Waffenwetter - Dath, Dietmar

Dietmar Dath 

Waffenwetter

Roman

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Waffenwetter

Claudia Starik ist neunzehn und leidet unter dem ganz normalen Alltag einer Abiturientin: zudringlichen Lehrern, zerrupften Familienverhältnissen, der Liebe, der Mode, den bevorstehenden Prüfungen und der Klimakatastrophe. Einen Verbündeten hat sie in ihrem Großvater, der nicht nur dem Erscheinungsbild nach anders ist als alle anderen: Konstantin Starik ist Witwer, Exunternehmer, Kommunist und Millionär. Im Kampf gegen die Tücken der modernen Technik muß Claudia ihm beistehen; dafür hilft er ihr, wenn es um die Zumutungen des Imperialismus, die Bildungsmisere und all die Belange des Lebens geht, bei denen Mut gefragt ist. Geschichte, weiß Konstantin, geschieht nicht, sie wird gemacht, und so schenkt er seiner Enkelin zum Abitur eine ungewöhnliche Reise: Als Forscher und Spione brechen die beiden auf zu einer gefährlichen Expedition in die Kälte, dorthin, wo in der Nähe des magnetischen Nordpols die größte Hochfrequenz-Antennenanlage der Welt steht: HAARP, der Stolz amerikanischer
Technokraten und Geheimprojekt des Militärs zur Manipulation von Wetter und globaler Kommunikation?


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 287 S. m. 3 Abb.
  • Seitenzahl: 288
  • Best.Nr. des Verlages: 41916
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 129mm x 29mm
  • Gewicht: 410g
  • ISBN-13: 9783518419168
  • ISBN-10: 3518419161
  • Best.Nr.: 22804374
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.11.2007

Klassenkampf in der Schießbude
Herr über tausend Schubladen, Opa Konstantin und eine Rotzgöre: Dietmar Dath führt in seinem Roman „Waffenwetter” die Hilfstruppen der Verschwörungstheorie in den letzten Kampf des Kommunismus Von Ijoma Mangold
Um den Journalisten und Schriftsteller Dietmar Dath gibt es ein Gesumms von fast schon schwärmerischer Andacht. Wie etwas total Einzigartiges, das alle Schubladen sprengt, wird sein Schreiben und Denken behandelt. Und in der Tat stellt schon die schiere Menge seiner Textproduktion für herkömmliche Schubladen ein Problem dar. Aber das ist eine Frage des Volumens, nicht der Originalität. Denn Dietmar Dath ist weniger eine Schublade als ein ganzes Schubladensystem. Bei ihm gibt es die Schublade „Diskurspop”, denn er war, Jahrgang 1970, einige Zeit Chefredakteur der Zeitschrift Spex. Es gibt die Schublade „Reflexion”, denn Dath, ein verspätetes Kind der Siebziger und mit vollem Recht Suhrkamp-Autor, gibt viel auf Theorie. Dann die Schublade „links”, denn Dath möchte es sich nicht nehmen lassen, der letzte (oder schon wieder erste?) Marxist und zwar ohne Weichspülung zu sein. Die …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Vernichtend lautet Ijoma Mangolds Kritik an Dietmar Daths Roman über die rotzige Abiturientin "Clautschi", die mit ihrem kommunistischen Opa Konstantin nach Alaska fährt, um dort dem Haarp-Observatorium, im Roman ein Ort der bösen Machenschaften des "militärisch-industriellen Komplex'", entgegenzutreten. Nach diesem Werk des Faz-Spex-Suhrkamp-erfahrenen "Schubladen-Kombinierers" Dath möchte der Rezensent "nie wieder jung sein" und wünscht, dieses mit Pappfiguren, "schlechten Kalauern und verklemmtem Bildungsgeprotze, Theorie-Angebertum und schwer aufgesetzter Rebellionsromantik" angefüllte und zu allem Übel auch noch in eine fantasymäßige Verschwörungsgeschichte abdriftende Buch wäre niemals geschrieben worden.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.10.2007

Auf der Suche nach einer Programmiersprache der Liebe
Rauflustig und fröhlich: Dietmar Daths neuer Roman "Waffenwetter" ist angewandte Verstörungstheorie / Von Oliver Jungen

Subjektiv-objektiv: Dietmar Dath schließt mit "Waffenwetter" seine Romantrilogie ab, in der er Kommunismus und Kosmologie auf explosive Weise kurzschließt und das Weltganze aus linker Perspektive zurechtrückt.

Leicht beunruhigt wirken die Kollegen durch diesen Mann, nennen ihn, weil er viel schreibt, einen "Vielschreiber". Kaum einer lese seine Bücher zu Ende, präzisiert Deutschlands prominentester Schriftsteller. Erfasst ist mit diesem Etikett jedoch nichts, das wissen sie selbst, weder das außergewöhnliche Sprachtalent noch die Schubkraft dieses epischen Motors, dem alles Brennstoff zu sein scheint. Die elektronischen Medien haben den Hochleistungswortler in ihren Bann gezogen; dem Historischen ist er ebenso zugetan wie dem Abseitigen bis hin zu apokalyptischen Phantasmagorien; mit den Naturwissenschaften ist er im Bunde; politische und ästhetische Theorien schachtelt er mit mathematischer Genauigkeit ineinander; in der Entscheidungsfrage zwischen Wahrheit und …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Im Nirgendwo Alaskas steht eine Anlage namens HAARP: ein Antennenwald, der offiziell der Strahlenforschung dient, in Wahrheit aber eine heimtückische Waffe des US-Militärs ist. Im Kampf gegen HAARP: Claudia, wohlbehütete süddeutsche Abiturientin, im Verein mit ihrem altlinken Großvater. Gevatter Dath erzählt: eine Räuberpistole. Claudia beendet ein fruchtloses Verhältnis mit ihrem Lehrer, Claudia bringt vielleicht einen Mitschüler um, Claudia reist mit Opa nach Alaska, Widerstand spielen. Spätestens hier gibt "Waffenwetter" jegliche Logik auf, verliert sich der Autor in freien Assoziationsketten, wo die Protagonisten unter heftigstem Strahlenbeschuss die Orientierung verlieren. Ein großer Schmuh, natürlich. Andererseits aber auch eine Liebeserklärung an die 19-jährige Heldin, deren Gedankensprünge in konsequenter Kleinschreibung, ohne Respekt vor Satzbau und ähnlichen Lässlichkeiten nachvollzogen werden; ein einziger langer Denkfluss, in dem die Bibel, Tocotronic, schließlich auch Daths Vorgänger "Dirac" kurz auf- und wieder abtauchen. Und nicht zuletzt: eine Verneigung vor dem linken Fabulieren, dem die Verschwörungstheorien immer schon eingeschrieben waren. Großartig. (fis)

"Smart, sexy, witzig und originell." Martin Krumbholz Frankfurter Rundschau

»Zwischen »FAZ« und »Spex«, dieser sehr deutschen Schnittmenge aus Ernst und Pop, hat sich die journalistische Karriere Dietmar Daths bewegt. Als nunmehr freier Schriftsteller kann der Siebenunddreissigjährige den Ruf geniessen, einer der raffiniertesten Vertreter der neuen deutschen Literatur zu sein. Seine bisherigen Bücher sind klug bis hin zur Manieriertheit, und auch r teilt diese Zusammenballung aus Künstlichkeit und Können. ... Gekonnt spielt Dietmar Dath mit der kalten Poesie der Physik. In den Weiten Alaskas rauscht der Antennenwald, dessen hochfrequente Wellen nicht nur das Leuchten der Aurora Borealis herausfordern. Die metallenen Finger haben Verbindung ins All und in die Noosphäre, dieses Ohr des Bösen belauscht die Menschen, »was sie denken, wie sie träumen, wissen . . .«. Waffenwetter ist beste literarische Gegenspionage und Dietmar Dath einmal mehr ein aufklärerischer Mystiker.«
Dietmar Dath, geboren 1970 in Rheinfelden, Journalist, Übersetzer. Er war Chef des Popkulturmagazins "Spex" und Feuilleton-Redakteur der "FAZ", veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählbände und Essays.

Kundenbewertungen zu "Waffenwetter" von "Dietmar Dath"

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Bewertung von it's a girl aus Berlin am 21.12.2007 ***** ausgezeichnet
Jedes Lob der Sprache ist hier berechtigt.
- Auch we n es weh tut: "Clautschi" z.B. fasst exakt den Intimitäts-Mädchenkitsch, der
nunmal existiert (unter Mädchen :-) und genau darin aber auch formal up to date (Claudi, das waren die 60er) u n d trotzdem eine Art Literarischer Form davon.
Dasselbe glt insgesamt für den Gedankenstrom, in dem eine Übersetzung von "Umgangsprache" in Literatursprache perfekt gelungen ist.
Der Schluss allerdings ist eigentlich nur distanzloses Abgleiten in den Schundroman und seine Effekte, ohne dass durch das Genre etwas gewonnen würde. Was schade ist.
An dieser Stelle implodiert also das Potential des gesamten Textes, ohne etwas intressantes zurückzulassen. Schade!!!

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