Überm Rauschen - Scheuer, Norbert

Norbert Scheuer 

Überm Rauschen

Roman

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Überm Rauschen

"Scheuer ist ein stiller, ein großer Erzähler." -- Martin Lüdke im 'Focus'

Einst gingen die Brüder und der Vater gemeinsam fischen, das Rauschen des Wehrs hinter der Gaststätte in der Eifel, in der sie aufwuchsen, belebte ihre Kindheit mit Phantasien. Der Vater aber, der immer auf der Suche nach einem mythischen Urfisch war, ist lange tot. Hermann, der ältere Bruder, musste in die Klinik. Der jüngere Bruder ist zurückgekehrt und lässt das Leben der Familie und sein eigenes Revue passieren. Norbert Scheuers Roman erschafft mit seiner genauen und poetischen Sprache eine ganze Welt - voller Trauer und Schönheit.
Shortlist des Deutschen Buchpreises 2009


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 165 S. m. Illustr. 191 mm
  • Seitenzahl: 176
  • dtv Taschenbücher Bd.14008
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 120mm x 15mm
  • Gewicht: 200g
  • ISBN-13: 9783423140089
  • ISBN-10: 3423140089
  • Best.Nr.: 32577982
"Scheuer ist ein stiller, ein großer Erzähler." Martin Lüdke im "Focus"

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.10.2009

In Kall und Prüm, an Urft und Kyll

Alles ist im Fluss, doch unentzifferbar: Der für den Buchpreis nominierte Norbert Scheuer webt weiter am Universum seiner Geschichten, die die Eifel in eine Literaturlandschaft verwandeln.

Von Gerhard Schulz

Zwar bin ich weit in der Welt herumgekommen, aber in der Eifel bin ich noch nie gewesen, nicht aus Vorsatz, sondern weil es keinen bestimmten Grund dafür gab, dorthin zu reisen. Die Alpen und das Lausitzer Bergland waren näher und reizvoller. Vielleicht war an meinem Zögern aber auch der beklemmende Eindruck schuld, den mir Edgar Reitz vor mehr als zwei Jahrzehnten durch sein monumentales Filmepos "Heimat" verschafft hat, dessen Bilder von der benachbarten Landschaft des Hunsrück mich frösteln machten, als sie hier in Australien, wo ich lebe, vom Fernsehen ausgestrahlt wurden. Da konnten sie geradezu abkühlend wie eine filmische Klimaanlage wirken.

Aber dieser Eindruck war wohl eher ein Vorurteil - gegen das die Bücher von Norbert Scheuer heute wie ein Korrektiv wirken. "Überm Rauschen" heißt der jüngste, in dieser Zeitung vorabgedruckte und jetzt in der engsten Wahl für den Deutschen …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Nicht manieriert findet Andrea Lüthi Norbert Scheuers Gesamtbild einer Kindheit in der Eifel, das mit Metaphern nicht spart, aber so, dass die kauzigen Eigenbrötler in ihrer magischen Parallelwelt ganz gut bedient sind, wie Lüthi erklärt. Der Roman, teilt sie uns mit, kreist um einen Erinnerungen freisetzenden Fluss mit mythischen Qualitäten, um Familie und Vater und Sohn. Die "raue" Poesie und die Melancholie kennt Lüthi schon aus früheren Werken des Autors, wie auch so manches Detail der hier ausgebreiteten Lebensgeschichten, die von der Veränderung einer ganzen Landschaft Zeugnis geben.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.09.2009

Im Takt des Immergleichen
Auf der Shortlist zum Buchpreis 2009: Wenn man sich in einen Fisch verwandeln will – Norbert Scheuers Roman „Überm Rauschen”
In seinem Titel führt dieses schmale reiche Buch das Rauschen eines Wehrs an einem Fluss in der Eifel. Wer es nur flüchtig liest, der könnte meinen, es sei eine einzige Hommage an den Fluss, die Fische und das Angeln, zumal das Fliegenfischen. Aber die Lebensgeschichten, die hier erinnert werden, gehen nicht wie in einem alten Märchen lediglich aus dem Fluss hervor, sondern aus der Landschaft insgesamt, und das ist ein beträchtlicher Unterschied. Die Eifel mag für ihre Naturschönheiten berühmt sein, aber die Landschaft ist in diesem Buch keine Naturlandschaft, sondern imprägniert vom Geist der Industrie, vollgesogen von der jüngeren Geschichte und vom Krieg, der ihr den Westwall, manchen Bunker und Zuwanderer wie jenen alten Mann beschert hat, der am Tresen Fotografien des unzerstörten Königsberg herumzeigt und Kants „kategorischen Imperativ” aufsagt.
Der Schriftsteller Norbert Scheuer, 1951 geboren in Prüm, kehrt nun schon seit mehreren Büchern, etwa in dem Roman „Flussabwärts” (2002) …

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Norbert Scheuer, 1951 geboren, studierte physikalische Technik und Philosophie. 1993 erschien sein Erzählband «Der Hahnenkönig», 1997 sein Gedichtband «Ein Echo von allem» und 1999 sein Roman «Der Steinesammler». Bei C.H.Beck erschienen der Roman «Flussabwärts» (2002) und der Roman in Erzählungen «Kall, Eifel» (2006). 2010 wird der Roman «Der Steinesammler» bei C.H.Beck neu aufgelegt. Norbert Scheuer erhielt zahlreiche Literaturpreise, zuletzt den Martha-Saalfeld-Förderpreis (2003), den 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb (2006) und den Glaser-Preis (2006). Er arbeitet als Systemprogrammierer.

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