Indien vor zwei Jahrtausenden eine ähnliche Lebensweise wie die Mönche der christlichen Orden. Ebenso wie die Mönche Europas leben die Sadhus in Armut. Sie leben vom Betteln. Deswegen haben auch einige von ihnen einen Elefanten. Er hilft ihnen dabei, denn in den Dörfern erregt ein Elefant auch in Indien immer noch ein wenig Aufmerksamkeit. Die Sadhus leben von ihren Frauen und Familien getrennt in Keuschheit. Auch christliche Mönche müssen Keuschheit geloben.

Der einzige Unterschied betrifft das dritte und letzte Gelübde der christlichen Mönche: Ordensfrauen und Mönche schwören Gehorsam ihren Oberen gegenüber. Das tun die Sadhus nur auf eine eingeschränkte Art und Weise. Sie sind freier als Mönche, müssen sich nicht an ein Kloster binden. Sie wandern umher, schließen sich aber auch einem Lehrer an, dem sie dann dienen und dem gegenüber sie gehorsam sind. Papst Johannes Paul II. wandte sich im Papamobil um und sah diesen Männern und ihren Elefanten zu, die nun ohne jede Bewegung im Abendlicht standen und konzentriert auf den Papst schauten. Ich weiß nicht, was der Papst gedacht haben mag.

Für mich aber war klar: So, genau so müssen die ersten Propheten ausgesehen haben. Nach wenigen Augenblicken war der Papst hinter dem Portal der Kirche verschwunden. Ich ging mit den Mitgliedern der vatikanischen Delegation in den Gottesdienst. Die Hitze, die die Ventilatoren in der Heilig-Herz-Kirche nicht vertreiben konnten, war lähmend, und ich versuchte, einer endlos scheinenden Ansprache zu folgen. Irgendwann schlich ich mich aus der Kirche heraus. Die Sadhus und ihre Elefanten standen immer noch auf der Straße. Eine der beiden Elefantenkühe spielte mit ihrem Herrchen wie"

Kundenbewertungen zu "Wenn Gott spricht" von "Andreas Englisch"

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Bewertung von UrUr aus Mannheim am 25.11.2009 ***** ausgezeichnet
Das Buch habe ich noch nicht gelesen. Es wird heute erst bestellt. Durch die Medien bin ich darauf gekommen und erwarte spannende Unterhaltung.
Meinen Eindruck werde ich nach der hoffentlich kurzweiligen Lektüre darlegen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

Es gibt 1 Kommentar zu dieser Bewertung
  • engelchen-gabriele aus 83339 Chieming am 29.03.2011
    Mann sollte nur gelesene Bücher kommentieren, bitte.
     (Inhalt anstößig?)

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