Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind - Franzobel
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Franzobel 

Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind

Roman

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Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind

Hildebrand Kilgus' Passion ist das Stöhnen, überall glaubt er es zu hören und zu spüren. Auf der Suche nach dem Geheimnis der tiefsten Gefühle wird er Puffvater, Hebamme, Sargträger und Sterbebegleiter, sogar Ehemann und Vater. Als Angestellter einer Agentur zur Manipulation des Wetters landet er in Rom, wo er in die Fänge der Mafia gerät. Und dann fangen auch noch die Vögel zu reden an! So stolpert "Hildy" durchs Leben, ein neuer Franz von Assisi und tölpelhafter Simplicissimus. Eine herzzerreißend komische, erfrischend obszöne Tour de Force durchs Land der Vögel und des Vögelns.


Produktinformation

  • Verlag: Zsolnay
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 507 S.
  • Seitenzahl: 507
  • Best.Nr. des Verlages: 551/05562
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 139mm x 38mm
  • Gewicht: 615g
  • ISBN-13: 9783552055629
  • ISBN-10: 3552055622
  • Best.Nr.: 34521338
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.03.2012

Allerhöchste Fettstufe
Sein neuer Roman ist ganz großes Triebtheater: Ein Besuch bei dem österreichischen Barockdichter Franzobel in Altaussee
Blunzengröstl – dieses Wort muss der Wirt vom Hirschen in Altaussee doch vom Dichter Franzobel geklaut haben. Es steht so selbstverständlich auf der Speisekarte, aber Blunzengröstl – das könnte genauso gut ein Grundmosaik in Franzobels großen Roman-Suaden sein, in denen er Wort für Wort in die Abgründe der menschlichen Biologie steigt: „Blunzengröstl essen, Kistlbrunzen müssen“, so steht es auch in einem der Vergnügungsgedichte aus dem Band „Lunapark“. „Brunzengröstl essen, Blunzenkistl essen.“ Ja, er bestellt das jetzt auf jeden Fall: „Wir nehmen zweimal Brunzengröstl“, sagt er der Wirtin, und dann kommen die beiden Teller mit der gebratenen Blutwurst und dem Kraut, und das schmeckt ja gar nicht schlecht, poltert aber dermaßen in den Magen runter, dass man das Gefühl hat, eine Wegzehrung für vier Tage Aufstiegswanderung zum Loser – so heißt der Hausberg hier – vor sich zu haben.
Es ist gut, hier drin zu sitzen, in dem holzvertäfelten Gasthaus. Draußen fällt der Schnee in einer …

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"Skurrile Figuren auf irrwitzigen Abwegen zeichnen die Romane von Franzobel aus. Das neue Buch macht da keine Ausnahme. In "Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind" ist es ein tollpatschiger Schelm aus der oberösterreichischen Provinz, den eine seltsame Suche quer durch Europa führt." (Wolfgang Popp, Ö1, 22.02.2012)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.05.2012

Das Jungfrauenroulette dreht sich wieder

"Was treiben die Männer, wenn die Frauen im Bad sein", heißt der neue Roman von Franzobel. Die Antwort: Sie lesen. Vor allem im "Kamasutra".

Der Titel des Romans klingt ein wenig nach jener Ratgeberliteratur, die immer wieder aufs neue beweisen will, dass Männer und Frauen einfach nicht zueinander passen. Denn die einen, so liest man es in zigfacher Variation, hören niemals zu und wollen nichts als Sex, weil sie ja allesamt vom Mars kommen; die anderen aber, als Geschlecht der Venus, können partout nicht einparken, suchen nach der Liebe und kaufen unablässig Schuhe. So oder so ähnlich ist es heutzutage um die Geschlechter bestellt, wenn man populären Sachbüchern Glauben schenken will.

Wenn sich aber der große Fabulierer Franzobel der Unterschiede zwischen den Geschlechtern annimmt, ist anderes zu erwarten als wohlfeiles Ratgeberwissen. Die ebenso drastische wie lustvolle Destruktion unserer Alltagsmythen ist die Lieblingsdisziplin dieses vielseitigen Autors, der schon mal - in seiner 2007 erschienenen "Liebesgeschichte" - ein Jungfrauenroulette mit martialischen Regeln erfunden hat oder die …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Von einem, der auszog das Fühlen zu lernen. So könnte der Titel dieses laut Rezensentin Sabine Doering streng nach Märchenlogik konstruierten neuen Romans von Franzobel auch lauten. Gottlob ganz und gar kein Ratgeber, wie Doering aufatmend erklärt, bietet die Geschichte des Provinzlers Hildy, der das wahre Gefühl im orgiastischen Stöhnen vermutet, der Rezensentin ein Soziogramm des fantastischen österreichischen Fleckens Sumpfing, jede Menge skurrile Einfälle, Slapstickeinlagen und einen veritablen Menschenkenner und Moralisten als Autor. Lustvoller lässt sich der Alltag kaum dekonstruieren, meint Doering begeistert.

© Perlentaucher Medien GmbH
Franzobel, 1967 in Vöcklabruck/Oberösterreich geboren, arbeitete bis 1991 als bildender Künstler mit gelegentlichen Ausstellungen. Dann schrieb er Romane, Satiren und Theaterstücke. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter 1995 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und 1998 mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor. Er lebt in Wien.

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