THE WIRE gehört zum neuen, von der Kritik hochgelobten Quality-TV
und gilt vielen Kommentatoren als die "greatest TV show ever
made". Die "FAZ" feierte die von 2002 bis 2008
ausgestrahlte Serie mit einem ziemlich kühnen Vergleich als
"Ein Balzac für unsere Zeit": "Im urbanen
Mikrokosmos Baltimore entsteht ein hochdifferenziertes Bild der
sozialen Wirklichkeit Amerikas." Es geht um die soziale
Verelendung der vom Kapital verlassenen amerikanischen Großstädte,
die daraus erwachsende Schattenwirtschaft der Drogenkriminalität
und ihre Folgeprobleme, die Hilflosigkeit und Korrumpiertheit von
Politik und Polizei, den virulenten Rassismus und einiges mehr. Ein
Aspekt von THE WIRE ist bislang indes kaum thematisiert worden: Die
ständige Auseinandersetzung, ja der Kampf zwischen organisierter
Kriminalität und Polizei um die Medientechnologien. Schon der Titel
der Serie ist bezeichnend: "wire" (dt: Draht, Kabel,
Leitung) verweist auf das Telefon, andere elektronische
Kommunikationsmittel und Abhörgeräte.
Die kleine Studie zeigt, dass THE WIRE einen zentralen Punkt der
heutigen Gesellschaft trifft - ihr Selbstverständnis ist durch und
durch von Medien abhängige und von Medien geprägte Gesellschaft.
Doch wer hat Zugriff auf die Medien? Wer darf welches Wissen über
wen erlangen? Mediatisierung ist immer auch ein Kampf - den THE
WIRE exemplarisch inszeniert.
Ausstattung/Bilder: 2012. 112 S. m. 40 Fotos. 148 mm
Seitenzahl: 110
Kultur & Kritik Bd.6
Deutsch
Abmessung: 156mm x 106mm x 13mm
Gewicht: 137g
ISBN-13: 9783865057143
ISBN-10: 3865057144
Best.Nr.: 34468858
"THE WIRE ist eine äußerst aktuelle Serie. Der kleine Essay von Jens Schröter ist eine gleichwertige, hilfreiche Vorbereitung für den, der Hintergründe verstehen möchte." (Titel-Magazin)
Jens Schröter, Prof. Dr., geb. 1970, seit 2008 Professor für "Theorie und Praxis multimedialer Systeme" an der Universität Siegen. Projektleiter (zusammen mit Lorenz Engell) des Forschungsprojekts "Die Fernsehserie als Projektion und Reflexion des Wandels" im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms "Mediatisierte Welten". Forschungsschwerpunkte: Theorie und Geschichte digitaler Medien, Theorie und Geschichte der Fotografie, dreidimensionale Bilder, Intermedialität, Medientheorie in Diskussion mit der Wertkritik, auditive Medienkultur.