Warum Oper?

Warum Oper?

Gespräche mit Opernregisseuren. Vorw. v. Albrecht Puhlmann

Hrsg. v. Barbara Beyer
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Warum Oper?

Barbara Beyer hat fünfzehn international renommierte Opernregisseure interviewt. In einem einleitenden Essay schildert sie dem Leser die generelle Problematik heutigen Opernschaffens.


Produktinformation

  • Verlag: Alexander Verlag
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 278 S. m. Fotos.
  • Seitenzahl: 280
  • Deutsch
  • Abmessung: 197mm x 128mm x 18mm
  • Gewicht: 280g
  • ISBN-13: 9783895811456
  • ISBN-10: 3895811459
  • Best.Nr.: 14202843
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.12.2006

Das Zerrissene besingen
Vierzehn Opernregisseure im Gespräch mit Barbara Beyer

"Orpheus wird von den Mänaden zerrissen, und die einzelnen Glieder schwimmen im Fluß, und jedes Teil singt weiter. Der Gesang ist nicht zu Ende, aber er ist ein anderer geworden." Wundersam bildhaft hat Heiner Müller die Situation des Musiktheaters wie die Aufgabe des Regisseurs umschrieben: ein womöglich ehedem Ganzes aus dessen disparaten Teilen wieder zum Leben zu erwecken.

Der Weg dorthin kann weitertreibende Dekonstruktion heißen, nicht Synthese. Alexander Kluges Definition von Oper als "Kraftwerk der Gefühle" kann auf die falsche Fährte locken, die Illusion erwecken, es ginge da um elementare emotionale Energien, den gradlinigen Affekt-Ausdruck. Dem steht ein früherer Filmtitel Kluges entgegen, "Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos". Solche Verunsicherung spielt in jeder Begegnung mit Oper mit. Die Gattung gibt es seit vier Jahrhunderten, die Sujets weisen ins Mythendunkel zurück, das Gros der Werke reicht vom achtzehnten bis ins frühe zwanzigste Jahrhundert - und die verschiedenen gesellschaftlichen Veränderungen haben sich in Produktion wie …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Gerhard R. Koch zeigt sich höchst inspiriert von diesen Gesprächen, die Barbara Beyer mit Musiktheaterregisseuren geführt hat. Beyer, selbst Opernregisseurin, versteht sich dabei nicht als reine Stichwortgeberin und Interviewerin, sondern debattiert mit ihren Gesprächspartnern darüber, wie Oper heute inszeniert werden kann und welche Bedeutung ihr zuzumessen ist, erläutert der Rezensent. Dass die Autorin sich dabei ganz in der Gegenwart bewegt und sich ausschließlich mit zeitgenössischen Regisseuren unterhält, lobt Koch als großen Vorteil dieses Bandes. Ihm imponiert der "Ernst", der aus den Gesprächen spricht und es freut ihn, dass es die Regisseure in ihren Diskussionen nicht nötig haben, sich auf altgediente Autoritäten des Musiktheaters zu stützen. Zweifel, aber vor allem "Entschiedenheit", zeichnet diese Opernregisseure, die zwischen 1942 und 1970 geboren sind, aus, resümiert Koch ganz eingenommen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Barbara Beyer, geboren 1956 in Königstein im Taunus, promovierte mit einer Arbeit über den Don Carlos von Giuseppe Verdi. Dramaturgin am Staatstheater Darmstadt und den Berliner Kammerspielen sowie zahlreiche Gastdramaturgien (u. a. Nationaltheater Mannheim, Freie Volksbühne Berlin). Seit 1991 freischaffende Regisseurin, u. a. in Darmstadt, Nürnberg, Bonn, Braunschweig, Aachen, Basel, Innsbruck, Bielefeld, Hannover. Lehrtätigkeiten u. a. an Hochschulen in Frankfurt/Main (19971999), Karlsruhe (1998) und Berlin (2004/05).

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