Vom Aufenthalt - Strauß, Botho

Botho Strauß 

Vom Aufenthalt

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Vom Aufenthalt

Ein Buch von der großen Verwunderung über eine Zeit, die von Krise zu Krise stolpert, ohne die tieferen Ursachen dieser modernen Erdbeben zu verstehen - oder: verstehen zu wollen? Botho Strauß, der große Einzelgänger der zeitgenössischen Literatur in Deutschland, hebt in diesen Erzählungen die Religion und die Mythen, die Gegenwart als Teil der Geschichte, das Verhältnis der Geschlechter, das Unzugängliche und das Unerklärliche, das Übersehene und das Unverbundene in unterschiedlicher Beleuchtung hervor. Dieser Prosaband vereint Träumerei und strenge Zeitdiagnose und ist ein eindrucksvolles Zeugnis des Nachdenkens über gegenwärtige und kommende Krisen.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 294 S.
  • Seitenzahl: 294
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23441
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 135mm x 29mm
  • Gewicht: 460g
  • ISBN-13: 9783446234413
  • ISBN-10: 3446234411
  • Best.Nr.: 26366090
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.11.2009

Rickeracke! Geht die Mühle mit Geknacke

Im Sternschnuppenfangkorb des Gehirns: Botho Strauß erweist sich in seinem neuen Buch als spätmoderner Krisensehnsüchtler.

Von Hubert Spiegel

Ein Mann, der aus der Fremde in die Heimat zurückkehren will, wird im Zug kurz vor dem Ziel von einem Putsch überrascht. Die Grenzen sind geschlossen, die Einreise ist unmöglich. So kommt es zum erzwungenen Aufenthalt in einer kleinen Grenzstadt: Der Reisende als verhinderter Heimkehrer, als Aufgehaltener, der zur Tatenlosigkeit verdammt erscheint. Aus dem Reisenden wird ein ortloser, aus der Zeit gefallener Beobachter.

Ein Roman könnte so beginnen. Dann käme sehr wahrscheinlich rasch heraus, dass die Kleinstadt ein dunkles Geheimnis hat, dem der Fremde zufällig auf die Spur kommt. Ein solcher Romananfang verhieße Spannung. Aber das Buch, das so beginnt, stammt von einem Autor, der keine Romane schreibt, der Handlungsbögen in Prosaskizzen und Kleinstdramen komprimiert und den hohen Ton des Epos in der Prosaminiatur einfängt. An das große Erzählwerk wird kaum ein Gedanke verschwendet, denn es ist für ihn die falsche Form: "Episch wäre ich ein …

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"'Vom Aufenthalt' ist ein Werk, das wie ein Wetterleuchten den Blick mal hierhin, mal dorthin zieht." (Der Spiegel, 19.10.09)

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Botho Strauß' Prosaband "Vom Aufenthalt" sucht unmittelbar den Zwischenraum der angehaltenen Zeit in Sprache zu fassen, und wenn "böse Zungen" ihm auch Langeweile vorwerfen könnten, scheint Roman Bucheli zumindest gefesselt. Allerdings betont der Rezensent, dass ihn das Buch immer dann besonders überzeugt hat, wenn Strauß die besondere Erfahrung der Zeitdehnung in Erzählminiaturen fließen lässt. So zum Beispiel wenn Strauß die Geschichte vom Jesus dreimal verleugnenden Petrus erzählt, denn dann will sie dem begeisterten Rezensenten so taufrisch und "schwerelos" erscheinen, dass er sich wie ein Kind "aus der Zeit herausfallen" sieht. Strauß' kulturpessimistischen Auslassungen kann Bucheli dagegen wenig abgewinnen und seinen aphoristischen Sentenzen kann man als Leser zwar mit Beifall oder Ablehnung begegnen, als Sprache gewordene Zeitdehnung aber überzeugen sie ihn nicht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.12.2009

Die Kanaille rührt sich überall
Täuschen wir uns nicht, wie weit das Untere schon nach oben reicht! Botho Strauß ist der Märtyrer des Stumpfsinns. Über seinen neuen Prosaband: „Vom Aufenthalt”
Unterlassungserklärung (07.12.2009)
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Süddeutsche Zeitung GmbH hat heute in oben genannter Angelegenheit eine Unterlassungserklärung abgegeben:
Die Süddeutsche Zeitung verpflichtet sich, es zu unterlassen:
das Bildnis des Hauses von Herrn Botho Strauß und die Angabe
"Grünheide/Uckermark", wie in dem Artikel "Die Kannaille rührt
sich überall" in der Süddeutschen Zeitung vom 05. Dezember 2009,
Seite 18 geschehen,
abzudrucken oder zu verbreiten.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne unter Tel.: -8663 zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
i.V. Andreas Gericke
Zentralbereich Recht
Botho Strauß’ neues Buch trägt auf dem Umschlag die Ansicht eines Berggipfels. Der Zeichner, By T’ang Xin (1470 – 1523), betitelte sie: „Der Traum von der Unsterblichkeit”. Manches mag angenehm stimmen am Traum von der Unsterblichkeit, den wohl auch …

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Botho Strauß wurde am 2. Dezember 1944 in Naumburg/Saale als Sohn eines Lebensmittelberaters geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Remscheid und Bad Ems studerte er 5 Semester Germanistik, Theatergeschichte und Soziologie in Köln und München. 1967-1970 Redakteur und Kritiker der Zeitschrift "Theater heute". 1970-1975 dramaturgischer Mitarbeiter an der Schaubühne am Hallischen Ufer in Berlin. Botho Strauß ist Mitglied des PEN-Zentrums und lebt als freier Schrifsteller in Berlin.
Sein schriftstellerisches Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet; 1987 wurde ihm der Jean-Paul-Preis und 1989 der Georg-Büchner-Preis verliehen. Seine Theaterstücke gehören zu den meistgespielten an deutschen Bühnen.

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