Vielleicht ist es sogar schön - Hein, Jakob

Jakob Hein 

Vielleicht ist es sogar schön

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Vielleicht ist es sogar schön

"Stirb nicht, es ist doch viel zu früh." Hätte er die Zeit gehabt nachzudenken, Jakob Hein hätte seiner Mutter nur diesen Satz gesagt. Er hat es nicht getan. Über die Erinnerung an sie und die gemeinsamen Erlebnisse stellt er noch einmal die alte Nähe zu ihr her. Es sind Erinnerungen an die Schreibnachmittage zu Hause, an die jüdische Gemeinde in Ostberlin und an den kommunistischen Großvater. "Vielleicht ist es sogar schön" ist klug, wütend und tröstlich zugleich. Jakob Hein erzählt die Geschichte eines langsamen Abschiedes und verbindet die literarische Erinnerung an seine Mutter mit dem Porträt einer außergewöhnlichen Familie.


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 162 S.
  • Seitenzahl: 162
  • Serie Piper Bd.4521
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 121mm x 16mm
  • Gewicht: 190g
  • ISBN-13: 9783492245210
  • ISBN-10: 3492245218
  • Best.Nr.: 14079207
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Wer den Tonfall seiner ersten beiden Bücher "Formen menschlichen Zusammenlebens" und "Mein erstes T-Shirt" auch im neuen erwartet, wird zunächst etwas irritiert sein. Zwar schöpft Jakob Hein (33) erneut ganz aus seiner eigenen Biografie und betont in schlichter Sprache Erinnerungsfragmente aus seiner Kindheit und Jugend in der DDR und dem Erwachsenwerden nach dem Mauerfall. Doch diesmal sind es keine Geschichten mehr, die das Skurrile und Komische der Alltagserlebnisse herausstellen. "Vielleicht ist es sogar schön" ist vielmehr eine Hommage Heins an seine Mutter und den langwierigen Prozess ihrer Krebserkrankung bis zum Tod. Es sind beinahe tröstliche, von sehr viel Liebe getragene Erin nerungen, die sich wie ein Mosaik zu einem Portät der gesamten Familie zusammensetzen: Momentaufnahmen vom Zusammenleben mit altstalinistischen Verwandten und miesepetrigen Großmüttern wie auch das langsame (Wieder-)Entdecken jüdischer Identität  - was dann doch noch einige groteske Szenen ergibt. (ascho)

»Immer berührend, nie pathetisch, immer würdig, nie weihevoll.« Stern

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.10.2004

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Heimschläfer auf Höllenfahrt: Die Belletristik in diesem Herbst

Kurz und Gut steht jeden Morgen an der Ecke und erzählt. Man nennt ihn Kurz und Gut, weil er, ständig hustend und lungenkrank, nicht mehr ausreichend Luft für eine ausführliche Erzählung hat. "Also kurz und gut, sagte er dann: Viele kurze Geschichten ergeben auch eine lange, ist vielleicht auch interessanter." So rezitiert er wörtlich den Beginn von Dostojewskis "Idiot" und erzählt dann, kurz und gut, dessen Quintessenz in einem einzigen Satz. Dieser Kurz und Gut ist nur eine der unvergeßlichen Figuren in Dieter Fortes neuem Roman "Auf der anderen Seite der Welt" (S. Fischer), eine Gestalt wie ein orientalischer Geschichtenerzähler, der sich ins Nachkriegs-Düsseldorf verirrt hat. Wie alle diese Figuren ist er ein Führer in die Unterwelt. Zu Beginn des Romans reist der Erzähler, das Kind aus Fortes autobiographischer Trilogie "Das Haus auf meinen Schultern", ans Meer, in ein Lungensanatorium, eine Hadesfahrt ohne Wiederkehr. Fortes Buch ist eines der düstersten dieses Herbstes und zugleich eines der reichsten, eine postapokalyptische Version des "Zauberbergs", die die …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Kolja Mensing hat das bisher beste Buch von Jakob Hein gelesen. Es handelt vom Sterben seiner Mutter und ist trotzdem nicht nur traurig. "Stellenweise", schreibt Mensing, "ist es sogar recht lustig". Christiane Hein ist 2002 an Krebs gestorben, ihr Sohn trägt nun Geschichten aus ihrem Leben zusammen, versenkt sich in die Vergangenheit der Familie, erinnert sich an den Alltag, an "stille Nachmittage" mit seinen am Schreibtisch arbeitenden Eltern. Er will, das macht die Rezension klar, auf nichts hinaus, sondern nur erzählen, und dabei offenbart er Mensing zufolge eine stilistische Reife, die seine "einfache, durchaus ins Naive spielende Sprache" den "abgründigen Humor" eines Woody Allen und den Zynismus eines Kurt Vonnegut einschließt.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Immer berührend, nie pathetisch, immer würdig, nie weihevoll." Stern
Jakob Hein, geb. 1971 in Leipzig. 1977 hat er die ersten Geschichten geschrieben und seiner Mutter vorgelesen. Seine erste Regiearbeit wurde 1982 beim 'Fest der jungen Talente' mit einer Urkunde ausgezeichnet. 1988 entdeckte er die Möglichkeit, seine Geschichten auch anderen Leuten als seiner Mutter vorzulesen. Das macht er jetzt jeden Sonntag in der Reformbühne 'Heim und Welt' im Berliner 'Kaffee Burger'. Jedes Frühjahr moderiert er die 'Lesershow' im Roten Salon in der Volksbühne. In Wirklichkeit ist er Arzt an der Berliner Charite.

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