Wallenstein - Schiller, Friedrich von

Friedrich von Schiller 

Wallenstein

Ein dramatisches Gedicht. Hrsg. v. Joseph Kiermeier-Debre

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Wallenstein

"Die Sterne lügen nicht,
d a s aber ist Geschehen wider
Sternenlauf und Schicksal.
Die Kunst ist redlich,
doch dies falsche Herz
Bringt Lug und Trug in den
wahrhaft'gen Himmel.
Nur auf der Wahrheit
ruht die Wahrsagung,
Wo die Natur aus ihren Grenzen wanket,
Da irret alle Wissenschaft."

Die Tragödie aus dem Dreißgjährigen Krieg, in deren Mittelpunkt die Gestalt des böhmischen Feldherrn Wallenstein steht, erschien 1800 in drei Teilen: "Wallensteins Lager", "Die Piccolomini" und "Wallensteins Tod".

Diese Fassung liegt auch der vorliegenden Ausgabe zugrunde. Der Historiker Schiller beschäftigte sich 1791 - 93 in seiner "Geschichte des Dreißigjährigen Krieges" eingehend mit dem historischen Hintergrund und begann im Jahr 1792, sich dem Wallenstein-Stoff in Dramenform zu widmen.

Im Zentrum des umfangreichsten Werkes von Friedrich Schiller steht die Frage, in welchem Verhältnis die Unausweichlichkeit geschichtlicher Ereignisse und die Verantwortung des Einzelnen zueinander stehen. Sowohl Schicksal als auch persönliche Schwäche führen die Hauptperson Wallenstein in den Untergang.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 510 S.
  • Seitenzahl: 510
  • dtv Taschenbücher Bd.2660
  • Deutsch
  • Abmessung: 170mm x 115mm x 32mm
  • Gewicht: 446g
  • ISBN-13: 9783423026604
  • ISBN-10: 342302660X
  • Best.Nr.: 12871132
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.04.2001

Unter dem Zeichen des Saturn
Schillers "Wallenstein" im Deutschen Klassiker Verlag

Um Schillers Hauptwerk, den "Wallenstein", ist es in den letzten Jahrzehnten still geworden. Die Zeit, da Hansgünther Heyme in Köln mit der gerafften Trilogie Furore machte (1969), Walter Felsenstein die deutsche Politikerprominenz, angeführt von Franz Josef Strauß, an gleich zwei Abenden zur Premiere ins Münchner Residenztheater lockte (1972) - Ernst Schröder spielte damals die Titelrolle, die blutjunge Ulla Berkéwicz die Thekla -, liegt drei Jahrzehnte zurück, und die unvergessene Verkörperung des kaiserlichen Generalissimus durch Werner Krauß und Gustaf Gründgens (nicht lange vor seinem Tod) ist nur noch ferne Legende.

Wie kann es sein, daß sich kaum ein Regisseur von Rang mehr an die bedeutendste politisch-historische Tragödie der deutschen Literatur heranwagt? Goethe würde vielleicht - wie zu den Schiller-Gegnern seiner Zeit - gesagt haben: "Der Mann ist euch zu groß." In der Tat: Es ist heute nicht leicht, ein Ensemble von Schauspielern zu versammeln, das noch über die Stimmtechnik und den großen Atem verfügt, Schillers teils lyrisch …

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Friedrich Schiller (seit 1802 von Schiller) wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren und starb am 9. Mai 1805 in Weimar. Er studierte Jura, später Medizin und wurde 1780 Regimentsmedikus in Stuttgart. Allerdings fühlte er sich mehr zum Schriftsteller berufen, begann Dramen und Gedichte zu schreiben und hatte mit der Uraufführung der ›Räuber‹ im Jahr 1782 großen Erfolg. Das herzogliche Verbot jeglicher poetischen Tätigkeit veranlasste ihn zur Flucht aus Stuttgart. Schiller wurde Professor in Jena, begann einen intensiven Ideenaustausch mit Goethe und prägte mit ihm ab 1799 das »klassische Weimar«. Das seiner Dichtung und seinen Schriften zugrunde liegende Denken wurde später als pathetisch empfunden. Heute werden seine Werke vielfach neu gedeutet und die Dramen inszenatorisch neu interpretiert. Mit seinen lyrischen, dramatischen, erzählerischen, ästhetischen und historischen Werken gilt er − neben und mit seinem späteren Freund Johann Wolfgang von Goethe − als bedeutendster Dichter des »Sturm und Drang« und der »Weimarer Klassik«.

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