Vom Kommandierenden General zu Hitlers letztem Oberbefehlshaber 1943-1973
Ferdinand Schörner wurde am 12. Juni 1892 in München geboren und
erlebte dort seine Kindheit und Jugend. Nach dem Abitur leistete er
seinen einjährigen Wehrdienst als Freiwilliger für ein Jahr beim
Königlich Bayerischen Infanterieleibregiment ab. Mit ihm zog er im
neu aufgestellten Deutschen Alpenkorps in den Ersten Weltkrieg. Für
seinen Einsatz an der Isonzofront 1917 erhielt der junge Offizier
den Orden Pour le mérite und machte damit die militärische Führung
zum ersten Mal auf sich aufmerksam.
In den Nachkriegswirren trat er zunächst für die neue demokratische
Ordnung der Weimarer Republik ein und war an der Niederschlagung
des Hitler-Ludendorff-Putsches von 1923 beteiligt. Erst später
wurde er zum überzeugten Nationalsozialisten.
Während des Balkanfeldzuges marschierte Schörner mit seiner 6.
Gebirgsdivision 1941 als Sieger von Athen in die griechische
Hauptstadt ein. Aufgrund seiner unerschrockenen Führung und seiner
eisernen Härte wurde er im Herbst 1941 an die Eismeerfront
versetzt, wo er die legendäre Lapplandarmee vor einem Stalingrad
des Nordens bewahrte. Von Hitler als linientreuer Durchhaltegeneral
an den Brennpunkten der Front im Osten eingesetzt, errang er
nacheinander alle Stufen des Ritterkreuzes. 1945 wurde er zum
einzigen Generalfeldmarschall der deutschen Gebirgstruppe ernannt.
In seinem Testament ernannte Hitler Schörner zum Oberbefehlshaber
des Heeres.
Bis auf den heutigen Tag zählt Generalfeldmarschall Ferdinand
Schörner zu den umstrittensten deutschen Heerführern des Zweiten
Weltkrieges. Unter seiner Führung konnten 1,6 Millionen Flüchtlinge
aus Schlesien und dem Sudetenland den anrückenden sowjetischen
Verbände entkommen. Gleichzeitig ging er gnadenlos gegen eigene
Männer vor, die dem Druck des übermächtigen Gegners wichen.
Nach seiner Entlassung aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft,
kurzem Aufenthalt in der DDR wurde er in der Bundesrepublik
Deutschland 1957 vor Gericht gestellt und zu einer Haftstrafe
verurteilt. Am 2. Juli 1973verstarb Ferdinand Schörner in seiner
Geburtsstadt.
Der vorliegende Teil 2 der Biografie Schörners beleuchtet sein
Leben und seinen militärischen Werdegang von 1943 bis zu seinem Tod
am 2. Juli 1973.
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