Träume süß, mein Mädchen - Fielding, Joy

Joy Fielding 

Träume süß, mein Mädchen

Roman

Dtsch. v. Kristian Lutze
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Träume süß, mein Mädchen

"Dieses Buch lässt einen atemlos zurück!" -- The New York Times

"Joy Fieldings neuer Roman ist voller rasanter Wendungen, denen man gebannt folgt - hochspannend und packend zu lesen!" -- Publishers Weekly

"Fielding in Hochform!" -- Neue Woche

Die dramatische Geschichte einer jungen Frau, die bedingungslos vertraut - und unversehens zum Spielzeug des Teufels wird.Die 29-jährige Jamie Kellog lebt in Florida und hat mit Männern bisher kein Glück gehabt. Alles ändert sich jedoch, als sie Brad Fisher begegnet. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie das Gefühl, wirklich verstanden zu werden, und sie schenkt Brad ihr ganzes Vertrauen. Als die beiden wenig später zu einer Reise aufbrechen, ist Jamie überglücklich. Doch Brad ist in Wahrheit ein skrupelloser Killer - und ehe Jamie es sich versieht, wird sie zum wehrlosen Spielzeug eines Psychopathen, der es versteht, sie sich mit perfiden Methoden gefügig zu machen ...


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 415 S.
  • Seitenzahl: 416
  • Goldmann Taschenbücher Bd.46659
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 120mm x 29mm
  • Gewicht: 345g
  • ISBN-13: 9783442466597
  • ISBN-10: 3442466598
  • Best.Nr.: 23332983
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.03.2009

Von finsteren Schurken und Mordgedanken

Krimis verkaufen sich besser denn je. Manchmal kämpfen Kommissare schon gegen Finanzhaie.

VON CARSTEN GERMIS

Krimis sind in der Krise beliebter denn je. Angesichts platzender Subprime-Kredite und Banker, die Milliarden vernichten, sind zwar selbst die härtesten Thriller heute nicht so spektakulär wie die Wirklichkeit. Doch der Krimi gibt dem Leser Hoffnung: Am Ende siegt meistens das Gute.

"Die Ablenkungsfraktion läuft gut", sagt deshalb Thomas Wörtche, einer der bekanntesten Krimikritiker in Deutschland. "Ablenkungsfraktion", das sind für ihn die Leser, die am Krimi die Möglichkeit zur Flucht aus der Wirklichkeit lieben. "Die Leute lesen wie verrückt", sagt Wörtche. Ein Blick auf die Liste der zehn Kriminalromane, die sich 2008 am besten verkauften (siehe rechts), zeigt die Dominanz der Bücher, die spannende Unterhaltung als Ablenkung liefern.

Krimis, die in der Finanzwelt spielen, gibt es noch nicht. Auch wenn es eine der guten Eigenschaften der Kriminalromane ist, dass sie - wie Wörtche sagt - "die Gegenwart kritisch reflektieren können". Meistens kommen solche Trends aber …

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"Dieses Buch lässt einen atemlos zurück!" The New York Times<br/><br/>"Joy Fieldings neuer Roman ist voller rasanter Wendungen, denen man gebannt folgt - hochspannend und packend zu lesen!" Publishers Weekly<br/><br/>"Sollten Sie ein Faible für Adrenalinschübe haben, explizite Beschreibungen von wirklich gutem Sex, aber auch unendliche Grausamkeiten an Leib und Seele ertragen und sich außerdem einen Nachmittag/Abend frei von jeglicher Verpflichtung machen können, dann ist der wirklich brillante Thriller von Joy Fielding genau die richtige Lektüre." www.krimi-forum.de<br/><br/>"Fielding in Hochform!" Neue Woche<br/><br/>"Spannung Pur!" Joy<br/><br/>"Ein hinterhältiger und höchst spannender Roman über das Vertrauen und wie es gnadenlos missbraucht wird." Münchner Merkur<br/><br/>"Ein höchst unterhaltsamer Roman mit einer überraschenden Wendung." Rhein-Neckar-Zeitung<br/><br/>"'Träume süß, mein Mädchen' ist atemlos spannend bis zur letzten, überraschenden Seite." BZ

"Fielding in Hochform!"

"Einer der raffiniertesten Thriller über emotionalen Missbrauch." (Myself)

"Joy Fielding schildert schonungslos die Gewalt, der ihre Frauen ausgesetzt sind. Gänsehaut-Spannung pur für kuschelige Leseabende."
Joy Fielding gehört zu den unumstrittenen Spitzenautorinnen Amerikas. Seit ihrem Psychothriller "Lauf, Jane, lauf" waren alle ihre Bücher internationale Bestseller. Joy Fielding lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Toronto, Kanada, und in Palm Beach, Florida.


Leseprobe zu "Träume süß, mein Mädchen" von Joy Fielding

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Leseprobe zu "Träume süß, mein Mädchen" von Joy Fielding

Drei Uhr in der Früh. Seine liebste Tageszeit. Der Himmel war dunkel, die Straßen waren verlassen. Die meisten Menschen schliefen. Wie die Frau im Schlafzimmer am Ende des Flures. Er fragte sich, ob sie träumte, und lächelte bei dem Gedanken, dass ihr Albtraum erst beginnen sollte.

Er lachte, sorgfältig darauf bedacht, keinen Laut von sich zu geben. Es wäre sinnlos, sie zu wecken, bevor er entschieden hatte, wie er vorgehen wollte. Er stellte sich vor, wie sie sich im Bett rührte, aufrichtete, ihn näher kommen sah und wie üblich halb belustigt, halb geringschätzig den Kopf schüttelte. Er hörte die Verachtung in ihrer tiefen, kehligen Stimme. Das ist mal wieder typisch für dich, würde sie sagen, einfach blindlings loszuschlagen, dich in eine Sache zu stürzen, ohne alles vorher zu durchdenken.

Aber er hatte einen Plan, dachte er, streckte die Arme über den Kopf und bewunderte für einen Moment seinen schlanken Körper, den harten Bizeps unter dem kurzärmeligen schwarzen T-Shirt. Er hatte immer große Mühe auf sein Aussehen verwendet, und mit 32 war er in besserer Verfassung denn je. Das macht das Gefängnis mit einem, dachte er und lachte wieder in sich hinein.

Er hörte ein Geräusch, blickte zum offenen Fenster und sah, dass ein großer Palmwedel gegen die obere Hälfte der Scheibe schlug. Der stärker werdende Wind wehte die zarten Stores in mehrere Richtungen gleichzeitig, so dass die Gardinen aussahen wie flatternde Fahnen, deren rasende Bewegung er als Zeichen der Ermutigung und Anfeuerung nahm. Der Wetterbericht hatte bis zum Morgengrauen heftige Schauer im Großraum Miami angekündigt. Die hübsche blonde Ansagerin hatte sogar vor schweren Gewitterstürmen gewarnt, aber was wusste die schon? Sie las einfach ab, was auf den Texttafeln vor ihr stand, und diese dummen Vorhersagen waren in mindestens der Hälfte der Fälle falsch. Nicht, dass das irgendwie von Belang war. Morgen würde sie mit neuen unverlässlichen Prognosen wieder auf Sendung gehen. Nie wurde jemand zur Rechenschaft gezogen. Er formte eine Pistole aus seinen behandschuhten Fingern und drückte ab.

Heute Nacht schon.

Mit drei raschen Schritten schlich er auf Turnschuhen über das helle Parkett im Wohnzimmer und stieß mit der Hüfte gegen die spitze Kante eines hohen Ohrensessels, an den er nicht mehr gedacht hatte. Er fluchte leise - ein Schwall farbenprächtiger Schmähungen, die er von einem ehemaligen Zellengenossen in Raiford gelernt hatte - und zog das Fenster vorsichtig zu. Sofort übertönte das leise Summen der Klimaanlage das gequälte Heulen des Windes. Er hatte es gerade noch rechtzeitig ins Haus geschafft, dank eines Seitenfensters, das genauso leicht aufzubrechen war, wie er es immer vermutet hatte. Sie hätte mittlerweile wirklich eine Alarmanlage installieren lassen sollen. Eine allein lebende Frau. Wie oft hatte er ihr erklärt, wie leicht irgendjemand ihr Fenster aufstemmen könnte? Nun ja, sie konnte jedenfalls nicht behaupten, er hätte sie nicht gewarnt, dachte er, als er sich an die Abende erinnerte, als sie an ihrem Esstisch gesessen und Wein - oder in seinem Fall Bier - getrunken hatten. Aber selbst damals, ganz zu Beginn, als sie noch vorsichtig optimistisch war, hatte sie ihn unwillentlich wissen lassen, dass er in ihrem Haus eher geduldet als willkommen war. Und wenn sie ihn ansah, falls sie ihn überhaupt eines Blickes würdigte, zuckte unwillkürlich ihre hübsche kleine Stupsnase, als habe sie einen unangenehmen Geruch gewittert.

Dabei war sie die Letzte, die auf irgendwen herabblicken konnte, dachte er, während sich seine Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnten, so dass er das kleine Sofa und den Couchtisch aus Glas in der Mitte des Zimmers ausmachen konnte. Das musste man ihr lassen - sie hatte das Haus nett hergerichtet. Was sagten noch immer alle über sie? Sie hatte Geschmack. Ja, das stimmte. Geschmack. Wenn sie dazu auch noch halbwegs ordentlich kochen könnte, höhnte er, als er an die grässlichen vegetarischen Gerichte dachte, die sie einem als Abendessen verkauft hatte. Verdammt, sogar der Gefängnisfraß war besser gewesen als dieser gotterbärmliche Mist. Kein Wunder, dass sie keinen Mann gefunden hatte.

Obwohl er diesbezüglich auch so seine Vermutungen hatte.

Er ging in den winzigen, ans Wohnzimmer angrenzenden Essbereich und strich mit der Hand über die hohen Rückenlehnen mehrerer stoffbezogener Stühle, die um einen ovalen Glastisch gruppiert waren. Jede Menge Glas in diesem Haus, dachte er und streckte die Finger in seinen Latexhandschuhen. Er würde jedenfalls keine verräterischen Spuren hinterlassen.

Wer sagte, dass er immer blindlings losschlug? Wer sagte, dass er keinen Plan hatte?

Er blickte in die Küche zu seiner Rechten und überlegte, ob er im Kühlschrank nachsehen und sich vielleicht ein Bier nehmen sollte, wenn sie noch welches vorrätig hielt. Wahrscheinlich nicht, nachdem er nicht mehr zu ihren regelmäßigen Besuchern zählte. Er war der Einzige, der hier je Bier getrunken hatte. Die anderen Gäste blieben störrisch bei Chardonnay und Merlot oder wie die Plörre hieß, die sie ausschließlich tranken. Für ihn schmeckte das Zeug alles gleich - vage nach Essig und Metall. Er bekam davon nur Kopf schmerzen. Vielleicht kamen die aber auch von den Leuten, die sie eingeladen hatte. Er zuckte die Achseln, als er an die verstohlenen Blicke dachte, die sie sich zu geworfen hatten, wenn sie glaubten, er würde es nicht sehen. Er ist bloß ein Ausrutscher, hatten diese Blicke gesagt, in kleinen Dosen ja ganz amüsant, ansonsten aber nur ein müdes Lächeln wert. Er würde sich ohnehin nicht lange genug halten, als dass es von Belang wäre.

Aber er war geblieben.

Es war von Belang.

Und nun bin ich zurückgekommen, dachte er, und ein brutales Lächeln zerrte an seinen Mundwinkeln und den vollen Lippen.

Eine störrische Strähne seiner langen braunen Haare fiel ihm in die Stirn und ins Auge. Ungeduldig strich er sie hinter sein Ohr und ging den schmalen Flur zu dem Schlafzimmer auf der Rückseite des ordentlichen Bungalows entlang. Als er an der kleinen Kammer vorbei kam, wo sie ihre Yogaübungen machte und meditierte, stieg ihm ein leichter Weihrauchduft in die Nase, der an den Wänden klebte wie der Geruch von frischer Farbe. Sein Grinsen wurde breiter. Für jemanden, der mit aller Macht innere Ruhe finden wollte, war sie erstaunlich reizbar, stets bereit, über irgendetwas völlig Nebensächliches zu streiten. Sie nahm Anstoß, wo keine Kränkung beabsichtigt war, und ging ihm bei der leisesten Provokation an die Kehle. Ob wohl es ihm durch aus Spaß gemacht hatte, sie zu provozieren.

Ihre Schlafzimmertür stand offen, so dass er vom Flur die Umrisse ihrer schlanken Hüfte unter der dünnen weißen Baumwolldecke ausmachen konnte. Er fragte sich, ob sie unter der Decke nackt war und was er tun würde, wenn sie es war. Nicht dass er sich in dieser Hinsicht für sie interessiert hätte. Für seinen Geschmack war sie ein wenig zu durchtrainiert und fragil, als könnte sie beim leichtesten Druck unter seinen Händen zerbrechen. Er mochte die Frauen weicher, fülliger und verwundbarer. Er mochte etwas, das man packen und in das man seine Zähne graben konnte. Trotzdem, wenn sie nackt war ...

War sie nicht. Sobald er das Zimmer betreten hatte, sah er die blauen und weißen Streifen ihres Schlafanzugoberteils. Er hätte es sich eigentlich denken können, dass sie einen Männerpyjama trug. Jedenfalls überraschte es ihn nicht. Sie hatte sich schon immer eher wie ein Mann gekleidet und nicht wie ein Mädchen. Wie eine Frau, hörte er unweigerlich ihren Einspruch in seinem Kopf, als er sich dem großen französischen Bett näherte. Passend für eine Königin, dachte er, als er auf sie herab starrte. Auch wenn sie in diesem Moment nicht besonders hoheitsvoll aussah. Sie lag auf der linken Seite halb in der Embryonalstellung zusammengerollt, ihre sonnengebräunte Haut wirkte im Schlaf blass, ihr kinnlanges Haar klebte an ihrer rechten Wange, die Spitzen ragten in ihren offenstehenden Mund.

Wenn sie nur gelernt hätte, diesen großen Mund zu halten.

Dann würde er heute Nacht vielleicht jemand anderen besuchen.

Oder er müsste womöglich niemanden besuchen.

Das letzte Jahr wäre vielleicht gar nicht passiert.

Nur dass es eben passiert war, dachte er, ballte die Fäuste und öffnete sie wieder. Und es war vor allem deshalb so gekommen, weil die dumme Gracie ihre dummen Gedanken und Ansichten nicht für sich behalten konnte. Sie war die Anstifterin gewesen, diejenige, die alle gegen ihn aufgestachelt hatte. Alles, was geschehen war, war ihre Schuld. Deshalb schien es nur passend, dass sie heute Nacht auch diejenige war, die es wieder gutmachen würde.

Er blickte zum Fenster auf der anderen Seite des Raumes und sah die Mondsichel, die zwischen den Lamellen der weißen Jalousie hindurch schimmerte. Draußen malte der Wind mit surrealem Pinselstrich ein Bild der Nacht, ein wahlloses Durcheinander von Farben und Formen; drinnen war alles still und friedlich. Einen Moment lang überlegte er, ob er sie ungestört weiterschlafen lassen sollte. Er würde wahrscheinlich auch so finden, wonach er suchte. Vermutlich fand sich die Information, auf die er aus war, in einer Seitenschublade des antiken Eichenholzschreibtischs, der zwischen Kommode und Fenster geklemmt war. Oder sicher in ihrem Laptop gespeichert. So oder so, er wusste, dass alles, was er wollte, griffbereit lag. Er musste es nur nehmen und wieder in der Nacht verschwinden, ohne dass jemand etwas bemerkte.

Aber wo blieb dabei der Spaß?

Er schob seine rechte Hand in die Tasche und tastete nach der harten Klinge seines Messers, die für den Augenblick noch sicher in dem Holzgriff schlummerte. Er würde sie zücken, wenn die Zeit gekommen war. Aber vorher gab es noch viel zu tun. Er konnte die Vorstellung ebenso gut beginnen lassen, dachte er und ließ sich vorsichtig auf dem Bett nieder. Die Matratze gab nach, und seine Hüfte streifte die ihre. Sie drehte sich instinktiv zum ihm um. "Hallo, Gracie", gurrte er mit einer Stimme, die so sanft war wie weiches Fell. "Zeit zum Aufwachen, Gracie-Girl."

Sie stöhnte leise, ohne sich zu rühren.

"Gracie", wiederholte er lauter.

"Hm", murmelte sie, hielt die Augen jedoch stur geschlossen.

Sie weiß, dass ich hier bin, dachte er. Sie spielt bloß mit mir. "Gracie", bellte er.

Sie riss die Augen auf.

Und dann passierte, so schien es, alles auf einmal. Sie war wach, schrie und versuchte, sich aufzurichten, das grässliche katzenartige Gejaule schlug ihm auf die Ohren und hallte von den Wänden wider. Instinktiv schnellte seine Hand vor, um sie zum Schweigen zu bringen, seine Finger schlossen sich um ihren Hals, und ihr Schreien wurde unter dem stärker werdenden Druck auf ihren Kehlkopf zu einem Wimmern. Sie rang keuchend nach Luft, als er sie mit einem Arm mühelos hochhob und an die Wand hinter ihrem Bett drückte.

"Halt's Maul", befahl er ihr, während sie die Zehen ausstreckte, um Stand auf dem Bett zu finden. Mit den Fingern zerrte sie an seinen Handschuhen in dem vergeblichen Bemühen, sich aus seinem unnachgiebigen Griff zu befreien. "Willst du jetzt wohl die Klappe halten?"

Sie riss ihre Augen noch weiter auf.

"Was?"

Er spürte, wie sie versuchte, eine Antwort zu krächzen, aber sie brachte nur einen abgewürgten Schrei heraus.

"Ich nehme das mal als Ja", sagte er, lockerte langsam seinen Griff und beobachtete, wie sie an der Wand auf ihr Kissen zurück sank. Er gluckste, als sie würgend nach Luft rang. Ihr Schlafanzugoberteil war hochgerutscht, und er konnte ihre einzelnen Wirbel ausmachen. Es wäre so leicht, ihr einfach das Rückgrat zu brechen, dachte er und genoss die Vorstellung, während er ihr Haar packte und ihren Kopf herumriss, so dass sie ihn direkt ansehen musste. "Hallo, Gracie", sagte er und wartete auf das verächtliche Nasenzucken. "Was ist los? Hab ich dich aus einem schönen Traum gerissen?"

Sie sagte nichts, sondern starrte ihn nur angstvoll und ungläubig an.

"Überrascht, mich zu sehen, was?"

Ihr Blick zuckte zur Schlafzimmertür.

"Ich denke, den Gedanken solltest du am besten gleich vergessen", sagte er ruhig. "Es sei denn, du willst mich wirklich wütend machen." Er machte eine Pause. "Du erinnerst dich doch noch, wie ich bin, wenn ich wirklich wütend bin, oder nicht, Gracie?"

Sie schlug die Augen nieder.

"Sieh mich an." Wieder packte er sie an den Haaren und riss diesmal ihren Kopf so heftig in den Nacken, dass ihre Kehle wie eine Faust hervortrat.

"Was willst du?", stieß sie heiser hervor.

Als Antwort zog er noch fester an ihren Haaren. "Hab ich gesagt, dass du sprechen darfst? Hab ich das gesagt?"

Sie versuchte, den Kopf zu schütteln, doch sein Griff war zu fest.

"Ich nehme das mal als Nein." Er ließ sie los, und ihr Kopf fiel auf ihre Brust, als hätte man sie enthauptet. Sie weinte jetzt, was ihn überraschte. Tränen hatte er nicht erwartet. "Und, wie geht's, wie steht's?", fragte er, als wäre das eine völlig alltägliche Frage. "Du darfst antworten", sagte er, als sie nicht reagierte.

"Ich weiß nicht, was du hören willst", erwiderte sie nach einer langen Pause.

"Ich habe dich gefragt, wie es so geht und steht", wiederholte er. "Die Antwort darauf wirst du doch wohl wissen."

"Alles bestens."

"Ach ja? Wie kommt's?"

"Bitte. Ich kann nicht ..."

"Klar kannst du. Man nennt es Unterhaltung. Es geht ungefähr so: Ich sage etwas, und dann sagst du etwas. Wenn ich dir eine Frage stelle, gibst du eine Antwort. Und wenn diese Antwort nicht zu meiner Befriedigung ausfällt, muss ich dir leider wehtun."

Ein unwillkürlicher Schrei drang aus ihrer Kehle.

"Meine erste Frage war also, wie es dir so geht, und deine Antwort war ein ziemlich fantasieloses 'Alles bestens'. Darauf hin habe ich gefragt: 'Wie kommt's?' Und jetzt bist du wieder dran." Er setzte sich aufs Bett und beugte sich vor. "Überrasch mich." Sie starrte ihn an, als ob er komplett den Verstand verloren hätte, ein Blick, den er schon oft gesehen und der ihn jedes Mal wütend gemacht hatte.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll."

Er bemerkte einen Hauch von Trotz in ihrer Stimme, beschloss jedoch, ihn fürs Erste nicht zu beachten. "Also gut. Fangen wir mit der Arbeit an. Wie läuft es da?"

"Okay."

"Bloß okay? Ich dachte, du unterrichtest für dein Leben gern."

"Ich habe mir in diesem Jahr ein Sabbatjahr genommen."

"Ein Sabbatjahr? Im Ernst? Ich wette, du denkst, ich weiß nicht, was das heißt."

"Ich habe dich nie für dumm gehalten, Ralph."

"Nicht? Wie man sich täuschen kann."

"Was machst du hier?"

Er lächelte und schlug ihr dann mit der offenen Hand so hart ins Gesicht, dass sie auf das Kissen zurückfiel. "Hab ich gesagt, dass du mit Fragen dran bist? Nein, ich glaube, das habe ich nicht getan. Also setz dich hin und halt's Maul", brüllte er, als sie das Gesicht in den Händen vergrub. "Hast du mich gehört? Ich möchte es dir nicht noch einmal erklären."

Sie rappelte sich in eine sitzende Position hoch und hielt eine zitternde Hand vor ihre rote Wange, wo seine Hand jeden Hauch von Trotz ausradiert hatte.

"Oh, und nenn mich nicht Ralph. Der Name hat mir nie gefallen. Ich habe ihn geändert, sobald ich aus der Haft entlassen worden bin."

"Du bist entlassen worden?", murmelte sie, zuckte zusammen und wich zurück, als wollte sie sich vor weiteren Schlägen schützen.

"Sie mussten mich freilassen. Ich mag gar nicht aufzählen, wie viele Fehler der Staatsanwaltschaft unterlaufen sind." Er lächelte. "Mein Anwalt hat das Verfahren eine echte Justizposse genannt, und die Richter, die über seinen Revisionsantrag zu befinden hatten, mussten ihm einfach zustimmen. Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, dein Sabbatjahr. Das klingt ziemlich langweilig. Glaube nicht, dass ich noch mehr davon hören will. Was ist mit deinem Liebesleben?"

Sie schüttelte den Kopf.

"Was soll das heißen? Dass du kein Liebesleben hast oder dass du nicht mit mir darüber reden willst?"

"Da gibt es nichts zu erzählen."

"Du bist mit niemandem zusammen?"

"Nein."

"Ich frag mich, warum mich das nicht überrascht."

Sie sagte nichts, sondern blickte zum Fenster.

"Bald kommt ein Gewitter", sagte er. "Aber sonst kommt's hier wohl keinem, was?" Er lächelte das jungenhafte Lächeln, das er stundenlang vor dem Spiegel geübt hatte und mit dessen Hilfe er noch jedes Mädchen rumgekriegt hatte, das er wollte. Ganz egal wie heftig sie sich sträubten, diesem Lächeln konnten sie am Ende nicht lange widerstehen. Gracie war für seinen Charme natürlich immer unzugänglich geblieben. Wenn er sie an gelächelt hatte, hatte sie durch ihn hin durchgeblickt, als wäre er gar nicht da. "Wann bist du denn zum letzten Mal flachgelegt worden, Gracie-Girl?"

Sofort wich sie in ängstlicher Abwehrhaltung zurück.

"Ich meine, du bist doch eine einigermaßen attraktive Frau. Und du bist jung. Obwohl du nicht jünger wirst, was? Wie alt bist du überhaupt, Gracie?""Dreiunddreißig."

Kundenbewertungen zu "Träume süß, mein Mädchen" von "Joy Fielding"

24 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.4 von 5 Sterne bei 24 Bewertungen **** gut)
***** ausgezeichnet
 
(8)
***** sehr gut
 
(5)
***** gut
 
(4)
***** weniger gut
 
(2)
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Bewertung von sandra177muc aus münchen am 01.09.2009 ***** schlecht
Das Buch hatte ich mir gekauft, da die Story sehr vielversprechend klang.Leider war es dies auch schon.. Schreibstil und vor allem die Darstrellung der Personen fand ich primitiv und abgedroschen. Schlechter könnte man es nicht mehr schreiben. Absolut endtäuschend.

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Bewertung von Eva am 04.08.2009 ***** schlecht
Das Buch ist absolut nicht empfehlenswert.
Ohne Spannung und komplett wirr beschreibt die Autorin die beiden Hauptgeschichten im Buch.
Ich hielt das Ende für einen schlechten Scherz....
mein Tipp: greifen Sie zu einem anderen Buch!

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von lovefielding aus Oberrot am 13.05.2009 ***** ausgezeichnet
Ich finde dieses Buch einfach toll. Es ist eine spannende Geschichte, mit einem unerwarteten bzw. ganz anderen Ende...... sehr zu empfehlen! Joy Fielding ist eine super Autorin. Ich habe eine ganze Sammlung von ihren Büchern!

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Bewertung von Kufi aus Annaberg-Buchholz am 05.04.2009 ***** sehr gut
Habe es mit großer Freude gelesen und kann es nicht erwarten mehr davon zu lesen.

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Bewertung von Khandi aus Rostock am 30.03.2009 ***** gut
Spannend ist das Buch schon, nur hätte ich mir mehr Spielchen vom Psychopathen gewünscht und wie schon jemand schrieb, hätten die ganzen Infos über die Städteschilder etc. getrost weg gelassen werden können.

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Bewertung von Nadine aus Rheinfelden am 08.01.2009 ***** gut
Ich habe schon einige Fielding-Bücher gelesen und fand dieses eher durchschnittlich. Die Geschichte ist ganz gut, allerdings werden viel zu oft unwichtige Nebendetails geschildert (Werbeschilder, Autoaufkleber etc.). Dafür war der Schluss doch recht kurz gehalten und schnell erzählt.

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Bewertung von Kristina aus Aachen am 06.11.2008 ***** sehr gut
Der Roman ,,Träume süß, mein Mädchen“, geschrieben von der kanadischen Bestsellerautorin Joy Fielding, handelt von der 30-jährigen Jamie Kellog, die in Florida lebt. Bisher hatte die junge Frau kein Glück in der Liebe gehabt und auch ihr restliches Leben lief nicht gerade rund. Doch Alles ändert sich als Jamie den charmanten Brad Fisher trifft, bei dem sie sich geborgen fühlt, wie nie zuvor in ihrem Leben.
Als Brad sie schon kurz darauf zu einer Reise nach Ohio einlädt, freut sich Jamie unglaublich. Die Reise, welche so harmonisch und voller Liebe beginnt wandelt sich schon bald ins Gegenteil. Denn Brad Fisher ist nicht der für den Jamie ihn hält sondern ein Psychopath, ein skrupelloser Mörder, der genau weiß wie er erreichen kann was er will.

Im Großen und Ganzen muss ich sagen, dass es Joy Fielding gelungen ist mit ,,Träume süß, mein Mädchen“ ein sehr spannendes Buch zu schreiben, welches man, vor allem am Ende, nicht mehr aus der Hand legen wollte.
Schon der Prolog begann so spannend, dass ich mich darauf freute das Buch weiter zu lesen.
Zwischendurch zog sich Geschichte jedoch etwas in die Länge, was durch die Beschreibung kleinster Details und von Orten noch verstärkt wurde.
Der Sprachstil, den die Autorin verwendet hat, war sehr einfach und damit wahrscheinlich auch viele Leser sehr ansprechend. Deshalb konnte man das Buch einfach so herunterlesen.
Mir hat es außerdem gefallen, dass die Geschichte von Jamie sehr realitätsnah war und es so für den Leser einfach ist sich in die Situation der Protagonisten hineinzuversetzen.
Das überraschende und auch zugleich verwirrende Ende, hat mir sehr gut gefallen, da dies nicht vorauszusehen war. Da man ein anderes Ende erwartet hatte, das nicht erfüllt worden war, blieb das Buch spannend bis zur letzten Wort.
Letztendlich kann ich sagen, dass mir ,,Träume süß, mein Mädchen“ sehr gut gefallen hat und es ein sehr spannendes und fesselndes Buch ist, das ich auch gerne weiterempfehlen werde.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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Bewertung von Kathi aus München am 02.11.2008 ***** ausgezeichnet
lese sehr viele Joy fielding bücher aber das war eins der spannensten bücher.
sehr gut geschrieben.
das buch hatte ich in 2 tage durch. ich empfehle es weiter.....

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Sophie am 01.11.2008 ***** sehr gut
Rezension zum Roman „Träume süß, mein Mädchen“ von Joy Fielding

Die dramatische Geschichte einer jungen Frau, die bedingungslos vertraut und unversehens zum Spielzeug eines gefährlichen Psychopathen wird.
Die 29-jährige Jamie Kellog scheint ihr Leben nicht wirklich auf die Reihe zu bekommen. Ständig kritisiert von ihrer Mutter und ihrer erfolgreichen Schwester scheint sie weder beruflich noch in der Liebe Erfolg zu haben.
Dann stellt sie auch noch fest, dass ihr aktueller Freund bereits verheiratet ist. Am Tiefpunkt ihres Lebens lernt sie den charmanten Brad Fisher kennen. Jamie ist überwältigt von seinen Künsten als Liebhaber. Von seinem Charme, seinem Einfühlungsvermögen und seinem guten Aussehen verzaubert, beschließt Jamie kurzerhand ihren Job zu schmeißen und begibt sich mit Brad auf einen Trip, der für sie zum Höllentrip wird. Bei „Mr. Perfect“ entdeckt Jamie im Laufe der Reise jedoch immer mehr Anzeichen dafür, dass sich hinter der Fassade des liebevollen Charmeurs ein skrupelloser Psychopath verbirgt, dessen Gefahr sich Jamie nun immer mehr bewusst wird.
Jamies Höllentrip mit Brad wird mit den Lebensgeschichten zweier anderer Frauen verwoben, deren Vergangenheit und Probleme im Zusammenhang mit Jamies Situation zu stehen scheinen.
Die Spannung spitzt sich immer mehr zu und der Leser hat eine klare Erwartungshaltung an den Ausgang des Thrillers. Diese wird jedoch nicht erfüllt. Ich habe den Roman, im Rahmen meines Literaturunterrichtes gelesen und finde den Thriller von Joy Fielding sehr gelungen. Schon der Prolog fesselt den Leser und lässt ihn das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Durch den psychologischen Tiefgang, der der Geschichte zugrunde liegt, konnte ich mich in das Schicksal und die Situation der Frauen hineinversetzten, obwohl mir die Naivität von Jamie zu Anfang des Romans nicht sehr realistisch erscheint. Durch die Parallelgeschichte von Jamies „Trip“ mit Brad und dem Leben der anderen beiden Frauen und dem daraus resultierenden ständigen Wechsel des Schauplatzes bleibt der Thriller zu jeder Zeit spannend, da man eine Zusammenführung der beiden Handlungen erwartet. Dies geschieht auch, aber Fielding schafft mit einem unerwarteten Ende den Leser zu überraschen und die Spannung noch am Ende des Thrillers auf den Höhepunkt zu bringen.
Kritisieren kann ich allein den Sprachstil, der mir persönlich, zu einfach ist und die phasenweise zu detaillierte Beschreibung von Landschaften.
Meiner Meinung nach, ist „Träume süß, mein Mädchen“ ein spannender und atemberaubender Thriller, den ich weiter empfehlen kann.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 16.10.2008 ***** weniger gut
Finde das Buch ein bischen langweilig ( bestimmte Kapitel hätten verkürzt oder sogar wegelassen werden können) doch zum Ende hin wird es nicht schlecht.

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