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Tom Waits
Ein Leben am Straßenrand
Aus d. Engl. v. Stephan Glietsch
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Videoclip zu "Tom Waits"
Produktinformation
- Verlag: Heyne
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 701 S. m. 70 Abb.
- Seitenzahl: 701
- Deutsch
- Abmessung: 215mm x 135mm
- Gewicht: 817g
- ISBN-13: 9783453266339
- ISBN-10: 3453266331
- Best.Nr.: 26321357
Leseprobe zu "Tom Waits"
Produktbeschreibung zu "Tom Waits"
Kurzbeschreibung
"Die wichtigste und gelungenste Künstlerbiografie, die ich je
gelesen habe. Absolut herausragend!" -- Danny Baker, BBC
"Hoskyns Buch operiert mit dem Besteck eines Neuro-Chirurgen:
fein, vorsichtig, Fasern freilegend." -- Süddeutsche
Zeitung
"Journalist Barney Hoskyns lässt in seiner Biografie über Tom
Waits Personen und Orte, die das Leben des Musiker ausmachten,
lebendig werden." -- ARD, Morgenmagazin
Beschreibung
Pünktlich zum 60. Geburtstag am 7. Dezember 2009.
Leseprobe zu "Tom Waits" von Barney Hoskyns
Nur eines ist schlimmer, als missverstanden zu werden "Mein
Blick auf mich selbst, wie auch auf alles andere, fußt auf meinem
Glauben an das Mysterium der Dinge. Ich mag es, mich verblüffen zu
lassen und meine ganz eigenen, fehlerhaften Schlüsse zu
ziehen."
(Tom Waits zu Mark Rowland, Musician, Oktober 1987) Ich nehme an,
die Frau war eine dieser jüdisch-amerikanischen Prinzessinnen. Auch
wenn ich keine Ahnung habe, wie häufig sie einem in ihren
Flitterwochen die kalte Schulter präsentierte.
Der Blick, den sie mir zuwarf, als sie kehrtmachte und wieder auf
mich zumarschierte, enthielt allerdings eindeutig etwas Frostiges.
Okay, es war nicht direkt frostig; eher panisch: die blanke Angst.
Denn sie hatte soeben durchblicken lassen, dass Tom Waits der
Anfrage des Coachella-Festivals, den Headliner zu spielen, eine
Absage erteilt hatte. Doch während sie auf dem Weg zur Tür war,
dämmerte ihr, was sie soeben getan hatte.
"Hey", sagte sie mit kaum zu verhehlender Besorgnis in
der Stimme, als sie umdrehte und eine feuchte Handfläche auf meinen
Unterarm legte. "Bring mich wegen dieser Coachella-Geschichte
bitte nicht in Schwierigkeiten, ja?"
Wie …
Leseprobe zu "Tom Waits" von Barney Hoskyns
07.12.2009
In der Gammler-Gastrolle seines Lebens
Mit ihm ist schwer ins Gespräch zu kommen, aber wenn er seinen
kratzigen Verlierer-Blues anstimmt, dann geht uns das Herz auf:
Eine Biographie nähert sich dem rätselhaften Tom Waits.
Bei Tom Waits findet man noch in den übelsten Geschichten Erlösung
durch Lachen: "Never drive a car when you're dead."
Gelegentlich hat es aber auch andere Wirkung, etwa bei dem frühen
Stück "Christmas Card from a Hooker in Minneapolis", das
Waits seinerzeit oft eingerahmt von einem trunkenen "Silent
Night, Holy Night" zum Besten gab. Der Weihnachtsgruß dieses
Strichmädchens beginnt hoffnungsvoll, endet aber mit dem
Eingeständnis, dass alles zuvor Erzählte erfunden war - von wegen
Ehemann, von wegen Geld. Unmittelbar nachdem die Dame die Finanzen
erwähnt, folgt jenes herrliche "By the way, Charlie . .
.", welches ihr Schreiben in neues Licht rückt.
Wie kaum ein anderer Lieddichter hat Tom Waits Menschen auf der
Verliererstraße porträtiert oder sich selbst dazu stilisiert, und
zwar so erfolgreich, dass viele geneigt waren, die Pose für wahr zu
nehmen. Man könnte das, mit Bezug auf sein legendäres Dauerlogis im
…
27.11.2009
Der Hobo trinkt nicht mehr
Straßenrand und Große Oper: Barney Hoskyns’ 700-Seiten-Biographie über Tom Waits
Wenn man den jungen Tom Waits, Youtube sei Dank, heute in seinen ersten Fernseh-Interviews sieht, dann besticht die schon früh ausgebildete Perfektion seiner Unangepasstheit. Waits ist Ende der siebziger Jahre bereits leidlich erfolgreich, und das nicht nur, weil er mit einer unverwechselbaren Stimme ausgestattet ist. Er ist es auch deswegen, weil er das Gegenteil des Hitparaden-Mainstreams verkörpert. Waits zelebriert seinen Nonkonformismus und kokettiert damit, ein kettenrauchender Boozer zu sein. Ein Pegeltrinker, der kühn von sich behauptet, kein Problem mit dem Alkohol zu haben, solange genug davon da ist. Entsprechend inszeniert er sich mit der umwölkten Nonchalance des Gewohnheitstrinkers: Die Syntax seiner Sätze folgt der Logik des Rausches, man notiert den nicht fokussierenden Blick, die rudernden Gesten und eine beschwipste Hemmungslosigkeit im Umgang mit seinen Interviewpartnern.
So erklärt Waits 1976, dass er sich weder als Poet noch als Sänger verstehe, sondern vielmehr als Prediger, der ab und zu auf einer Kneipentoilette …
22.04.2010
Nach der Lektüre dieser 700-seitigen Tom-Waits-Biografie ist Stefan
Hentz, wie er schreibt, gleich zum Plattenspieler durchgestartet,
um alte Waits-Alben hervorzuziehen. Denn mit großer Liebe für
Detail werde hier die Geschichte des Lehrerkindes Thomas Allen
Waits erzählt, wenn auch ohne dessen Unterstützung. So musste sich
Barney Hoskyns seine Informationen im Wesentlichen aus
Zeitungsartikeln, Interviews und vor allem aus vielen, vielen Songs
ziehen, die Waits im Laufe seines Lebens geschrieben habe. Zwar
bleiben spektakuläre Enthüllungen, wie man liest, aus. Auch kommt
der Biograf dem Gegenstand seines Interesses wohl nicht wirklich
nahe und kann auch manch Widersprüchliches an Mensch oder
biografischem Material nicht aufklären. Der Kritiker hat das Buch
trotzdem gern gelesen.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Barney Hoskyns"
Der britische Journalist Barney Hoskyns arbeitete von Los Angeles aus für New Musical Express, Melody Maker, GQ, Harpers Bazaar, Spin und viele andere. Er war Redakteur beim renommierten Musikmagazin Mojo und schrieb Bücher über Country-Soul, The Band und Montgomery Clift.
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