Venezianische Opernkultur im 17. und 18. Jahrhundert
Das kulturelle Aufblühen Venedigs im 17. und 18. Jahrhundert ähnelt
einem anhaltenden Rauschzustand, der darüber hinwegtäuschen sollte,
dass der politische Stern der Stadt zu sinken begann. Venedig
avancierte damals zur Vergnügungsmetropole Europas, aber auch zu
einem der bedeutendsten Opernzentren. Eine besondere Rolle kam
dabei dem Karneval zu, der nirgendwo so lange und ausgiebig
begangen wurde wie in Venedig. Ist es daher nicht allzu
wahrscheinlich, dass er im venezianischen Operschaffen seine Spuren
hinterlassen hat? Die Autorin Dorit Kreller macht sich auf die
Suche und stößt auf ein ganzes Netzwerk von Wechselbeziehungen
zwischen Karneval, Commedia dell\'Arte und Oper. Aufbauend auf
einer historischen Einführung in die drei Themengebiete bildet die
ausführliche Untersuchung ihrer Merkmale die Grundlage für die
Darstellung der gegenseitigen Einflussnahme. Anhand der
abschließenden Analyse zweier Beispielopern werden die zuvor
aufgestellten Thesen verifiziert. Das Buch richtet sich an Musik-,
Theater- und Kulturwissenschaftler, aber auch an all jene, die sich
für die Operngeschichte Venedigs sowie die Hintergründe von
Karneval und Commedia dell'Arte interessieren.
1977 geboren; 1995-98 Ausbildung zur Buchhändlerin; 1998-2005 Studium der Musikwissenschaft, Romanistik, Psychologie (TU Dresden); 2002 Erasmus-Studium in Padua (Italien); seit 2003 Programmheft-Autorin "Musikwoche Hitzacker" sowie "Sandstein und Musik"; 2005-06 Musikkritikerin für die "Sächsische Zeitung"; seit 2006 im Kulturmanagement tätig