Tollkirschen und Quarantäne - Witte, Wilfried

Wilfried Witte 

Tollkirschen und Quarantäne

Die Geschichte der Spanischen Grippe

Gebundenes Buch
 
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Tollkirschen und Quarantäne

300.000 Tote im Deutschen Reich, bis zu 50 Millionen weltweit - die Bilanz der Spanischen Grippe. Wilfried Witte dokumentiert die Fakten in einem brillant geschriebenen Buch.


Produktinformation

  • Verlag: Wagenbach
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 124 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 124
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 141mm x 14mm
  • Gewicht: 256g
  • ISBN-13: 9783803136282
  • ISBN-10: 3803136288
  • Best.Nr.: 23821460

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Volker Breidecker hat sich von Wilfried Wittes schmalem Buch über die Spanische Grippe fesseln lassen. Der Krankheit sind zwischen 1918 und 1920 schätzungsweise 50 Millionen Menschen zum Opfer gefallen, und sie ist bis heute nicht gänzlich erforscht, entnimmt der Rezensent der Lektüre. Als besonders interessant an dieser - übrigens auch glänzend geschriebenen - Studie lobt er Wittes Hinweise auf das "kollektive Unterbewusstsein", in dem die Spanische Grippe viel weniger präsent ist als die mittelalterliche Schwarze Pest. Auch über den psychologischen Umgang mit Seuchen, die immer von anderen "eingeschleppt" werden, hat er offenbar Interessantes gelesen. Am Ende stellt unser Rezensent dankbar fest, dass der Medizinhistoriker, was möglich zukünftige Pandemien angeht, nicht zur Panikmache neigt, muss aber doch zur Kenntnis nehmen, dass der Autor eine pandemische Grippewelle mit noch verheerenderen Auswirkungen als die Spanische Grippe für möglich hält, und so kann sich Breidecker einer leisen Beunruhigung nicht erwehren.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.01.2009

Was bei der nächsten Epidemie passieren wird
Wilfried Wittes Geschichte der Spanischen Grippe

Als sich herumsprach, dass auch der spanische König erkrankt war, bekam die bisher tödlichste aller Grippe-Epidemien ihren Namen: die Spanische Grippe. Sie begann im März 1918 und wütete in drei Wellen so verheerend, dass selbst der Erste Weltkrieg darüber in den Hintergrund trat. Dennoch spielt die Spanische Grippe, anders als die Pest, im kulturellen Gedächtnis Westeuropas keine Rolle. Es gibt kein Denkmal und kein Archiv, hat der Mediziner und Historiker Wilfried Witte festgestellt. Er hat nun in den erhaltenen Protokollen der behandelnden Ärzte, in zeitgenössischen Zeitungsberichten, Korrespondenzen von Kolonialbeamten und der "virologischen Archäologie" recherchiert und eine kurze, dicht geschriebene Geschichte der Spanischen Grippe verfasst.

1997 gelang es Forschern, aus dem Permafrostboden Alaskas Leichen von Menschen zu bergen, die an der Spanischen Grippe gestorben waren. Inzwischen ist der Erreger bis zum letzten Gen entschlüsselt, und es steht fest, dass nicht, wie zuerst vermutet, Schweine, sondern Vögel die Überträger des …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.05.2009

Dreimal um die Welt
Pandemie-Panik: Wilfried Witte hat eine beunruhigende Geschichte der Spanischen Grippe geschrieben
Nach der Panik ist vor der Panik. Ansteckender, entzündlicher, virulenter als jedes Grippevirus ist nur das Gerücht über es. In Sekundenschnelle breitet es sich über den Globus aus und gleicht damit selbst jener Pandemie, vor der es warnen will. Im schärfer werdenden medialen Wettbewerb um maximale Aufmerksamkeit ist von der Wetterprognose über die Finanz- und Wirtschaftsnachricht bis zum jüngsten Schreckensbild eines seuchenbedingten globalen Massensterbens eine ganze Panikindustrie mit der Erzeugung und Verbreitung apokalyptischer Nachrichten befasst. Bekanntlich haben Paniken aber eine lähmende Wirkung und lösen – wenn nicht besinnungslose Aggression – lediglich Fluchtverhalten aus. Gegenüber allen tatsächlichen Gefahren, die genug Gründe zur Beunruhigung böten, sind sie hingegen verhaltensresistent.
Seit einigen Jahren – etwa so lange, wie die Welt auch auf den nächsten großen Terroranschlag von al-Quaida wartet – grassiert die Furcht vor einer globalen Pandemie, die mit der von 1918 bis 1920 wütenden Spanischen Grippe …

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Wilfried Witte, geboren 1965 im Emsland, ist Historiker und Arzt und arbeitet als Anästhesist im Berliner Benjamin-Franklin-Klinikum. Er ist Autor diverser Artikel zur Medizingeschichte in einschlägigen Fachzeitschriften.

Kundenbewertungen zu "Tollkirschen und Quarantäne" von "Wilfried Witte"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von R. Marian aus Bédoin am 04.09.2009 ***** weniger gut
Tortz der nur 100 Seiten zum Thema schweift Witte weit ab. Manchmal ist der Bezug zur spanischen Grippe nicht mehr ganz klar, wenn zwischendurch die Lebensgeschichte eines Wissenschaftlers, der sich weitläufig mit dem Thema befasst hat, erzählt wird. Andererseits vermisst man wichtige Fakten, z.B. dass ein rund Drittel der damaligen Weltbevölkerung erkrankt war.

Wer sich nüchtern ein Bild über die spanische Grippe machen möchte, könnte ebensogut den entsprechenden Artikel auf wikipedia lesen. Und sich die 16,90 € für das dünne Bändchen von Wilfried Witte sparen.

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Bewertung von TanjaThome aus Essen am 28.08.2009 ***** ausgezeichnet
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Vogelgrippe und der Spanischen Grippe? Was ist mit der Schweinepest, und was ist überhaupt eine Zoonose? Auch diesen Fragen geht Witte in seinem Buch auf den Grund und erläutert sie spannend und doch fachlich, verzichtet dabei jedoch auf allzu düstere Visionen und unnötiges Schüren von Panik.

Witte ist es gelungen, ein sehr spannendes und wahnsinnig interessantes Buch zur Spanischen Grippe zu schreiben, das umfassend und gut recherchiert über den Verlauf der Grippe, Hintergründe, Therapieversuche, aber auch über Neben- und Auswirkungen informiert. Eine wahre Goldgrube!

Wer das Buch nicht für sich selbst kaufen möchte, kann ja ein Exemplar an Paris Hilton versenden. Die wurde neulich gefragt, ob sie Angst vor der Schweinegrippe habe. Sie antwortete: “Nö, ich esse kein Schweinefleisch.” Ohne Worte.

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