Ein engagiertes und kluges Plädoyer für den Weltfrieden, den Dialog
und eine neue Weltordnung - von unerhörter Aktualität im Zeitalter
der Globalisierung.
"Wir wissen heute, dass es keine Inseln mehr gibt, dass die
Grenzen sinnlos sind. Wir wissen, dass wir in einer Welt der
konstanten Beschleunigung je nachdem zur Mitschuld oder zur
Solidarität gezwungen werden. Was wir in den 40er Jahren gelernt
haben, ist, dass die Beschimpfung eines Studenten in Prag
gleichzeitig den Arbeiter in Clichy traf, dass das irgendwo an den
Ufern eines mitteleuropäischen Flusses vergossene Blut dazu führte,
dass ein Bauer aus Texas das seinige auf dem Boden jener Ardennen
verlor, die er erstmals sah. Es gab und gibt auf dieser Welt kein
einziges gesondertes Leiden, keine einzige Folter mehr, die sich
nicht auf unseren Alltag auswirkte. Wir wissen also alle ohne den
Schatten eines Zweifels, dass die neue Ordnung, die wir suchen,
keine ausschließlich nationale, nicht einmal eine kontinentale und
vor allem keine westliche oder östliche Ordnung sein kann. Es muss
eine universale Ordnung sein."
Am 7. November 1913 wurde Albert Camus in Mondovi/Algerien als Sohn eines elsässischen Landarbeiters und einer Spanierin geboren. 1932 begann er in Algier Philosophie zu studieren. Er erlitt wiederholt Tuberkuloseanfälle. Nach Theatertourneen mit der Truppe von Radio-Alger und dem Ausschluss vom Staatsexamen - aus gesundheitlichen Gründen - gründete er 1937 das "Théâtre de l'Equipe". Als Jornalist prangerte er die kolonialen Ungerechtigkeiten in Algerien an. 1939 meldete er sich als Freiwilliger für den Kriegsdienst, wurde aber aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. 1940 wurde er aus Algerien ausgewiesen und ging als Reporter der Zeitung "Paris-Soir" nach Paris. Noch im gleichen Jahr kehrte er nach Algerien zurück, zog aber 1942 wieder nach Frankreich, wo er der Widerstandsgruppe "Combat" beitrat. 1943 wurde er von "Combat" nach Paris geschickt, wo er als Lektor beim Verlag Gallimard arbeitete. Hier wurde er Mitbegründer der illegalen Zeitung "Combat". 1947 verließ er die inzwischen legale Zeitung, da das Blatt den Besitzer und die politische Linie wechselte. 1957 wurde er Direktor im Pariser Verlag Gallimard und erhielt den Nobelpreis für Literatur für seine "bedeutende literarische Schöpfung, die mit klarsichtigem Ernst die Probleme des menschlichen Gewisse
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