Traum aus Stein und Federn - Bernieres, Louis de

Louis de Bernieres 

Traum aus Stein und Federn

Roman

Dtsch. v. Manfred Allie u. Gabriele Kempf-Allie
Gebundenes Buch
 
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Traum aus Stein und Federn

In einem atemberaubenden epischen Roman macht Louis de Bernieres eine vergessene Stadt im Südwesten Anatoliens zur Mitte der Welt. Mit schillernden Farben erschafft er einen Kosmos, in dem vor 100 Jahren Türken und Griechen, Christen und Muslime in Frieden nebeneinander lebten. Louis de Bernières lässt Iskander den Töpfer auftreten, dessen skurrilen Sprichworte als weise gelten, Georgio den Händler, der sein Glück sucht und einen Brunnen stiftet, Rustem Bey, der osmanische Landbesitzer, der eine Frau verliert und in Istanbul eine Mätresse findet, und schließlich die schöne Philotei, an deren Liebe zu Ibrahim sich die Stadt entzweit.

An ihrer Leidenschaft zerreißt das fragile Gewebe aus gemeinsamer Not und karger Freundschaft, aus kleinen Betrügereien und großen Heldentaten. Hatte man bis vor kurzem noch Türkisch mit griechischen Buchstaben notiert, stirbt die Toleranz über Nacht und werden Nachbarn zu Mördern, bis im Untergang des Osmanischen Reiches ganze Völker ihr Land verlier


Produktinformation

  • Abmessung: 222mm x 154mm x 56mm
  • Gewicht: 921g
  • ISBN-13: 9783100071255
  • ISBN-10: 3100071255
  • Best.Nr.: 13010830
"Ein überwältigender, poetischer Roman über die wichtigen Dinge des Lebens: Liebe, Tod, Ehre, Scheitern und Schuld. Großartig geschrieben, in jeder Hinsicht hervorragend."<br />New York Times

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.01.2005

Der Parasit der Literatur
Der Engländer Louis de Bernières klaut auf der ganzen Welt Ideen und Geschichten und macht daraus große Romane

Er trägt eine weite Hose und ein weißes Hemd, und über dem weißen Hemd trägt er einen cremefarbenen Pullover. In der Mitte hat der Pullover ein Loch. Er sieht nicht aus wie ein Millionär, und doch muß er einer sein. Schließlich hat sich sein Roman "Corellis Mandoline" zwei Millionen Mal verkauft. Und später ist die Liebesgeschichte in Zeiten des Krieges verfilmt worden, mit Nicolas Cage und Penélope Cruz und John Hurt in den Hauptrollen.

Zehn Jahre sind seit dem Erscheinen von "Corellis Mandoline" vergangen, zehn Jahre, in denen der Engländern Louis de Bernières ein paar schmale Bücher veröffentlicht hat, eins über einen roten Hund und eins über einen Sonntagmorgen am Mittelpunkt der Erde. Und während dieser Zeit hat er auch an einem dicken Buch gearbeitet. An einem großen Roman. An einem Monumentalroman mit dem Titel "Traum aus Stein und Federn", der jetzt auf deutsch erschienen ist. Sechshundertsiebzig Seiten lang und doch nur halb so umfangreich wie das bekannteste Werk seines Vorbildes, …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.06.2005

Geölte Teppiche fliegen nicht
Louis de Bernières Roman „Traum aus Stein und Federn”
Gott ist bekanntlich der größte aller Geschichtenerzähler, aber wenn er sich zu einem Schläfchen zurückzieht, müssen andere diesen Part übernehmen. Das unaufhörliche Nachdrängen der Anwärter lässt darauf schließen, dass Gott vergessen hat, den Wecker zu stellen. Zum Wettbewerb „Wer schreibt das dickste und duftgeschwängertste Epos der Nachpostmoderne?” ist nun auch der britische Schriftsteller Louis de Bernières angetreten, der vor elf Jahren mit dem vergleichsweise übersichtlichen Roman „Corellis Mandoline” einen internationalen Bestseller landete. Das Elend der Welt und ein traumatisches Jugenderlebnis haben den ehemals tiefgläubigen Nachfahren hugenottischer Flüchtlinge zu der Überzeugung geführt, dass Gott praktisch im Koma liegt. Vorsichtiger, aber auch misstrauischer lässt er es einen der zahlreichen Erzähler in seinem neuen Monumentalwerk „Traum aus Stein und Federn” formulieren: „Hin und wieder frage ich mich, ob Gott nicht manchmal schläft oder den Blick abwendet, ob es womöglich sogar eine göttliche Bosheit gibt.”
Iskander, …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

" Dieser Roman ist "nicht mehr und nicht weniger als der Versuch, die Geschichte vom Ende des Osmanischen Reiches und der Gründung der modernen Türkei mit den Mitteln der Literatur zu fassen", erklärt der tiefbeeindruckte Rezensent Kolja Mensing. Wie er berichtet, gibt es in diesem Roman zwei Erzählstränge: Zum einen ist es die Geschichte eines türkischen Dorfes, in dem Anfang des 20. Jahrhunderts griechisch-orthodoxe Christen und Moslems friedlich miteinander leben, bis der Erste Weltkrieg dem ein Ende bereitet. Im Zentrum dieser Geschichte stehe das kurze Leben des märchenhaft schönen Christenmädchens Philothei, das dem moslemischen Ziegenhirten Ibrahim versprochen ist. Doch neben den unzähligen, frei erfundenen Figuren und Dramen aus dem Dorf Eskibahce zeichnet der britische Schriftsteller Louis de Bernieres in kurzen Kapiteln wie nebenbei auch noch das "ganz und gar nicht fiktive Leben" Mustafa Kemal Attatürks nach, so Mensing. In England wurde das Buch mit Tolstois "Krieg und Frieden" verglichen. Mensing lehnt den Vergleich nicht ab, findet die Gemeinsamkeiten jedoch weniger interessant als die Unterschiede zu Tolstois Werk: Während …

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Louis de Bernières, geb. 1954 in London, wuchs im Nahen Osten auf. Nach Lehr- und Wanderjahren in Lateinamerika lebt er heute als Schriftsteller in London.

Kundenbewertungen zu "Traum aus Stein und Federn" von "Louis de Bernieres"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** gut)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
 
(1)
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Bewertung von aha,ahi aus Osnabrück am 26.08.2011 ***** ausgezeichnet
Ich habe den Roman gerade zum vierten Mal innerhalb der letzten Jahre gelesen, weil ich ihn wegen seiner Vielschichtigkeit so faszinierend finde. Von "Oberflächlichkeit", Vorurteilen oder gar "groben Worten" kann keine Rede sein! Da verwechselt offensichtlich jemand die Sicht einiger Protagonisten mit der des Autors.
Mir gefällt besonders gut, dass aus so vielen verschiedenen Perspektiven die Umbruchzeit vom osmanischen Reich hin zur Türkei Atatürks lebendig wird, dass sich all dies in seinen ganzen erschreckenden Auswirkungen auf das Leben der Menschen in einer kleinen Stadt an der lykischen Küste spiegelt und dass hinter allem ein zutiefst menschliches Plädoyer für (nicht nur religiöse) Toleranz spürbar wird. Der Roman enthält zwar auch ungeheuer drastische Gewalt- und Kriegsschilderungen, aber eben auch ausgesprochen poetische, mitunter sogar humorvolle Passagen.
Der Roman macht nachvollziehbar, wie viele Konflikte in dieser Region entstanden sind, macht den Hass verstehbar, der teilweise bis heute nachwirkt. Aber bei aller Tragik gibt es immer wieder Momente der Einsicht, der Freundschaft, der Liebe und der Hoffnung.
Die Protagonisten und ihre Handlungen sind eben nicht holzschnittartig in Schwarz-Weiß-Manier gezeichnet, sondern hin und hergerissen zwischen gutem Willen, (auch falschen) Idealen, persönlichen Wünschen und den Beziehungen zur Dorfgemeinschaft, werden durch Unwissen und Machtpolitik verstrickt in Schuld und Sühne.
Ich bin jedes Mal regelrecht eingetaucht in diesen Mikrokosmos, in dem sich ein Stück Weltgeschichte manifestiert. Und ich kann nur sagen, dass ich einiges jetzt besser verstehe, wenn ich mal wieder in der Türkei Urlaub mache: Zum Beispiel die auch heute noch immer mal wieder hochkochenden Animositäten zwischen Griechenland und der Türkei auf Zypern oder in der Ägäis, die Beziehungen zu Armeniern oder Kurden, das Nebeneinander von aufgeklärter, säkularer Haltung auch bei Muslimen und dem ängstlichen Klammern an engstirnige Traditionen und einen dogmatischen Islam.
Meine Empfehlung: Selber lesen, vorurteilsfrei auf sich wirken lassen und sich seine eigene Meinung bilden!

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Bewertung von Dr. T. Pan. am 30.04.2006 ***** schlecht
Poetisch interessant – inhaltlich katastrophal!

Ich habe das Buch mit Interesse und viel Geduld gelesen. Bis auf den Teil der völlig zerklüfteten Geschichte, der mit gefühlvollen Worten fast nebenbei drei unabhängige Liebesgeschichten, nämlich die des Hirten Ibrahim und der schönen Philothei, die des Großgrundbesitzers Rustem Bay und der untreuen Tamara und die des Jungen Karatavuk und seiner Eltern sowie seines Freundes erzählt, ist der Rest des Buches ein Wirrwarr aus vorurteilsvollen Klischees und unerträglich einseitiger Möchtegern-Geschichtsschreibung und -deutung

Lous de Bernieres, der im Nahen Osten aufgewachsen ist, hat sich mit diesem Buch als treuer Verehrer der Türken und insbesondere des Diktators und Politikers Mustafa Kemal Atatürk in huldigender Weise qualifiziert. Als ernstzunehmender, aufklärender und integrierender Buchautor hat er sich bei mir aber leider disqualifiziert.

Zu billig, zu oberflächig und zu offenkundig ist sein Weltbild und sind seine Erklärungsversuche über die vermeintlich wahren Hintergründe und Folgen des Endes des Osmanischen Reiches Anfang des 20. Jahrhunderts.

Mit grobschlächtigen Worten wird in dieser Geschichte über alle Völker und Volksgruppen, die von den (türkischen) Osmanen in und um die heutige Türkei Jahrhunderte lang zwar teilweise toleriert, aber ebenso systematisch kurz gehalten und unterdrückt wurden und die sich aber ab 1821 mit gutem Recht begonnen haben, von ihrem Joch zu befreien, hergezogen. Nur die Italiener und die Deutschen, die bekanntlich die Türken während der in der Geschichte beschriebenen Zeit unterstützten, kommen gut dabei weg. Am schlimmsten waren und sind aber nach den einseitigen Beschreibungen in diesem Buch die Russen, die Armenier, die Engländer und insbesondere die Griechen: Letztere sind an allem Schuld, auch an ihrem Exodus 1923 und an ihren Todesmärschen 10 Jahre zuvor. Griechen sind – je nachdem was dem Geschichteerzähler gerade besser passt – wie „Vieh“ oder wie „Hunde“. Sie sind „habgierig, falsch und machen Geschäfte mit den Mördern ihrer Mütter“. Sie sind „brutal, streitsüchtig und nachtragend, weil sie z.B. einer Kultur nachweinen die sie angeblich nie hatten. Das einzig gute an den Griechen in der Osmanischen Zeit war nach Ansicht des Autors, dass sie (obwohl eigentlich viele davon „schwachsinnig“) trotzdem irgendwie gebildet waren („Ärzte, Kaufleute“) und dass unter den „Huren die griechischen die besten waren“, so sein erzählender Soldat Fikret – Was für eine demütigende und unverantwortliche Weltanschauung!

Genauso klischeehaft, beschwichtigend, verharmlosend und sogar rechtfertigend wird über die Völkermorde, die in dieser Zeit von den türkischen Osmanen und den Jungtürken an Millionen von Armenien, Aramäern und sonstigen Christen systematisch begangen wurden, kurzum hinweggegangen.

Als Ausgleich dafür werden in dieser Geschichte die Türken als die Guten, die Liebsten, die Heldenhaftesten (z.B. Iskander: „Türke heißt Stärke“) und die Klügsten (Mustafa Kemal) ausgiebig beschrieben und gepriesen. Ich bin gespannt, wann der Autor vom türkischen Staat oder entsprechenden Institutionen aufgrund dieser Geschichte für einen Orden vorgeschlagen wird.
Der Roman ist nicht dazu geeignet, alte Vorurteile zu beseitigen und für die Verständigung der Betroffenen Volksgruppen zu sorgen. Schade.

Es gibt 1 Kommentar zu dieser Bewertung
  • Gugelhupf24 aus Kiel am 30.11.2010
    Dem Verfasser sollte man mit einem Zitat aus seiner eigenen Schmähschrift antworten:
    "Zu billig, zu oberflächig und zu offenkundig ist sein Weltbild."
    Wer unvoreingenommen diesem Buch …mehr
     (Inhalt anstößig?)

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