Was wollen wir? - Schulze, Ingo

Ingo Schulze 

Was wollen wir?

Essays, Reden, Skizzen

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Was wollen wir?

"Mein Problem war und ist nicht das Verschwinden des Ostens, sondern das Verschwinden des Westens, eines Westens mit menschlichem Antlitz." -- Ingo Schulze

Ingo Schulze ist ein kritischer Beobachter unseres Landes und unserer Gesellschaft. Für ihn beginnt Widerstand mit Wahrnehmung. Die hier versammelten Reden und Essays zeigen die Breite seines politischen und kulturpolitischen Engagements und sprechen eine Sprache, die die Welt als veränderbar zeigt. Sie erinnern uns an eine schon fast vergessene Frage: "Was wollen wir?"
Um aktuelle Essays erweiterte Taschenbuchausgabe


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 360 S.
  • Seitenzahl: 360
  • dtv Taschenbücher Bd.13990
  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 134mm x 30mm
  • Gewicht: 418g
  • ISBN-13: 9783423139908
  • ISBN-10: 3423139900
  • Best.Nr.: 32569896

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Thomas Steinfeld nutzt die Vorstellung dieses Bandes mit Rezensionen, Reden und Aufsätzen für eine Bestandsaufnahme des gesamten Werks von Ingo Schulze. Das Buch lässt sich nämlich als eine Art Werkgeschichte Schulzes lesen, da uns darin nicht nur der Autor als "politischer Philosoph" deutlich entgegentritt, sondern auch seine enorme Vielfalt, was Sprachstil und die Anverwandlung verschiedener Genres angeht, augenfällig wird, wie der Rezensent preist. Und so ist für den erfreuten Steinfeld dieser Band eine willkommene Gelegenheit, den Autor einmal mehr als "Doppelwesen" in Augenschein zu nehmen, bei dem sich das "Moderne mit dem Romantischen", die "bürgerliche Welt" mit der "Magie" trifft. Nicht zuletzt hier fühlt sich der Rezensent stark an E.T.A. Hoffmann erinnert und freut sich, dass er jetzt den Autor anhand dieser kleinen Schriften noch mal genauer betrachten kann.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.10.2009

Widerstand gegen die Sprachgewalt

Euphorie und Schleudertrauma: Die Differenz von Ost und West ist Ingo Schulzes Thema, doch seine Essays und Reden lassen längst eine Poetik der Fusion erkennen.

Die ostdeutsche Provinz ist eine Weltmacht. Ingo Schulze, ihr literarischer Porträtist, sorgt dafür, dass man von Island bis Brasilien die Gefühle und Gespräche der Wendegeneration nachlesen und vielleicht sogar nachempfinden kann. Die Liste der Übersetzungen seiner "Simple Storys", seines Durchbruchs von 1998, aber auch seines monumentalen Briefromans "Neue Leben" von 2005 ist beachtlich. Seine Helden sächseln in dreißig Sprachen weltweit. Am Beispiel der Ukraine erklärt Schulze den Exporterfolg historisch: In einer Laudatio auf den ukrainischen Kultautor Juri Andruchowytsch rühmt Schulze die orange Revolution dafür, dass sie den potentiellen Absatzmarkt für seine Bücher vergrößert habe: Seine Erzählungen taugten schließlich als Fortbildungsmaterial über das Leben in transformierten Gesellschaften. So hat die Wende den heute 47 Jahre alten Autor, der in Dresden geboren wurde und in der Kleinstadt Altenburg aufgewachsen ist, zum Kosmopoliten werden …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.12.2009

Die Nähe zu Dämonen
Ein Doppelwesen: Ingo Schulzes romantische Moderne
Der Schriftsteller Ingo Schulze ist eine einzigartige Gestalt unter den – ja, man darf noch sagen: jüngeren Schriftstellern deutscher Sprache (denn die älteren sind schon sehr alt). Seitdem die dazugehörige Literatur wieder in die Mitte der Gesellschaft zurückgefunden hat, also seit den frühen neunziger Jahren, scheint die Mehrheit der Dichter in einem Pakt mit dem Realismus zu leben. Ingo Schulze hingegen zeichnet eine tiefsitzende, ganz und gar nicht modernistische Skepsis gegen die Überzeugung aus, dass sich die Realität, wenn man sie darstellen will, literarisch oder wie auch immer, irgendwie von selbst ergeben könnte. Keine Geschichte erzählt er geradeaus. Stets tut er einen Schritt zur Seite, und dann noch einen, geht fort von der vermeintlich einfachen Geschichtsschreibung der Gegenwart – und dann geschieht manchmal etwas Unerhörtes: Dann schreibt er die Romane der deutschen Einheit (obwohl er sagt, er täte es nicht), auf die alle angeblich gewartet hatten und vermutlich noch immer warten, und dabei verweigert er sie zugleich, und zwar nicht, weil er sich dem …

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Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren, studierte klassische Philologie in Jena und arbeitete in Altenburg als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Seit 1993 lebt er in Berlin. Bereits sein erstes Buch 33 Augenblicke des Glücks (1995) wurde vielfach ausgezeichnet. Für Simple Stories (1998) erhielt er den Berliner Literaturpreis mit der Johannes-Bobrowski-Medaille. 2005 erschien sein großer Roman Neue Leben, für den er in diesem Jahr mit dem Premio Grinzane Cavour geehrt wurde. Für seinen Erzählungsband Handy (2007) bekam er den Preis der Leipziger Buchmesse. Zuletzt erschien sein Roman Adam und Evelyn (2008). Ingo Schulze ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Seine Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt.

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