Was von uns bleibt - Schreiber, Mathias

Mathias Schreiber 

Was von uns bleibt

Über die Unsterblichkeit der Seele

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Was von uns bleibt

"Das Buch, das die Unsterblichkeit schlüssig begründet, ermöglicht auf Grund der unverdächtigen Autorenschaft einem breiteren Leserkreis den Zugang zum Thema. Und das ist dem Buch nur zu wünschen." -- Kleine Zeitung

Die faszinierende Vielfalt der menschlichen Vorstellungen vom ewigen Leben
Steht das Ende am Anfang einer neuen Reise? Der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele war einer der ältesten Trostspender der Menschheitsgeschichte, bis mit dem Siegeszug der Naturwissenschaften der Traum vom ewigen Leben veraltet schien. Matthias Schreiber vermittelt faszinierend vielfältige Einsichten der Religionen und philosophischer Traditionen, und er plädiert für einen intuitiven Weg der Selbstvergewisserung jenseits von purer Esoterik, kirchlichem Dogma und Naturwissenschaft.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann; Spiegel-Verlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 155 S.
  • Seitenzahl: 155
  • Goldmann Taschenbücher Bd.12992
  • Deutsch
  • Abmessung: 181mm x 125mm x 15mm
  • Gewicht: 153g
  • ISBN-13: 9783442129928
  • ISBN-10: 3442129923
  • Best.Nr.: 25547785
"Das Buch, das die Unsterblichkeit schlüssig begründet, ermöglicht auf Grund der unverdächtigen Autorenschaft einem breiteren Leserkreis den Zugang zum Thema. Und das ist dem Buch nur zu wünschen." Kleine Zeitung

"Das Buch, das die Unsterblichkeit schlüssig begründet, ermöglicht auf Grund der unverdächtigen Autorenschaft einem breiteren Leserkreis den Zugang zum Thema. Und das ist dem Buch nur zu wünschen."

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Als anregendes und mutiges "Bekennerschreiben zur Unsterblichkeit der Seele" erfreut dieses Buch Rezensent Otto A. Böhmer. Denn von den Überlegungen des Kulturjournalisten Mathias Schreiber zu dieser "altehrwürdigen Idee" hat er sich gern von der Zerrissenheit seiner vernunftgesteuerten Gegenwartsexistenz ein wenig ablenken lassen. Auch merkt man seiner Besprechung an, dass ihn das Thema Seele sichtlich etwas angegangen ist, die er auch jenseits religiöser Ideen im Begriff "Individualität" aufgehoben fand. Wenn gleich man auch ahnt, dass das Haltbarkeitsdatum der Überlegungen beschränkt sein könnte.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.11.2008

KURZKRITIK
Gegen Banalität
Mathias Schreiber informiert über die Unsterblichkeit der Seele
Ein ehrgeizigeres Ziel lässt sich für gerade einmal 150 Seiten kaum denken: Der Journalist und Philosoph Mathias Schreiber will sich und uns einen Überblick verschaffen über das vieltausendjährige Nachdenken über die „Unsterblichkeit der Seele”. Er beginnt bei den alten Germanen und den alten Ägyptern und endet bei den Antipoden Richard Dawkins und Joseph Ratzinger. Ganz an den Anfang aber stellt er die „makabre Paradoxie”, dass es den selbstmörderischen Terrorismus der Islamisten nicht gäbe „ohne den Traum von der persönlichen Unsterblichkeit”. Sollte man sich von einer derart leicht zu instrumentalisierenden Vorstellung also verabschieden? Sollte man den Hirnforschern und Soziobiologen folgen, die in der Rede von der Seele einen Archaismus sehen?
Ein klares Nein ist die Antwort in diesem erfrischend positionsfreudigen Buch. Zuverlässig, wenn auch zuweilen arg flapsig im Ton referiert Schreiber die klassischen Darlegungen Platons, des Thomas von Aquin, Kants, aber auch die bedenkenswerten Einsichten von Moses …

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KURZKRITIK

Gegen Banalität

Mathias Schreiber informiert über die Unsterblichkeit der Seele

Ein ehrgeizigeres Ziel lässt sich für gerade einmal 150 Seiten kaum denken: Der Journalist und Philosoph Mathias Schreiber will sich und uns einen Überblick verschaffen über das vieltausendjährige Nachdenken über die „Unsterblichkeit der Seele”. Er beginnt bei den alten Germanen und den alten Ägyptern und endet bei den Antipoden Richard Dawkins und Joseph Ratzinger. Ganz an den Anfang aber stellt er die „makabre Paradoxie”, dass es den selbstmörderischen Terrorismus der Islamisten nicht gäbe „ohne den Traum von der persönlichen Unsterblichkeit”. Sollte man sich von einer derart leicht zu instrumentalisierenden Vorstellung also verabschieden? Sollte man den Hirnforschern und Soziobiologen folgen, die in der Rede von der Seele einen Archaismus sehen?

Ein klares Nein ist die Antwort in diesem erfrischend positionsfreudigen Buch. Zuverlässig, wenn auch zuweilen arg flapsig im Ton referiert Schreiber die klassischen Darlegungen Platons, des Thomas von Aquin, Kants, aber auch die bedenkenswerten Einsichten von Moses Mendelssohn, der als Aufklärer dezidiert an der Seele als dem ewigen Lebensprinzip festhielt. Entscheidend aber ist für Schreiber das Veto gegen jene „unvorstellbare Banalisierung des Menschenbildes”, wie sie gegenwärtig einige „dogmatisch wissenschaftsgläubige Naturen” betrieben. Die atheistische Elite der Lebenswissenschaftler – namentlich Wolf Singer – ist ihm ein Dorn im Auge. Schreibers Kontra lautet: „Wir sollten niemals Fragen wie die nach der Unsterblichkeit allein vom eindimensionalen und verdinglichenden Denken des modernen Naturtechnikers beantworten lassen.” Unsterblichkeit und Seele mag es geben oder nicht: Wer dieses „Hoffnungsreservoir” preisgebe, unterfordere den Menschen und verneine das Leben. Unsterblich ist dieses Plädoyer vermutlich nicht, aber sehr an der Zeit. ALEXANDER KISSLER

MATHIAS SCHREIBER: Was von uns bleibt. Über die Unsterblichkeit der Seele. DVA, München 2008. 156 Seiten, 14,95 Euro.

SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de

Mathias Schreiber, geboren 1943 in Berlin, war 14 Jahre lang Leiter des Kulturressorts beim SPIEGEL und arbeitet seit zwei Jahren als Kolumnist des Magazins. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sind philosophische und ideengeschichtliche Themen. Er veröffentlichte Bücher über Lyrik-Theorie, moderne Kunst und Architektur.

Leseprobe zu "Was von uns bleibt" von Mathias Schreiber

Die uralte Rede vom ewigen Leben und von der Unsterblichkeit der Seele hat in der aktuellen Konkurrenz um die tollste Idee schlechte Karten: zu altmodisch, außerdem ja längst widerlegt - oder vielleicht doch nicht? Das ist die Grundfrage dieses Buches.

Himmel oder Hölle, ewige Rechtfertigung oder Verdammnis, Überwindung des Todes durch den Glauben an die Existenz eines höchsten, personal gedachten Absoluten, eines Gottes, der auch eine bestimmte Moral vom Menschen fordert, oder die bedrückende Allmacht der Vergänglichkeit und das nackte Recht des Stärkeren: Die Entscheidung zwischen diesen beiden Überzeugungen bleibt keinem sensiblen Menschen erspart, der sich um seinen persönlichen Lebensweg wie um die Zukunft der Welt ernsthaft Gedanken macht. Dabei hängt die Entscheidung wesentlich von der Antwort auf die Frage ab, ob für die menschliche Seele, vorausgesetzt es gibt sie, das Lebensende dasselbe ist wie für den Körper: der schiere Übergang ins Nichts.

Aber sind traditionelle Begriffe wie "Seele", "Gott", "das Absolute", gar "Unsterblichkeit" nicht hoffnungslos veraltet?

Auch der Autor dieses Buches fürchtete jahrelang, angesichts des beispiellosen Triumphs der Naturwissenschaften in der Neuzeit hätten die Kernideen der griechisch-jüdisch-christlich geprägten Mitteleuropäer allenfalls noch "Oldie"-Würden verdient und gehörten schleunigst im Archiv der Kulturgeschichte abgelegt. Weil seine eigene geistige Entwicklung von diesen Kernideen getragen wurde, fühlte er sich schon recht früh, etwa mit fünfzig, als Greis, der nur noch die Chance hatte, zurückzuschauen und das Neue, das man nicht mehr richtig versteht, zu bestaunen. Er baute ziemlich naiv auf die Naturwissenschaft und auf jene Skeptiker, die die überkommenen Ideen der "Metaphysik" - so wurden die spekulativen Schriften des Aristoteles "nach der Physik" genannt - nicht mehr ernsthaft diskutierten, etwa weil sie schon die Fragen, die zu diesen Ideen geführt hatten, als bloße "Sprachspiele" (so Ludwig Wittgenstein in seinen Philosophischen Untersuchungen, 1953) abtaten.

Aber die uralten, scheinbar zu einfach gestellten Fragen gaben keine Ruhe. Plötzlich wirkten nicht sie überholt, sondern vielmehr die "Experten", die sie für überholt erklärt hatten. Es zeigte sich, dass die für das 20. Jahrhundert typische Mischung aus Darwinismus und Nihilismus, mit der Botschaft: "der wahre Gott der Geschichte ist der Überlebenskampf", längst zum Dogma verhärtet war, ähnlich wie einst die theologische Scholastik des Mittelalters. Dogmen aber haben die seltsame Eigenschaft, entsprechend der Heftigkeit, mit der sie Gefolgschaft einfordern, dringend der kritischen Überprüfung zu bedürfen.

Und so kam es denn auch in den letzten Jahren. Der Zeitgeist - oder eine geheimnisvolle Wahrheitsdynamik der Geschichte - schien auf einmal verrückt zu spielen und lauter längst "erledigte" Grundthemen der Religion und der philosophischen Metaphysik interessant zu finden. Die Wiederkehr der alten Orientierungsfragen in öffentlichen Debatten, in den Medien, auf dem Buchmarkt und in akademischen Zirkeln ist offensichtlich: Mitte Oktober 2007 fanden sich unter den zwanzig Spitzentiteln der SPIEGEL-Bestsellerliste, Kategorie Sachbuch, nicht weniger als acht Bücher, die die Suche nach dem Lebenssinn zum Thema hatten. Bücher über die spirituelle Bedeutung des Pilgerns und der Klostereinsamkeit, über die Existenz (oder Nicht-Existenz) eines allmächtigen Gottes, über Jesus, Mutter Teresa, Mohammed und die Weltreligionen.

Kein Zweifel: Religion, zusammen mit ihrer philosophischen Schwester, der Metaphysik, ist der Überraschungsgast des frühen 21. Jahrhunderts. Einerseits ist das eine Reaktion auf den aggressiven Islamismus, der dem verbreiteten Terror der so genannten Selbstmordattentäter zugrunde liegt. Andererseits ist diese Entwicklung auch aus einem metaphysischen Grundbedürfnis der Menschen zu erklären, das sich von intellektuellen Moden zeitweise verschütten, aber letztlich nicht ganz unterdrücken lässt und sich mit zunehmender Kritik an billigem naturwissenschaftlichem Materialismus und konsumistischem Zynismus verbindet.

Der Autor dieses Buches eroberte sich die großen alten Fragen auch aus einem persönlichen Motiv zurück: einer vorübergehenden, krankheitsbedingten Todesnähe. Ihm ergaben sich aus dem neuen Interesse an vermeintlich überholten Themen Einsichten, die zur Folge hatten, dass er nicht nur ausführliche Essays über Moses und die zehn Gebote oder den Begriff des Schicksals im SPIEGEL veröffentlichte, sondern auch - zu Ostern 2007 - eine Titelgeschichte zum Thema "Unsterblichkeit der Seele". Mehr als ein halbes Jahrhundert lang hatte das im Prinzip der Aufklärung verbundene Hamburger Nachrichtenmagazin, das größte in Europa, dieses Thema ignoriert; gewiss nicht aus antikirchlicher Bosheit, sondern weil man es für antiquiert, für wissenschaftlich sinnlos hielt.

Als die Titelgeschichte zur Unsterblichkeit der Seele dann überraschend großes Interesse fand, lag der Entschluss nahe, sie zu diesem essayistischen Buch auszubauen, das viermal umfangreicher als jener Magazinaufsatz geraten ist.

Woher aber nimmt der Autor die Kompetenz und die Kriterien für ein so fundamentales Thema? Und wenn er dazu eine These riskiert, wie könnte er sie vorweg umreißen?

Die klassische akademische Philosophie hat das Thema "Unsterblichkeit der Seele" etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts mehr und mehr vernachlässigt. Bernard Bolzano, einer der Mitbegründer der Mengenlehre, starb 1848 - er war einer der Letzten, die ernsthaft über eine bleibende Substanz der Seele nachdachten. Wenig später haben biologischer Naturalismus, physikalischer Materialismus und tollkühne Nihilisten wie Friedrich Nietzsche oder Karl Marx, assistiert von einem Entzauberer der Psyche wie Sigmund Freud, die ehrwürdigen Reste der Metaphysik so geschwächt, dass Existenzialisten wie Martin Heidegger oder Jean-Paul Sartre sie nur noch zusammenzufegen brauchten: tote Blätter im Spätherbst abendländischer Jenseits-Spekulation.

Doch eines Tages, auch ermuntert durch die religiösen Geständnisse vieler Mathematiker und Physiker, jener Priesterkaste der wissenschaftlich-technischen Moderne, erhoben sich die angeblich toten Ideen wie die sprichwörtlichen Phönixvögel aus der Asche.

Irgendwann mochte niemand mehr glauben, dass alle alten Ansichten über Leben und Tod, Gott und Freiheit, Wahrheit und Geschichte "widerlegt" seien. Aber wen sollte einer befragen, der nun nach neuen Antworten suchte?

In dieser Situation sagte sich der Autor dieses Buches: Du musst es einfach selbst versuchen. Trau dich! Und befrage der Reihe nach die Experten jener Wissenschaften, die zum Thema Psyche, Unsterblichkeit, Gott und Zeit etwas zu sagen haben, aber leider zu viel Fachjargon benutzen und selten oder gar nicht miteinander reden.

Die Kompetenz des Autors, der Philosophie studiert hat, ist also vor allem die eines aufmerksamen, vorsichtigen Vermittlers zwischen den Disziplinen, eines journalistisch engagierten Moderators - nicht die eines "Entertainers".

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