Unheilig - Becker, James

James Becker 

Unheilig

Thriller. Deutsche Erstausgabe

Aus d. Engl. v. Ralph Sander
Broschiertes Buch
 
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Unheilig

Am Anfang war der Mord ...

Ein Geheimnis von den Ursprüngen der Kirche, dessen Aufdeckung den Vatikan zum Einsturz bringen wird.Die Kirche wusste ihre Geheimnisse schon immer zu schützen. Doch wie die meisten Menschen kann auch Chris Bronson sich nicht vorstellen, dass sie dafür über Leichen geht. Als er aber nach dem Mord an einer Freundin in ihrem Haus eine kryptische lateinische Inschrift entdeckt, heften sich plötzlich Killer der Mafia an seine Fersen. Alles deutet darauf hin, dass sie im Auftrag des Vatikans arbeiten. Welchem Geheimnis ist Chris Bronson zu nahe gekommen, dass die Kirche morden würde, um es zu bewahren?


Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 414 S.
  • Seitenzahl: 414
  • Blanvalet Taschenbuch Nr.37175
  • Deutsch
  • Abmessung: 181mm x 116mm x 31mm
  • Gewicht: 340g
  • ISBN-13: 9783442371754
  • ISBN-10: 3442371759
  • Best.Nr.: 23816246
James Becker machte Karriere bei der Royal Navy's Fleet Air und diente u. a. im Falklandkrieg. Viele der Schauplätze, die er beruflich besuchte, finden heute Einzug in seine Romane: sei es der Jemen, Nordirland oder Russland. Sein privates Interesse gilt der Antike und dem Mittelalter. In seine Romane flicht er daher auch immer altertümliche Elemente ein, verbindet diese aber gekonnt mit einer modernen, zeitgenössischen Handlung.

Leseprobe zu "Unheilig" von James Becker

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Leseprobe zu "Unheilig" von James Becker

Frühling des Jahres 67 n. Chr. Jotapata, Judäa

Der unbekleidete Jude inmitten der stumm zuschauenden Männer versuchte sich nach Kräften zu wehren, doch es half alles nichts. Auf jedem seiner Arme kniete ein stämmiger römischer Legionär und drückte ihn auf den rauen Holzbalken - das patibulum -, ein dritter Legionär hielt seine Beine fest.

Wie bei jeder Kreuzigung beobachtete Statthalter Vespasian auch diesmal das Geschehen. Soweit ihm bekannt war, hatte dieser Jude kein konkretes Verbrechen gegen das Römische Reich verübt, aber Vespasian hatte längst seine Geduld mit den Verteidigern von Jotapata verloren. Daher ließ er jeden von ihnen hinrichten, den seine Armee zu fassen bekam.

Der Legionär, der den linken Arm des Juden auf den Balken presste, verringerte den Druck ein wenig, sodass es einem weiteren Mann möglich war, um das Handgelenk des Opfers ein dickes Tuch zu wickeln. Die Römer waren Experten für diese Hinrichtungsmethode, sie hatten genügend Erfahrung gesammelt, um sie zu perfektionieren. Sie wussten, der Stoff sorgte dafür, dass das Blut nicht zu

schnell aus den Wunden strömte. Eine öffentliche Kreuzigung sollte langsam und schmerzhaft ablaufen, es war keineswegs erwünscht, dass ein Gekreuzigter innerhalb weniger Stunden verblutete.

Üblicherweise wurden zur Kreuzigung vorgesehene Juden vorher noch ausgepeitscht, doch Vespasians Männer hatten weder die Zeit dafür, noch wollten sie sich die Mühe machen. Zudem wussten sie, dass der Tod bei einem nicht ausgepeitschten Opfer erst später eintrat. Auf diese Weise ließ sich die kompromisslose Haltung des Statthalters gegenüber der belagerten Stadt, die kaum mehr als einen Steinwurf entfernt war, zusätzlich unterstreichen.

Nachdem das Handgelenk festgebunden war, wurde der Arm des Mannes wieder auf den mit alten Blutflecken übersäten Holzbalken gedrückt. Ein Centurio kam mit Hammer und Nägeln in der Hand näher. Die Nägel waren rund zwanzig Zentimeter lang, sie hatten einen dicken Stift und einen breiten, flachen Kopf. Sie waren speziell für diesen Verwendungszweck angefertigt und so wie die Kreuze schon oft wiederverwendet worden.

"Halt ihn fest", fuhr der Centurio den Legionär an und beugte sich vor.

Der Jude versteifte sich, als er spürte, wie die Nagelspitze auf seinem Handgelenk aufgesetzt wurde. Als der Centurio den Hammer mit viel Schwung herabfahren ließ, schrie der Mann auf. Es war ein kraftvoller, zielsicherer Schlag, der den Nagel durch Fleisch und Knochen jagte und ihn tief ins Holz trieb. Dabei durchtrennte er den Mittelarmnerv, sodass der Schmerz der eigentlichen Verletzung durch einen anhaltenden, intensiven Schmerz ergänzt wurde, der den ganzen Arm des Mannes erfasste.

Blut spritzte aus der Wunde und verteilte sich auf dem Boden rings um das patibulum. Gut die Hälfte des Nagels ragte noch aus dem bereits blutgetränkten Stoff um das Handgelenk des Mannes. Es waren nur zwei weitere kraftvolle Schläge nötig, dann presste der breite Kopf Lappen und Arm so fest gegen den Balken, dass das Blut deutlich langsamer austrat.

Der Jude stieß bei jedem Schlag einen weiteren durchdringenden Schrei aus, dann verlor er die Kontrolle über seine Blase. Das Rinnsal Urin auf dem staubigen Boden veranlasste ein paar der umstehenden Legionäre zu einem gehässigen Lächeln, doch die meisten nahmen davon gar keine Notiz. So wie Vespasian waren auch sie müde - seit mehr als hundert Jahren lieferten sich die Römer immer wieder Kämpfe mit den Bewohnern Judäas -, und in den letzten zwölf Monaten hatte jeder von ihnen so viel Tod und Leid gesehen, dass eine weitere Kreuzigung für sie nur ein Zeitvertreib von kurzer Dauer war.

Es waren schwere Kämpfe, die keineswegs einseitig verliefen. Nur zehn Monate zuvor hatte sich die komplette römische Garnison in Jerusalem den Juden ergeben, die hatten jeden Legionär sofort gehängt. Von dem Moment an war ein Krieg, der von erbitterten Gefechten geprägt war, nicht mehr zu vermeiden gewesen. Nun waren die Römer in Judäa einmarschiert. Vespasian befehligte die fünfte Legion - Fretensis - ebenso wie die zehnte - Macedonica -, während sein Sohn Titus vor Kurzem mit der fünfzehnten - Apollinaris - eingetroffen war. Zur Armee gehörten auch Hilfstruppen und berittene Einheiten.

Der Legionär ließ den Arm des Opfers los und stand auf, während der Centurio um den Mann herumging und sich neben dessen rechten Arm kniete. Der Jude konnte ihm nicht mehr entkommen, auch wenn er noch so laut schrie und sich heftiger als zuvor wand. Kaum war das rechte Handgelenk mit Stoff umwickelt, schlug der Centurio auch den zweiten Nagel ein und stand dann auf.

Der aufrecht stehende Längsbalken des T-förmigen Taukreuzes - der stipes - war fester Bestandteil des römischen Lagers. Die Lager der drei Legionen befanden sich etwas oberhalb der Stadt auf einer Anhöhe, in jedem von ihnen hatte man je fünfzig dieser Kreuze aufgestellt, auf die man von Jotapata aus uneingeschränkte Sicht hatte. Nur wenige von ihnen waren noch frei, von den Gekreuzigten war erst gut die Hälfte tot.

Auf den Befehl des Centurio hin hoben vier Legionäre das patibulum hoch und trugen es fort, wobei sie den noch lauter schreienden Juden über den felsigen Untergrund hinter sich her schleiften. Zu beiden Seiten des stipes standen breite Trittleitern, und fast ohne stehen zu bleiben stiegen die vier Legionäre die Stufen hinauf, um das patibulum in die dafür vorgesehene Aussparung auf der Spitze des stipes einzusetzen.

Sobald die Füße des Juden den Boden nicht mehr berührten und das gesamte Körpergewicht von den festgenagelten Armen getragen werden musste, wurden beide Schultergelenke ausgekugelt. Seine Füße suchten nach irgendeinem Halt, damit die grauenhaften Schmerzen in seinen Armen ein wenig gelindert würden. Mit der rechten Ferse fand er einen am stipes befestigten Holzklotz, auf den er beide Füße stellte, damit er sich hochdrücken und seine Arme entlasten konnte. Das war natürlich genau das Ziel, das die Römer mit diesem Klotz verfolgten. Kaum hatte er seine Beine durchgedrückt, spürte der Jude, wie seine Füße von groben Händen gepackt und zur Seite gedreht wurden. Nur Sekunden später trieb der Centurio mit einem einzigen Schlag einen Nagel durch beide Fersen, sodass der Mann auch seine Beine nicht mehr bewegen konnte.

Vespasian betrachtete den sterbenden Mann, der wie ein gefangenes Insekt vergeblich zappelte und dessen Schmerzensschreie bereits schwächer wurden. Er wandte sich von dem Kreuz ab und schirmte seine Augen gegen die untergehende Sonne ab. In zwei, spätestens in drei Tagen wäre der Jude tot. Die Kreuzigung war erledigt, die Gruppe löste sich auf. Die Legionäre kehrten ins Lager zurück, um sich dort wieder ihren Aufgaben zu widmen.

Jedes Lager des römischen Militärs war identisch aufgebaut: Es wurde von einem quadratischen Netz aus Straßen durchzogen, die in jedem Lager die gleichen Namen trugen und es in verschiedene Bereiche unterteilten. Umgeben war das Ganze von einer Palisade und einem Graben. Die einfachen Legionäre und die Offiziere waren in getrennten Zelten untergebracht. Das Lager der Fretensis-Legion war das mittlere der drei, und Vespasians persönliches Zelt befand sich - so wie das von jedem befehlshabenden Legionskommandeur in einem Lager - am Kopf der Via Principalis, des Hauptwegs, und damit direkt vor dem Hauptquartier.

Die Taukreuze waren in einer provozierenden Linie vor allen drei Lagern aufgestellt worden, um den Verteidigern von Jotapata permanent vor Augen zu halten, welches Schicksal sie erwartete, sollten sie von den Römern gefangen genommen werden.Vespasian nahm den Salut der Wachposten zur Kenntnis, als er das Tor im Palisadenzaun durchschritt. Er war Soldat mit Leib und Seele. Als Heerführer stand er an der vordersten Front seiner Armee, gemeinsam mit seinen Männern feierte er jeden Triumph und beklagte jeden Rückzug.

Kundenbewertungen zu "Unheilig" von "James Becker"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von cannondale0_0 am 12.08.2011 ***** sehr gut
Hab's in einem Rutsch gelesen, sehr spannend. Unbedingt zu empfehlen

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Bewertung von mcmanu aus Berlin am 05.01.2011 ***** sehr gut
Wer Thriller mit historischen Hintergrund, mit bezug auf Vatikan, Christentum, Kirche und Templer mag, hat hier genau das richitge gefunden. Klar werden einige sagen, nicht schon wieder dieses Thema, aber dieses Buch zu lesen lohnt sich, denn es ist trotz der bereits so oft beschriebenen Themen, doch anders. Das Buch ist spannend geschrieben, sodaß man es ungern aus der Hand legen möchte. Sehr gut recherchiert mit sehr interessanten, geschichtlichen Erklärungen am Schluß. Hoffentlich finde ich bald wieder so ein tolles Buch.

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15 von 17 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von rübe am 18.09.2010 ***** sehr gut
Spannend und Fesselnd

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Bewertung von Silke aus Köln am 16.07.2009 ***** sehr gut
Wer sich für Themen rund um die katholische Kirche interessiert, trifft mit diesem Buch ein sehr gute Wahl!!!
Es ist flüssig geschrieben, ohne "Ziehseiten".
Das Buch ist sehr interessant und spannend, wenn auch ein wenig vorhersehbar!
Das perfekte Buch für den Strand!

13 von 13 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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