Andreas Kohls Textsammlung ist der Entwurf einer Philosophie der
schizophrenen respektive schizoiden Psychose aus Sicht des
Psychotikers selbst. Er greift zu vielfältigen Textformen vom Essay
über kleine Erzählungen bis zum kurzen pointierten Gedicht , um dem
Grundgedanken der Psychose als höherer Wahrheit Ausdruck zu
verleihen. Dieser Grundgedanke wird dabei immer wieder in
(ironischer) Selbstreflexion durchbrochen.
Es zeigt sich, welche Entwicklung sein Denken im Verhältnis zu
sich, seiner Krankheit und der äußeren Welt in mehr als
zwanzigjähriger Psychoseerfahrung auch unter dem Einfluss von
Therapie und Medikation genommen hat. Und ebenso wird deutlich, wie
sein philosophisches Denken in beständiger Auseinandersetzung mit
vielfältigen philosophischen Strömungen positiven wie negativen
Einfluss auf die Erkrankung und Therapie nahm.
Das Buch kann daher als ein passendes Gegenstück zu dem Projekt der
Philosophie als Therapie betrachtet werden, wie es z.B. Martin
Poltrum in seinem Buch Klinische Philosophie (Parodos 2010)
entfaltet.
Andreas Kohl lebt in Schwerte/Ruhr und hat dort sowie in Dortmund als Buchhändler und und in Bibliotheken gearbeitet. In einer vom Katholizismus geprägten Familie aufgewachsen suchte er seit früher Jugend mithilfe des intensiven Studiums philosophischer und literarischer Texte (später auch mit Drogen) die Zumutungen und Verlockungen der Welt zu ergründen.
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