Ein 18 Monate alter Junge wird seinen chilenischen Eltern entrissen
und 36 Jahre lang in der berüchtigten Colonia Dignidad
gefangengehalten. Jetzt erzählt er die ergreifende Geschichte
seiner Leidenszeit. Vor 43 Jahren gründete der Deutsche Paul
Schäfer die Siedlung Colonia Dignidad. Er mißbrauchte systematisch
kleine Jungen. Rechtsextremisten folterten und mordeten in der
Kolonie politische Gefangene. 1997 tauchte Schäfer unter, und die
Kolonie verschwand als Thema aus der Öffentlichkeit. Doch Efraín
Vedder lebte dort bis 2002, zwei von Schäfers Leuten leiten sie
noch immer, die Mißhandlungen werden noch immer vertuscht. Schäfer
mißbrauchte Efraín das erste Mal, als er acht war, und von da ab 18
Jahre lang. Er wurde zwangsadoptiert, er wurde unter Medikamente
gesetzt, ihm wurde eine Ausbildung verweigert. Dieses Buch ist eine
erschütternde Anklage gegen die unmenschlichen Zustände in der
berüchtigten Kolonie, aber auch gegen die Ignoranz besonders der
deutschen Behörden gegenüber dem Schicksal der dort mißbrauchten
Menschen.
Ausstattung/Bilder: Aktualis. Ausg. 2007. 205 S., 1 Kte. u. 1 Pl.
Seitenzahl: 205
Ullstein Taschenbuch Nr.36892
Deutsch
Abmessung: 182mm x 116mm x 20mm
Gewicht: 180g
ISBN-13: 9783548368924
ISBN-10: 3548368921
Best.Nr.: 20849658
Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension
Efrain Vedder rede sich in diesem aus Interviews bestehenden Buch "eindrucksvoll" den "Druck von 35 Jahren von der Seele", meint Kersten Knipp, der den Rest der Besprechung nutzt, um das System der Sekte zu beschreiben. Seit seinem ersten Lebensjahr hat Vedder unter der Herrschaft von Paul Schäfer in dessen chilenischer "Colonia Dignidad" gelebt. Mit acht Jahren wurde er zum ersten Mal sexuell missbraucht. Wer in der Gemineschaft nicht parierte, wurde vor allen anderen geschlagen oder mit Tabletten ruhiggestellt. Vedder beschreibe in seinem Buch eine "perverse, von reaktionären Reflexen" geprägte Binnenwelt, notiert Knipp durchaus ergriffen von diesem Bericht eines unmittelbar Geschädigten des mittlerweile festgenommenen Sektenführers.
Jose Efrain Morales Baha-Mondez wurde 1967 in einem südchilenischen Dorf geboren, nahe den Grenzen der Kolonie Colonia Dignidad. Seine Mutter konnte keinen Arzt bezahlen und brachte ihn in das Krankenhaus der Siedlung. Dort versprach man, ihn kostenlos zu behandeln. Er hat seine Mutter nie wiedergesehen. Er ist deutschsprachig aufgewachsen und möchte in Deutschland leben.
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