Usambara - Hamann, Christof

Christof Hamann 

Usambara

Roman

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Produktinformation

  • Verlag: Steidl
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 259 S.
  • Seitenzahl: 259
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 138mm x 21mm
  • Gewicht: 430g
  • ISBN-13: 9783865215574
  • ISBN-10: 3865215572
  • Best.Nr.: 22812220
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.11.2007

Der Berg des Schicksals

Der lange Marsch zu sich selbst: Christof Hamann sucht das Usambaraveilchen auf dem Kilimandscharo und klettert über die Abgründe deutscher Kolonialgeschichte.

Leonhard Hagebucher hieß der verkrachte Theologiestudent aus Wilhelm Raabes Roman "Abu Telfan oder Die Heimkehr vom Mondgebirge": ein entgleister, entwurzelter, "fabelhafter" Träumer, der nach zwölf Jahren Gefangenschaft nicht mehr Fuß im heimischen Bumsdorf bei Nippenburg fassen kann. Dennoch: lieber Sklave am Fuße der Mondberge als eine gesicherte Existenz im "germanischen Spießbürgertum".

Wenn Christof Hamann von einem gewissen Leonhard Hagebucher erzählt, der um 1890 im Gefolge der Afrika-Reisenden Hans Meyer und Oscar Baumann den Kilimandscharo bestiegen und das Usambaraveilchen nach Deutschland gebracht haben soll, ist also Vorsicht geboten. Zumal sein Urenkel, der Wuppertaler Postbote Fritz Binder, seine generationenübergreifende Abenteuergeschichte als sesshafter "Sitzzwerg" beginnt: "Von den Hagenbuchers sagte man von Anfang an, dass sie es vor allem mit den Beinen hatten. Sie konnten, so hieß es, träumen mit ihren Beinen. Sich wegträumen an …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Christof Hamann verknüpft in seinem dritten Roman über die Erstbesteigung des Kilimandscharo im damaligen Deutsch-Ostafrika historische Fakten mit der Fiktion des Usambaraveilchen-Entdeckers Leonhard Hagebucher und seines Urenkels und schreibt so den ersten "Afrikafamilienroman", hält Martin Halter fest. Insbesondere die groteske Schilderung eines "Kilimandscharo Benefit Runs 2006", an dem der besagte Urenkel zur Rettung der letzten afrikanischen Gletscher und für den weltweiten Frieden teilnimmt, fand der Rezensent sehr amüsant, auch wenn ihn der Stakkato-Stil, mit dem der Autor die Gedanken des zunehmend erschöpften Läufers festhält, zuletzt doch eher angestrengt hat. Am liebsten aber hat Halter die "tragikomische" Geschichte des Urgroßvaters gelesen, der laut Autor dann doch um die Entdeckerwürden des Usambaraveilchens geprellt wurde.

© Perlentaucher Medien GmbH
Christof Hamann, 1966 geboren, studierte Germanistik, Soziologie, Philosophie und Geschichte in Freiburg, Berlin und Essen und habilitierte sich 2010. Neben wissenschaftlichen Publikationen sind von ihm drei Romane erschienen.

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