Tumult und Grazie - Ott, Karl-Heinz

Karl-Heinz Ott 

Tumult und Grazie

Über Georg Friedrich Händel

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Tumult und Grazie

Zum 250. Todesjahr von Georg Friedrich Händel - ein großer erzählerischer Essay von Karl-Heinz Ott. Die Oper, London, Kastraten und Diven prägen Händels Welt, aber auch Philosophen, die über der Frage, ob man die Theater verbieten solle, zu Erzfeinden werden. Dieses so kluge wie unterhaltsame Buch über den bedeutenden Komponisten rückt die Musik des 18. Jahrhunderts in den Blick und handelt dabei auch von unserer Gegenwart.
Der Schriftsteller Karl-Heinz Ott hat lange als Operndramaturg gearbeitet und zahlreiche Essays über Musik veröffentlicht. Mit seinem Händel-Buch eröffnet er auch dem Laien eine Welt, die über das rein Musikalische weit hinausweist. Er führt nicht nur vor, wie eng musikalische Ausdrucksmittel, geschichtliche Entwicklungen und philosophische Grundsatzfragen miteinander zusammenhängen, sondern beweist vor allem, dass sich profundes Wissen auch mitreißend vermitteln lässt. Wer das 18. Jahrhundert Georg Friedrich Händels erkunden will, sieht sich unversehens mit dem Heute konfrontiert. Und sei es nur, dass man sich fragt, warum Barockmusik seit einiger Zeit nicht mehr so langweilig wie noch vor fünfzig Jahren klingt und was das mit unserer Vorstellung von Musik zu tun hat.


Produktinformation

  • Verlag: Hoffmann Und Campe
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 317 S.
  • Seitenzahl: 317
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 136mm x 33mm
  • Gewicht: 452g
  • ISBN-13: 9783455500912
  • ISBN-10: 3455500919
  • Best.Nr.: 23809613

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Jens Jessen kann nicht anders als den Mut zu bewundern, den Karl-Heinz Ott dazu bewogen hat, nach drei Romanen jetzt ein Sachbuch über Georg Friedrich Händel nachzulegen. Und er muss auch zugeben, dass er bereits den Titel ziemlich gelungen findet, komme das doch dem Händel'schen Werk recht nahe. Und da die Werkkenntnisse des Autors beeindruckend sind und dieser mit so manchem Notenbeispiel seine Thesen unterfüttere, sei Otts Begeisterung für Händel richtig ansteckend, meint Jessen. Besonders verdienstvoll sei es aber, dass der Autor Händel gegenüber Bach "rehabilitiert", dessen "Ernst" man seit dem 18. Jahrhundert immer wieder gegen das vermeintlich allzu "Süße" von Händels Kompositionen ausgespielt hat, wie der Autor nachweist. Schade nur, dass die Struktur des Buches so unlogisch ist und der Autor unverdrossen seinen "Abschweifungen" folgt, beklagt sich der Rezensent, der zugeben muss, dass ihn das so ungeordnet aufgetürmte Wissen ziemlich erschöpft hat.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.03.2009

Triumph der Zeit und der Wahrheit
Hier spiegelt und bricht sich ein ganzes Zeitalter: Karl-Heinz Otts kluges Händel-Buch „Tumult und Grazie”
Im ersten Ansehen scheint die Idee, eine bedeutende Gestalt biographisch zu erfassen, also deren irdisches Leben und Streben nach bestem Wissen und Gewissen nachzuerzählen, bestechend zu sein. Was an Zeugnissen, Selbstaussagen und anderen Dokumenten vorhanden ist, lässt sich dabei in eine chronologisch und entwicklungsmäßig einleuchtende Ordnung bringen, die im besten Falle das Porträt einer bestimmten Existenz abgibt. Doch je weniger sicher und umfangreich die Faktenlage ist, desto mehr gerät diese Nacherzählung ins Spekulieren, Vermuten, Argwöhnen, Behaupten und zuletzt Unterstellen.
Dass wir von Bach oder Händel an harten Tatsachen ziemlich wenig haben, um ihren Lebensweg detailliert nachzeichnen zu können, ist bekannt. Trotzdem oder gerade deswegen sind allerlei Ansichten und Vermutungen über die so verschiedenen Leben der beiden munter ins Kraut geschossen: War Händel schwul? Ist er Bach oder Bach ihm aus dem Weg gegangen? Hätte Bach Opern komponieren wollen, wenn er gekonnt hätte? Von romanhaften …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.04.2009

Händel hoch!
Das Werk ruft: Was man zum Jubiläum lesen, sehen, hören muss. Und was lieber nicht

Karl-Heinz Otts Buch kennt nur zwei Bösewichte: Adorno und Adornos Bach. Ein Missverständnis.

Bis jetzt liegen elf neue Händelbücher zum Händelgedenkjahr auf dem Tisch. Nicht zu viele, verglichen mit der Kiste Mozartbücher vom Mozartjahr. Aber wie im mozartschen, so gibt es auch in Händels Lebensroman mehr blinde Flecken als zuverlässige Fakten.

Geboren, gestorben, gereist von hier nach da, gelernt bei diesem und jenem. Dazu kommen drei oder vier Anekdoten, die bereits ein Jahr nach Händels Tod vom Reverend John Mainwaring zusammengetragen worden waren für seine "Memoirs of the Life of the Late George Frederic Handel" (London 1760) - die erste Musikerbiographie der Musikgeschichte überhaupt, ein Büchlein, von dem sich alle weiteren Händelbiographien seither nährten und das, übersetzt, ergänzt, kommentiert, nie ganz vergriffen war. Zurzeit kann man den Mainwaring als Faksimile-Edition bei Travis & Emerey Music Books bekommen (über den JPC-Versandhandel im Sonderangebot für 15,72 Euro). Wer sich dazu gleich auch noch die …

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Karl-Heinz Ott wurde 1957 in Ehingen an der Donau geboren und studierte Philosophie, Germanistik und Musikwissenschaft. Anschließend arbeitete er als Dramaturg an den Theatern in Freiburg, Basel und Zürich. 1998 erschien sein Romandebüt Ins Offene, das mit dem Friedrich-Hölderlin-Förderpreis sowie dem Thaddäus-Troll-Preis ausgezeichnet wurde. Für seinen zweiten Roman Endlich Stille, der 2005 bei Hoffmann und Campe herauskam, erhielt er den Alemannischen Literaturpreis, den Candide-Preis sowie den Preis der LiteraTour Nord. 2007 erschien von ihm Heimatkunde. Baden. Karl-Heinz Ott lebt in Freiburg.

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