Tom Clancys OP-Center, Ausnahmezustand - Clancy, Tom; Pieczenik, Steve

Tom Clancy Steve Pieczenik 

Tom Clancys OP-Center, Ausnahmezustand

Roman

Übers. v. Michael Göpfert
Broschiertes Buch
 
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Tom Clancys OP-Center, Ausnahmezustand

Einige ehemalige Soldaten der UN-Friedenstruppe haben sich entschlossen, der Welt den Kampf anzusagen. Sie haben die Waffen, das Geheimwissen und die nötige Ausbildung, um die USA das Fürchten zu lehren. Es gibt nur eine Organisation, die sie aufhalten kann: das OP-Center.


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 315 S.
  • Seitenzahl: 320
  • Heyne Bücher Bd.77201
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 116mm x 22mm
  • Gewicht: 218g
  • ISBN-13: 9783453772014
  • ISBN-10: 3453772016
  • Best.Nr.: 22814188
Tom Clancy, geb. 1948, arbeitete lange Jahre als Versicherungsagent. Eine Meuterei auf einem sowjetischen Zerstörer regte Clancy dazu an, seinen ersten Thriller, 'Jagd auf Roter Oktobe', zu schreiben. Das Buch wurde auf Anhieb ein internationaler Erfolg, der sich in der Verfilmung mit Sean Connery in der Hauptrolle wiederholte. Seither ist Tom Clancy der Erfolg treu geblieben, seine Romane belegen regelmäßig über Wochen hinweg die ersten Plätze der internationalen Bestsellerlisten, die Verfilmungen mit Harrison Ford als Jack Ryan waren ausnahmslos Kassenschlager. Wie realistisch und gut recherchiert seine Bücher sind, zeigt die Tatsache, dass der Autor nach den Anschlägen vom 11. September von der amerikanischen Regierung als spezieller Berater hinzugezogen wurde.

Leseprobe zu "Tom Clancys OP-Center, Ausnahmezustand"

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Leseprobe zu "Tom Clancys OP-Center, Ausnahmezustand"

Prolog

Kampong Thom/Kambodscha - 1993

Sie starb im funkelnden Licht der Morgend?mmerung in seinen Armen. Ihre Augenlider schlossen sich sanft, und ihrer zierlichen Kehle entwich ein letzter schwacher Seufzer. Dann war sie tot.

Hang Sary sah auf das blasse Gesicht der jungen Frau hinab, auf das Gras und den Dreck in ihren nassen Haaren. Schnittwunden verunstalteten ihre Stirn und ihre Nase. Der rote Lippenstift, das ?ber die Wangen verschmierte Rouge und die aschgraue Wimperntusche, die von den Augen bis zu den Ohren verlaufen war, verursachten ein Gef?hl der ?belkeit in seinem Magen.

Das h?tte nicht geschehen d?rfen. Nicht einmal hier, in einem Land, in dem die Idee der Unschuld so fremd war wie der Traum vom Frieden.

Phum Sary h?tte nicht so jung sterben d?rfen - und nicht auf diese Weise. Niemandem w?nschte Hang Sary es, so zu sterben, auf dem R?cken liegend in einem windigen Reisfeld, w?hrend das Blut das k?hle Wasser hellrot f?rbte. Aber wenigstens hatte Phum in ihren letzten Minuten gewu?t, in wessen Armen sie starb. Wenigstens war sie nicht so gestorben, wie sie wahrscheinlich den gr??ten Teil ihres Lebens verbracht hatte, allein und ohne jegliche Z?rtlichkeit. Und obwohl Hangs Suche, die er nie ganz aufgegeben hatte, jetzt ein Ende gefunden hatte, wu?te er, da? eine neue Suche gerade erst begann.

Hangs Knie waren angewinkelt, und der Kopf seiner Schwester lag in seinem Scho?. Er ber?hrte ihre kalte Nasenspitze, ihr sanft geschwungenes Kinn, ihren runden Mund, der immer gel?chelt hatte, egal was sie gerade tat. Sie f?hlte sich so klein und zerbrechlich an.

Hang zog ihre H?nde aus dem Wasser und legte sie auf ihre H?ften, die sich unter dem engen blauen Lamé-Kleid abzeichneten. Dann zog er sie an sich. Unwillk?rlich fragte er sich, ob sie jemand in den vergangenen zehn Jahren so gehalten hatte. Hatte sie die ganze Zeit dieses schreckliche Leben gelebt? Hatte sie am Ende genug gehabt und sich entschlossen, den Tod zu w?hlen?

Hangs l?ngliches Gesicht straffte sich, w?hrend er ?ber ihr Leben nachdachte, dann brach er in Tr?nen aus. Wie war es m?glich, da? er so nah bei ihr war, ohne es zu wissen? Er und Ty waren seit fast einer Woche in geheimer Mission in dem Dorf. W?rde er es sich jemals verzeihen, da? er sie nicht rechtzeitig genug gesehen hatte, um sie zu retten?

Die arme Ty w?rde untr?stlich sein, wenn sie erfuhr, wer hier vor ihnen lag. Ty war zur Aufkl?rung im Camp gewesen, um herauszufinden, wer hinter dieser Sache steckte. Sie hatte Hang ?ber Funk mitgeteilt, da? offensichtlich eine der Frauen versucht hatte zu fliehen, und zwar kurz vor Sonnenaufgang, als der Wachwechsel stattfand. Man verfolgte sie, und sie wurde angeschossen. Die Kugel traf Phum in die Seite. Vermutlich rannte und ging sie, bis sie sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Dann legte sie sich hierher, um den blasser werdenden Nachthimmel zu betrachten, wie sie es als kleines M?dchen oft getan hatte. Hang hoffte, da? der Himmel und die Erinnerungen an eine bessere Zeit seiner kleinen Schwester vor ihrem Tod etwas Frieden geschenkt hatten.

Mit zitternden Fingern fuhr er durch ihre langen, schwarzen Haare. Aus der Ferne h?rte er ein Ger?usch, wahrscheinlich Ty. Er hatte sie ?ber Funk davon verst?ndigt, da? er das M?dchen entdeckt und gesehen hatte, wie sie angeschossen wurde. Sie antwortete, da? sie innerhalb einer halben Stunde zu ihm sto?en werde. Sie hofften, da? das M?dchen ihnen zumindest einen Namen nennen k?nnte, um ihnen zu helfen, die schreckliche Schweigemauer zu durchbrechen, die so viele junge Leben zerst?rte. Aber nicht einmal das geschah. Als sie ihren Bruder sah, hatte Phum nur noch die Kraft, seinen Namen zu fl?stern. Sie starb mit diesem Namen und der Andeutung eines L?chelns auf den tiefroten Lippen, ohne den Namen des T?ters ausgesprochen zu haben.

In diesem Moment trat Ty, die wie eine der hiesigen Reisb?uerinnen gekleidet war, zu ihm, den Blick nach unten gerichtet. Sie stand unbewegt, w?hrend der Wind durch ihre Haare strich. Dann kam der Schock. Sie kniete neben Hang nieder und legte die Arme um ihn. Minutenlang schwiegen sie regungslos. Schlie?lich stand Hang langsam auf, den K?rper seiner Schwester auf den Armen, und trug sie zur?ck zu dem alten Kombi, der ihm als Feldst?tzpunkt diente.

Ihm war klar, da? sie Kampong Thom jetzt eigentlich nicht verlassen sollten, denn sie waren sehr nah daran, das Ziel ihrer Mission zu erreichen. Aber er mu?te seine Schwester nach Hause bringen, wo sie begraben werden sollte.

Die Tropensonne trocknete seinen feuchten R?cken schnell. Ty ?ffnete das Heck des Kombis und breitete eine Decke zwischen den Kisten aus, in denen sich Waffen und Funkger?t, Karten und Listen und auch ein Explosionssatz befanden, dessen Fernausl?ser an Hangs G?rtel befestigt war. Sollten sie einmal gefa?t werden, w?rde er den Wagen mit seinem gesamten Inhalt in die Luft sprengen und seinem Leben mit dem 38er Smith & Wesson, den er bei sich trug, ein schnelles Ende machen. Ty w?rde ebenso verfahren.

Mit ihrer Hilfe gelang es Hang, die Leiche seiner Schwester auf die Decke zu legen. Z?rtlich deckte er sie zu. Vor der Abfahrt sah er noch einmal zu dem Reisfeld hin?ber. Es war durch ihr Blut geheiligt worden. Aber das Land mu?te erst mit dem Blut der T?ter gewaschen werden, um wieder rein zu sein.

Und das w?rde geschehen. Wie lange es auch dauern sollte, er schwor sich, da? es geschehen w?rde.

Paris/Frankreich - Montag, 6 Uhr 13 Sieben Jahre waren vergangen, seit der Draufg?nger und Abenteurer Lieutenant Reynold Downer vom 11./28. Bataillon, dem Royal Western Australia Regiment, sich auf seinen Einsatz bei der UNTAC - der UN-?bergangsverwaltung in Kambodscha - vorbereitet hatte. Im Rahmen seiner Ausbildung lernte er, da? drei Bedingungen zu erf?llen waren, bevor Friedenstruppen der Vereinten Nationen in ein Land geschickt werden konnten. Er hatte nicht danach gefragt und wollte es eigentlich auch nicht wissen, aber das k?mmerte die australische Regierung nicht.

Erstens mu?ten die f?nfzehn Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen der Operation und ihren Vorgaben im Detail zustimmen. Da die UNO ?ber keine eigene Armee verf?gt, mu?ten die Mitglieder der Vollversammlung sich zweitens darauf verst?ndigen, Soldaten und einen Missionskommandeur zu entsenden, der mit dem Einsatz der multinationalen Armee beauftragt wurde. Dritte Voraussetzung war, da? die kriegf?hrenden Nationen der Friedensmission und der Pr?senz der Blauhelme zustimmten.

Vor Ort hatten die Friedenstruppen drei Ziele. Zuerst mu?te ein Waffenstillstand verk?ndet und durchgesetzt werden, w?hrend die kriegf?hrenden Parteien nach friedlichen L?sungen suchten. Danach wurde eine Pufferzone zwischen den feindlichen Lagern geschaffen. Und dann mu?te der Frieden gesichert werden. Wenn n?tig, geh?rten dazu Milit?raktionen. Das Gel?nde wurde von Minen ges?ubert, damit die Zivilbev?lkerung in ihre H?user zur?ckkehren und Wasser- und Lebensmittelversorgung wieder gew?hrleistet werden konnten. Au?erdem mu?te f?r humanit?ren Beistand gesorgt werden.

Alle diese Einzelheiten wurden den Soldaten detailliert erl?utert, w?hrend sie zwei Wochen lang in den Irwin Barracks in Stubbs Terrace, Karrakatta, ausgebildet wurden. Zum Ausbildungsprogramm geh?rte es, sich mit den einheimischen Br?uchen, der ?rtlichen Politik und der Sprache vertraut zu machen. Die Soldaten lernten, wie man Trinkwasser gewann und einen Wagen langsam genug lenkte - ein Auge auf die unbefestigten Wege gerichtet -, um nicht auf eine Mine zu fahren. Und sie lernten, nicht mehr peinlich ber?hrt zu err?ten, wenn sie sich mit der blauen Kappe und dem dazu passenden Halstuch im Spiegel sahen.

Nach Abschlu? der UNO-spezifischen Indoktrinierung - der "Sterilisierung", wie sie von seinem Kommandeur treffend charakterisiert worden war - wurde das australische Kontingent auf die sechsundachtzig Bezirksst?tzpunkte in Kambodscha verteilt. Australiens Lieutenant General John M. Sanderson war Einsatzkommandeur der gesamten UNTAC-Mission, die von M?rz 1992 bis September 1993 andauerte.

Diese Friedensmission war sorgf?ltig darauf angelegt, einem bewaffneten Konflikt aus dem Weg zu gehen. Die Soldaten der Vereinten Nationen durften nur zur Waffe greifen, wenn auf sie geschossen wurde, und auch dann sollte eine Eskalation der Feindseligkeiten vermieden werden. Eventuelle Todesf?lle unter den Soldaten sollten von der ?rtlichen Polizei untersucht werden, nicht von den Milit?rbeh?rden. Die Menschenrechte w?rden durch Erziehungsma?nahmen gef?rdert werden, nicht durch Gewalt. Au?er ihrer Pufferfunktion geh?rte es zu den wichtigsten Aufgaben der Friedenstruppe, die Lebensmittelverteilung und die medizinische Versorgung zu organisieren.

F?r Downer war der Feldeinsatz weniger eine Milit?raktion als vielmehr eine Art von Volksbelustigung. Kommt, ihr kriegf?hrenden und unterdr?ckten V?lker der Dritten Welt. Holt euch Brot, Penizillin und sauberes Trinkwasser. Das Gef?hl einer Zirkusbelustigung wurde noch verst?rkt durch die Zelte mit ihren bunten Flaggen und die Schaulustigen, die nicht so recht wu?ten, was sie von der ganzen Angelegenheit zu halten hatten. Obwohl nur wenige die angebotenen Dinge ausschlugen, sahen sie doch aus, als w?re es ihnen lieber, wenn sich das alles nur als Fata Morgana erwiese. Gewalt geh?rte zu ihrem Alltag - sie rechneten mit ihr und verstanden sie. Ausl?nder geh?rten nicht dazu.

Es gab in Kambodscha so wenig zu tun, da? Iwan Georgiew, ein hoher Offizier der bulgarischen Volksarmee, einen Prostitutionsring organisierte. Sie wurden von Pol Pots Nationaler Befreiungsfront gesch?tzt, die mit einem Viertel am Gewinn beteiligt war und harte W?hrung brauchte, um Waffen und anderweitigen Nachschub einzukaufen. Georgiew organisierte den Ring von Zelten aus, die hinter seiner Befehlsstelle errichten worden waren. Einheimische M?dchen kamen, um angeblich an Radiosprachkursen der UNTAC teilzunehmen, und blieben wegen des Geldes der Ausl?nder.

Hier hatte Downer sowohl Georgiew als auch Major Ishiro Sazanka kennengelernt. Georgiew war der Meinung, da? die japanischen und die australischen Soldaten seine besten Kunden seien, obwohl die Japaner manchmal etwas rauh mit den M?dchen umgingen; man mu?te auf sie aufpassen. Der Bulgare nannte sie "wohlerzogene Sadisten". Downers Onkel Thomas, der als Soldat der 7. Australischen Division im S?dwestpazifik gegen die Japaner gek?mpft hatte, h?tte dieser Bezeichnung sicherlich nicht zugestimmt. F?r ihn waren die Japaner alles andere als wohlerzogen.

Downer half dabei, neue "Sprachsch?lerinnen" f?r die Zelte zu rekrutieren; auch die anderen Untergebenen Georgiews hatten diverse Methoden, M?dchen zur Arbeit zu bewegen. Bei mangelnder Bereitschaft wurden sie entf?hrt. Die Roten Khmer halfen ebenfalls, bei jeder sich bietenden Gelegenheit neue M?dchen zu beschaffen. Abgesehen von dieser "Nebenbesch?ftigung" fand Downer Kambodscha langweilig. Die Richtlinien der Vereinten Nationen waren zu lasch und zu unflexibel. Er war im Hafenviertel von Sydney aufgewachsen, und f?r ihn gab es nur eine einzige Richtlinie. Verdiente es irgendein Hurensohn, da? man ihm eine Kugel in den Kopf jagte? Wenn ja, erschie? ihn und geh nach Hause. Wenn nicht, was, zum Teufel, hast du dann hier verloren?

Downer verdr?ngte die Erinnerungen an Kambodscha, trank seinen Kaffee aus und schob die schwere, gro?e Tasse zur?ck auf den Kartentisch. Der Kaffee war gut, schwarz und bitter, wie er ihn immer bei der Arbeit trank. Jetzt f?hlte er sich energiegeladen und einsatzbereit. Vielleicht kein allzu motivierender Gedanke, denn hier und jetzt gab es nichts, das einen Einsatz verlangt h?tte. Trotzdem war es ein angenehmes Gef?hl.

Der Australier hob den sonnengebr?unten Arm und schaute auf seine Armbanduhr. Wo, zum Teufel, steckten sie?

Die Gruppe war normalerweise gegen acht Uhr zur?ck. Wie lange konnte es dauern, Videoaufnahmen zu machen, die sie bereits sechsmal gedreht hatten?

Die Antwort war, da? es so lange dauerte, wie Captain Vandal es f?r n?tig erachtete. Bei dieser Phase der Operation hatte Vandal das Kommando. Und wenn der franz?sische Offizier nicht so effizient w?re, dann w?re keiner von ihnen jetzt hier. Vandal hatte sie ins Land geschleust, die notwendigen Dinge besorgt, die Vor-Ort-Aufkl?rung ?berwacht, und er w?rde sie auch wieder hier herausbringen, damit sie die zweite Phase der Operation starten konnten, die Georgiew befehligen w?rde.

Downer fischte sich einen Cracker aus der offenen T?te und bi? ungeduldig hinein. Der Geschmack brachte seine Gedanken zur?ck zum Waffentraining im australischen Outback. Dort hatte sich die Truppe von solchen Crackern ern?hrt.

W?hrend er kaute, schaute er sich in der kleinen, dunklen Wohnung um. Seine blauen Augen wanderten von der K?che rechts zum Fernseher auf der anderen Seite des Raums, dann zur Wohnungst?r. Vandal hatte dieses Apartment vor mehr als zwei Jahren gemietet und dabei sicher nicht an Komfort gedacht. Die Einzimmerwohnung lag im ersten Stock eines Mietshauses in einer kleinen, gewundenen Stra?e in der N?he des Boulevard de la Bastille, nicht weit von einer gro?en Post. Au?er ihrer Lage war nur wichtig, da? sich die Wohnung im ersten Stock befand, falls sie bei einer Flucht aus dem Fenster springen mu?ten. Die f?nf Partner hatten ihre Ersparnisse f?r diese Operation zusammengeworfen, und Vandal hatte ihnen versprochen, nur bei den Ausgaben f?r gef?lschte Dokumente, ?berwachungsger?t und Waffen gro?z?gig zu sein.

Der kr?ftige und hochgewachsene Downer wischte sich die Kr?mel von der ausgeblichenen Jeans. Dabei schaute er zu den gro?en Taschen, die in einer Reihe zwischen dem Fernseher und dem Fenster auf dem Boden lagen. Er war der Babysitter f?r diese f?nf mit Waffen vollgestopften Taschen. Vandal hatte seinen Job gut erledigt. AK-47er, Pistolen, Tr?nengas, Granaten, eine Panzerfaust. Und alle ohne Markierungen und ohne Hinweise auf ihre Herkunft. Der Franzose hatte sie ?ber chinesische Waffenh?ndler eingekauft, die er w?hrend des Aufenthalts der Friedenstruppe in Kambodscha kennengelernt hatte.

Gott segne die Vereinten Nationen, dachte Downer.

Morgen kurz nach Sonnenaufgang w?rden die M?nner diese Taschen auf den gekauften Lkw laden. Vandal, Downer und Barone w?rden Sazanka und Georgiew am Hubschrauberlandeplatz absetzen und dann die Uhren vergleichen, damit alle zum vorbestimmten Zeitpunkt am Angriffsziel eintrafen.

Das Ziel, dachte Downer. So gew?hnlich und doch so entscheidend f?r den Rest der Operation.

Der Blick des Australiers wanderte zur?ck zum Tisch. Eine wei?e Keramiksch?ssel stand neben dem Telefon. Darin befand sich eine schwarze Paste - verbrannte Pl?ne und Aufzeichnungen, eingeweicht in Leitungswasser. Die Notizen enthielten alles, von den Berechnungen zu erwartender R?cken- und Gegenwinde in dreihundert Meter H?he um acht Uhr morgens bis zu Verkehrsflu? und Polizeipr?senz auf der Seine. Die Asche verbrannter Dokumente konnte manchmal noch entziffert werden, nasse Asche dagegen war zu nichts mehr zu gebrauchen.

Nur noch ein solcher Schei?tag, sagte er sich seufzend.

Wenn der Rest der Gruppe zur?ckkam, w?rden sie noch einen Nachmittag damit verbringen, Videob?nder zu analysieren. Sie mu?ten sichergehen, da? sie diese Phase der Operation komplett im Griff hatten. Noch eine Nacht, in der sie Karten zeichnen w?rden f?r diesen Teil der Planes. Dann w?rden sie die Flugzeiten kalkulieren, Busfahrpl?ne und Stra?ennamen noch einmal ?berpr?fen, ebenso wie die genaue Adresse der Waffenh?ndler in New York f?r die n?chste Phase. Nur um sicherzugehen, da? sie sich all diese Informationen eingepr?gt hatten. Und dann noch eine Morgend?mmerung, in der sie alle Aufzeichnungen verbrennen w?rden, so da? die Polizei weder hier noch im M?ll irgend etwas finden w?rde.

Downer schaute zu den Schlafs?cken, die auf der anderen Seite des Raums auf dem Boden lagen, vor einem Sofa, dem einzigen anderen M?belst?ck im Raum. Der Ventilator vor dem Fenster war w?hrend der Hitzewelle der letzten Tage ununterbrochen in Betrieb gewesen. Vandal hatte ihnen versichert, da? die Temperaturen ?ber f?nfunddrei?ig Grad gut f?r ihren Plan waren. Das Angriffsziel hatte Ventilation, aber keine Klimaanlage, und die M?nner, die drinnen sa?en, w?rden ein wenig ersch?pfter als sonst sein.

Anders als wir, dachte Downer. Er und seine Partner hatten ein Ziel.

Die vier anderen ehemaligen Soldaten, die an diesem Projekt beteiligt waren, kamen ihm in den Sinn. Er hatte sie alle in Phnom Penh kennengelernt, und jeder von ihnen hatte einen eigenen, ganz pers?nlichen Grund, bei dieser Operation mitzumachen.

Als er einen Schl?ssel im Schlo? der Wohnungst?r klirren h?rte, langte er nach seiner schallged?mpften Pistole Typ 64. Sie steckte in einem Halfter, das von der R?ckenlehne des Holzstuhls baumelte. Mit einer sanften Bewegung schob er die T?te mit den Crackern zur Seite, damit er ein freies Schu?feld zur T?r hatte, blieb aber sitzen. Au?er Vandal hatte nur der Hausmeister einen Schl?ssel.

Downer war im letzten Jahr dreimal in der Wohnung gewesen, und der alte Mann kam immer nur, wenn er gerufen wurde - und manchmal selbst dann nicht. Sollte es irgendeine andere Person sein, dann geh?rte sie nicht hierher und w?rde sterben. Downer hoffte fast, da? es sich um einen Unbekannten handelte. Er war genau in der richtigen Stimmung, ohne zu z?gern abzudr?cken.

Die T?r ?ffnete sich, und Etienne Vandal trat ein. Er hatte seine langen braunen Haare zur?ckgek?mmt und trug eine Sonnenbrille. Die Tragetasche einer Videokamera hing an seiner linken Seite. Ihm folgten der kahlk?pfige, riesige Georgiew, der kleine, dunkelh?utige Barone und der gro?e, breitschultrige Sazanka. Alle M?nner trugen Touristenhemden und Jeans. Au?erdem hatten sie den gleichen leeren Gesichtsausdruck.

Sazanka schlo? die T?r, leise, mit Gef?hl.

Downer seufzte und steckte die Waffe in den Halfter zur?ck. "Wie ist es gelaufen?" fragte er. Seine Stimme war immer noch gepr?gt von den engen, kehligen Lauten der westlichen Region von New South Wales.

"Wie ist es gelaufen?" wiederholte Barone, wobei er sp?ttisch den starken Akzent des Australiers imitierte.

"La? das", befahl Vandal.

"Jawohl, Sir", antwortete Barone. Er zeigte dem Offizier die Andeutung eines milit?rischen Gru?es und wandte sich stirnrunzelnd zu Downer.

Downer konnte Barone nicht ausstehen. Der vorlaute kleine Mann hatte etwas, das keinen der anderen M?nner auszeichnete: eine eigene Meinung. Er verhielt sich, als ob jeder sein potentieller Feind w?re, sogar seine Verb?ndeten. Au?erdem hatte Barone ein feines Geh?r.

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Bewertung von Ivonne Wiese aus Berlin am 04.06.2011 ***** sehr gut
Amerikanischer Thriller in Hollywoodmanier. Geiselnahme beim Empfang im Sicherheitsrat der UN in New York City. 100 Millionen Dollar Lösegeld werden gefordert. Die Tochter des ehemaligen Chef´s der Eliteeinheit OP-Center ist unter den Geiseln. Actionreich und eben Hollywood. Gut recherchierte Hintergrundstory der Geiselnehmer, ansonsten sind die Charaktere eher oberflächlich gehalten.

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