Weltquell des gelebten Wahnsinns - Glass, Henry

Henry Glass 

Weltquell des gelebten Wahnsinns

Skurriles aus der Welt der Wissenschaft

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Produktbeschreibung zu Weltquell des gelebten Wahnsinns

Zwei Jahrzehnte lang belebte Henry Glass, mitirischem Sinn fürs Skurrile und Absurde, den Kultur- und Wissenschaftsteil des Spiegel. Er berichtete über die Prozedur des Alkohol-Entzugs bei süchtigen Eseln, die alljährlich in England ausgetragene Weltmeisterschaft der »Wurmklopfer« und porträtierte die 1000-jährige Ir(r)en-Metropole Dublin. Dazu gesellten sich Artikel über abgründige Forschungsgegenstände wie »Fremdkörper im Rektum«, »Wurzelgleichung beweist Murphy's Law« oder »Die Gasdynamik des Darms«. Lange bevor der Spiegel Autorenzeilen unter den Artikeln einführte, erkannte man die Beiträge des Heimweh-Iren und Kopfweh-Briten Glass. In ihrer stilistischen Originalität und ihrem Einfallsreichtum sind sie unerreicht und genießen Kultstatus. Die vorliegende Sammlung feiert den findigen Kopf und stellt einige seiner besten Texte vor.

Produktinformation


  • Verlag: Kein & Aber
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 173 S.
  • Seitenzahl: 173
  • Deutsch
  • Abmessung: 19 cm
  • Gewicht: 221g
  • ISBN-13: 9783036955308
  • ISBN-10: 3036955305
  • Best.Nr.: 23834851
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.01.2009

Zu betrunken, um die Hostie zu schlucken
Bitte stellen Sie die Tiere mit Namen vor: Zwei Bücher, die in der Welt des Wissens den Menschen so ernst nehmen wie das Tier
Henry Glass, der von 1978 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 Redakteur im Wissenschaftsressort des Spiegel war, gehörte wie Tiziano Terzani zu jenen Spiegel-Autoren, die man nach dem Namen las. So grundverschieden ihre Themen auch waren, bei beiden schien immer noch ein Interesse an Sprache durch, das etwas von der Magie spüren ließ, sich im Schreiben von den ödipalen Zwängen der Muttersprache befreien zu können. Während aber der in Italien geborene Terzani ein philosophisch nervöser Geist war, der allem Fernöstlich-Asiatischen offen gegenüberstand, war für Glass die Welt zu einem Un-Ort geworden, durch die man sich am besten hindurchtrank.
Trinkfest wie James Joyce oder Flann O’Brian, mit denen Glass über seinen nordirischen Vater in unterirdischer Verbindung stand, soll Glass gewesen sein. Das berichten jedenfalls noch heute ehemalige Kollegen mit nachhaltiger Bewunderung. Man kann das jetzt in einem kleinen Band seiner besten Spiegel-Texte, „Weltquell des gelebten Wahnsinns”, bis in …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Cord Riechelmann bespricht zwei Bücher in einer Doppelkritik, deren gemeinsamer Nenner darin zu bestehen scheint, dass darin Tiere mit Namen vorkommen. Henry Glass, von 1977 bis zu seinem Tod 2000 Wissenschaftsredakteur beim "Spiegel", stellt uns der Rezensent als "trinkfesten" Sprachverehrer dar, dessen Affinität zu Hochprozentigem sich auch in den gesammelten "Spiegel"-Beiträgen niederschlägt. Beeindruckend findet es Riechelmann, wie es Glass gelingt in einem Beitrag über die neuere Whisky-Forschung den Bogen zur "Geschichte des britischen Imperialismus" zu schlagen. Auch der Text um den in einer schottischen Whiskybrennerei arbeitenden Esel Michel, der zum Alkoholiker wurde, weitet sich unter der Feder von Glass zur Betrachtung über die durchaus "ernstzunehmende" Erforschung von tierischem Alkoholismus, stellt der Rezensent gefesselt fest.

© Perlentaucher Medien GmbH

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