Schon in ihren Brunetti-Romanen interessiert sich Donna Leon nicht
nur für kriminelle Mißstände, sondern auch für die Genüsse des
Lebens. Die hier versammelten Geschichten handeln nicht nur von
guten Speisen, sondern auch von ihrer Leidenschaft für Bücher und
die Oper und von der Erholung in den Bergen. Und als Amerikanerin
in Venedig schreibt Donna Leon nicht bloß über Bella Italia,
sondern auch über die Mafia und Machos. Von Venedig blickt sie
hinüber nach Amerika, dem Iran oder Saudi-Arabien. In ihrer
direkten Art nimmt Donna Leon Unvermutetes aufs Korn: Warum ist es
nicht erstrebenswert, außerordentlicher amerikanischer Konsul zu
werden? Und wie findet man für die beste Freundin in New York einen
Mann? Worüber reden Crime Ladies wie Barbara Vine und Donna Leon,
wenn sie gemeinsam dinieren? Und warum weint man beim Lesen von
Romanen leichter als in der Wirklichkeit? Apropos: Wie schreibt man
einen Kriminalroman? Und was tun Maulwürfe eigentlich Sonntag
morgens um halb neun? Vielseitig, wie sie ist, stellt sich Donna
Leon unerschrocken manche Frage – und bleibt dabei sich selber
treu. Ihr Blick ist ebenso unbestechlich wie anteilnehmend, und
eines fehlt nie: der Humor.
Donna Leon wurde in New Jersey, USA, geboren und lebt seit über zehn Jahren in Venedig. Sie unterrichtet englische Literatur in Vicenza, einer Außenstelle der Universität Maryland auf einem US-Luftwaffenstützpunkt. Ihr Erstling, ein Venedigkrimi mit Opernatmosphäre, wurde mit dem renommierten japanischen Suntory-Preis für den besten Kriminalroman des Jahres 1991 ausgezeichnet.