Die Beiträge nähern sich zeitgenössischen kulturellen Phänomenen
mit dem begrifflichen Instrumentarium der strukturalen
Psychoanalyse. Entlang der lacanschen Dimensionen - Reales,
Symbolisches, Imaginäres - werden Konfigurationen der
Gegenwartskultur und Formen der von ihr hervorgebrachten
Subjektivität systematisch beschreibbar.
Im Vordergrund steht dabei eine Problematik, die heute die
verschiedensten soziokulturellen Felder westlicher Prägung
durchzieht. In der bildenden Kunst z.B. ist der verwundete Körper,
das Ekelhafte in die Sphäre des Faszinierenden gerückt. Sexuelle
und auch politische Identitäten erscheinen als verhandelbare
Größen. Herkömmliche gesellschaftliche Institutionen scheinen ihre
bindende Autorität verloren zu haben. Ist das Symbolische in der
Geschichte der Kultur der Moderne im Verschwinden begriffen oder
weichen allein seine vertrauten Formen? Von Interesse sind die
Bedingungen, Wirkungen und Rezeptionsweisen solcher
Transformationen; dazu gehört auch, mögliche neue Konstellationen
auszuloten.
Die Publikation stellt einen Diskussionszusammenhang zwischen
konkreten Untersuchungen aus verschiedenen Bereichen her, in denen
mit lacanschem Denken gearbeitet wird: Literatur, Kunst, Popkultur,
Recht, Bildung, Politik, Philosophie, Kulturtheorie.
Jochen Bonz, geboren 1969, Kulturwissenschaftler und Autor von zahlreichen Büchern zur Popkultur, u.a. »Sound signatures«. Er lebt mit seiner Familie in Bremen.
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