'Wa ez sich erste ane vienc, Daz ist ein teil unkunt'
Viel ist schon erzählt worden von König Artus, so die Prämisse des
Erzählers der Krone, hier nun soll programmatisch vom jungen Artus
die Rede sein - und also, in der Rolle des 'Kronprinzen',
von einem noch jüngeren Gawein. Wie verträgt sich aber das mit den
allenthalben dem arthurischen Personal zugesprochenen und in
vielfachem intertextuellem Rekurs beglaubigten Vergangenheiten der
Figuren?
Die vorliegende Lektüre nimmt den Entwurf eines jungen Artushofes
ernst und begreift die daraus resultierende doppelte Zeitrechnung,
unter der erzählt wird, als Symptom, das auf eine abgründige
Erzähllogik verweist: einen verschütteten Subtext, in dem so
disparate Momente wie Gaweins durchgängige müede oder seine
seltsamen 'Wunderketten'-Erfahrungen unversehens ebenso
Methode haben wie Ginovers zwielichtiges Verhalten, die
Verwicklungen um Fimbeus' Gürtel oder die widersprüchliche
Faktur der Gasoein-Figur.
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20