Artikelseite zu "Vertreibungen europäisch erinnern?" Drucken
Vertreibungen europäisch erinnern?
Historische Erfahrungen - Vergangenheitspolitik - Zukunftskonzeptionen. Mit Beitr. in engl. Sprache
Hrsg. v. Dieter Bingen, Wlodzimierz Borodziej u. Stefan Troebst
- Einband: Kartoniert/Broschiert
- Broschiertes Buch
Produktinformation
- Verlag: Harrassowitz
- 2003
- Ausstattung/Bilder: 2003. 328 S.
- Seitenzahl: 328
- Veröffentlichungen des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt Bd.18
- Deutsch
- Abmessung: 24 cm
- Gewicht: 630g
- ISBN-13: 9783447048392
- ISBN-10: 3447048395
- Best.Nr.: 12338957
Leseprobe zu "Vertreibungen europäisch erinnern?"
15.05.2004
Verweigerte Trauer
Zur Diskussion um das Projekt eines Zentrums gegen
Vertreibungen
Dieter Bingen/Wlodzimierz Borodziej/Stefan Troebst (Herausgeber):
Vertreibungen europäisch erinnern. Historische Erfahrung,
Vergangenheitspolitik Zukunftskonzeptionen. Harrasowitz Verlag,
Wiesbaden 2003. 328 Seiten, [Euro] 24,80
In einer historisch zunehmend desinteressierten Gesellschaft müßten
sich Historiker eigentlich freuen, wenn Geschichte Konjunktur hat.
Als vor zwei Jahren das Schicksal der Vertreibung in den Blick der
Öffentlichkeit geriet, hielt sich ihre Freude in Grenzen. Denn
nicht sie, die professionellen Vertreter der Zunft, hatten die
Aufmerksamkeit auf ein lang ignoriertes Thema gelenkt, sondern
Schriftsteller, Journalisten und der Bund der Vertriebenen mit dem
Projekt eines Zentrums gegen Vertreibungen. Gegenstand des neu
erwachten Interesses waren eben nicht abgewogene
Forschungsergebnisse, sondern authentische Erinnerungen,
tabuisierte Schicksale, verdrängtes Leid. "Ein Rückschritt
gegenüber dem Forschungsstand" sei das, beklagte Philipp Ther,
Juniorprofessor in Frankfurt (Oder), in dem hier angezeigten Band,
denn diese Art der …
15.05.2004
Als Dokument der Selbstreflexion betrachtet Rezensent Stefan
Dietrich diesen Band, in dem seinen Informationen zufolge die
Vorträge und Diskussionen einer internationalen Darmstädter
Konferenz im Dezember 2002 zusammengefasst sind, die einen
europäischen Gegenentwurf zum "angeblich nationalen
Zentrumsprojektes" des Bundes der Vertriebenen sondieren
sollte. Nachdem er die Thesen einiger Beiträge dargestellt hat,
kommt der Rezensent jedoch zu dem diskret formulierten Ergebnis,
dass dieser Band, was den Reflexionsstand seiner Erkenntnisse
betrifft, bereits vom Lauf der Diskussion überholt worden
ist.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt
Wlodzimierz Borodziej, 1956 in Wien geboren, ist Professor für Neuere Geschichte am Historischen Institut und Vizepräsident der Universität Warschau. Er studierte in Warschau Geschichte und Germanistik. Diverse Stipendien und Gastprofessuren führten ihn nach Tübingen, Wien und Marburg. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u.a. zur Vertreibung der Deutschen aus Polen und zur polnischen Widerstandsbewegung.


























Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20