Der zweite Band der "Geschichte der venezianischen
Malerei" umfasst die Zeit von der Mitte des 15. Jahrhunderts
bis etwa 1520. Im Zentrum steht Giovanni Bellini, Schöpfer
zahlreicher Altar- und Andachtsbilder und wie sein Bruder Gentile
ein begehrter Porträt-Maler. Zu seinen bedeutendsten Nachfolgern
zählen Cima da Conegliano, Marco Basaiti, der junge Lorenzo Lotto,
Boccaccio Boccaccino und die Künstlerfamilie der Santacroce, die
bis weit in das 16. Jahrhundert an der Stiltradition des
Quattrocento festhielt. Im Anschluss an ein Kapitel über Gentile
Bellini, der mit seinem Historien-Bilderzyklus im Dogenpalast sowie
als bevorzugter Maler von Dogenbildnissen zum anerkannten
Staatskünstler der Seerepublik avancierte, bildet ein Beitrag zu
Vittore Carpaccio den zweiten Schwerpunkt der Abhandlung.
Der in den Mosaiken von San Marco vorherrschende Byzantinismus
bildet die Voraussetzung für die am Ende des 13. Jahrhunderts
anhebende Malerei Venedigs (Fresko und Tafelmalerei) und bleibt
lange Zeit bestimmend, u. a. bei Paolo Veneziano. Mit Lorenzo
Veneziano erfolgt der Übergang zur Gotik, die mit ihrem
Hauptvertreter, Jacobello del Fiore, zum Durchbruch gelangt. Länger
als andernorts in Italien hielt man in der venezianischen Malerei
an den Tendenzen des internationalen Stils fest, desgleichen an der
Vorliebe für das Prächtige, Dekorative. Anzeichen der
Frührenaissance treten im Oeuvre Giovanni d Alemagnas und Antonio
Vivarinis sowie Jacopo Bellinis zutage. Die autochthone
Stilrichtung Vivarinis findet schließlich ihre Hauptrepräsentanten
in Bartolomeo Vivarini, Andrea da Murano und Carlo Crivelli. Ebenso
wie die sich im Anschluss an Jacopo Bellini entfaltende progressive
Richtung bleibt sie bis weit in die zweite Hälfte des 15.
Jahrhunderts hinein beherrschend.
Ausstattung/Bilder: 2010. 459 S. m. 249 Farb- u. SW-Abb.
Seitenzahl: 459
Deutsch
Abmessung: 278mm x 220mm x 38mm
Gewicht: 2185g
ISBN-13: 9783205785699
ISBN-10: 320578569X
Best.Nr.: 32057143
.-Prof. Günter Brucher, geb. 1941, studierte Kunstgeschichte und Geschichte. Von 1976-1986 war er als Univ.-Prof. Leiter der Abteilung für Österreichische Kunstgeschichte an der Universität Graz. Seit 1986 ist er Ordinarius am Institut für Kunstgeschichte an der Universität Salzburg.
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