Hat die Postmoderne mit dem Niedergang sämtlicher holistischer
Konstrukte auch die Identität zerstört, so wie wir sie kennen? Ist
Identität, die ein Individuum dauerhaft, unverwechselbar und klar
von der Umwelt abgrenzt heute nicht mehr denkbar? Wolfgang Hilbigs
"Ich" ist in der Forschung bisher häufig als Bejahung
dieser Frage interpretiert worden, denn gemeinsam mit dem
DDR-Regime bricht auch die Identität des Protagonisten in sich
zusammen. Ähnlich ergeht es den Charakteren in Peter Kurzecks
"Keiner Stirbt", die zur gleichen Zeit in Westdeutschland
dieselbe Auflösung ihrer Identität durchleben müssen. In diesem
Buch wird jedoch herausgearbeitet, daß sowohl Hilbigs
"Ich" als auch Peter Kurzecks "Keiner Stirbt"
Identität und Postmoderne in ein wesentlich komplexeres Verhältnis
zueinander stellen. Die detaillierte Untersuchung der Zeit- und
Erzählstruktur beider Romane sowie ihres Verhältnisses zur
Bildungsromantradition führen zu dem Ergebnis, daß auch in der
Postmoderne eine konstante, fest umrissene Ich-Identität Bestand
haben kann. Lediglich die Nichtakzeptanz postmoderner
Lebensumstände und das Festhalten an Sinngaranten,
Weltdeutungskonzepten und "Meta-Erzählungen", die in der
Gegenwart keine Gültigkeit mehr haben, führt zur Krise der
Identität.
Sabine Sistig, Jahrgang 1972, studierte nach einer Ausbildung zur Verlagskauffrau Germanistik, Anglistik, Pädagogik und Kunst an der Universität Köln. Danach arbeitete sie an der Entwicklung von iTV und am Aufbau eines Breitband Internet Portals mit und ist jetzt Internetredakteurin.
3 Marktplatz-Angebote für "Wandel der Ich-Identität in der Postmoderne?" ab EUR 16,10
Zustand
Preis
Porto
Zahlung
Verkäufer
Rating
wie neu
16,10
0,00
Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung