Todesangst - Kernick, Simon

Simon Kernick 

Todesangst

Thriller. Deutsche Erstausgabe

Übersetzung: Blank, Gunter
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Todesangst

"Man sollte eine Taschenlampe einschalten, bevor man sich in Kernicks finstere Welt wagt." -- Spiegel Online

"Kernick gelingt das Kunststück, dass sich der Leser mit seinem Helden identifiziert und mitfiebert." -- The Times

"Spannung pur!" -- dpa

Die längsten 24 Stunden deines LebensIn dem Augenblick, in dem du deine Augen öffnest, weißt du, dass dies ein schlechter Tag wird. Im Zimmer ist es stickig und heiß. Und dann das Blut ... das Blut ist überall. Es fühlt sich an, als wärst du mitten in einen Alptraum gefallen. Aber das stimmt nicht. Dies ist die Realität. Und sie hat gerade erst begonnen.


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 398 S.
  • Seitenzahl: 400
  • Heyne Bücher Nr.43382
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 118mm x 31mm
  • Gewicht: 321g
  • ISBN-13: 9783453433823
  • ISBN-10: 3453433823
  • Best.Nr.: 26318515
"Man sollte eine Taschenlampe einschalten, bevor man sich in Kernicks finstere Welt wagt." (Spiegel Online)<br/><br/>"Spannung pur!" dpa

"Spannung pur!"
Simon Kernick wurde 1966 in der Gegend von London geboren. Nach der Schule versuchte er sich in mehreren Jobs, bevor er mehrere Jahre durch die Welt reiste. In den 90er-Jahren verdingte er sich als Barmann und später als Computersoftware-Verkäufer. Unzufrieden mit dieser Situation, machte er mit seinem alten Hobby, dem Geschichtenschreiben, ernst und schrieb zwei Sachbücher. Doch erst mit seinem ersten Thriller gelang ihm 2002 in England der Durchbruch. Mittlerweile zählt er dort zu den erfolgreichsten Krimiautoren und wurde für mehrere Awards nominiert. Seine Bücher sind in dreizehn Sprachen erschienen. Simon Kernick lebt in der Nähe von London und hat zwei Kinder. Die Authentizität seiner Romane ist seiner intensiven Recherche zu verdanken. Im Laufe der Jahre hat er eine außergewöhnlich lange Liste von Kontakten zur Polizei aufgebaut. Sie umfasst erfahrene Beamte der Special Branch, der National Crime Squad (heute SOCA) und der Anti-Terror-Abteilung. Mit Gnadenlos (Relentless) gelang ihm international der Durchbruch, mittlerweile zählt er in Großbritannien zu den erfolgreichsten Thrillerautoren und wurde für mehrere Awards nominiert. Seine Bücher sind in dreizehn Sprachen erschienen.

Leseprobe zu "Todesangst" von Simon Kernick

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Leseprobe zu "Todesangst" von Simon Kernick

Freitag

Kaum öffne ich die Augen, weiß ich, es wird ein Scheißtag. Stickige Hitze liegt im Zimmer, mein Kopf fühlt sich an, als würde ein Zwerg darauf herumtanzen, und dann das Blut . " das Blut ist überall. Ich spüre es am Kissen, das klamm an meiner Wange klebt, und an meinem ausgestreckten Arm. Die ersten paar Sekunden nehme ich alles nur verschwommen wahr, aber es ist Tag, das kann ich erkennen: Zwischen den satinglänzenden, blumengemusterten Vorhängen, die vor das einzige Fenster des Zimmers gezogen sind, zwängen sich schmale Sonnenstrahlen herein.

Das Zimmer ist mir total fremd. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wo ich bin.

Langsam wälze ich mich herum. Eine Riesenanstrengung. Alles tut weh, besonders der Kopf. Selbst im trüben Halbdunkel und in dem komischen Winkel, in dem ich auf dem Bett liege, sehe ich, dass die Kissen und das vormals blütenweiße Laken purpurrot sind. Ich konzentriere mich auf meinen Arm, der aussieht, als wäre er bis zum Ellbogen in Farbe getaucht worden, wobei ein paar Spritzer auch noch den Bizeps besprenkelt haben.

Der Schock fährt mir in die Knochen. Ich schrecke hoch, und zum zweiten Mal verschwimmt alles. Benommen starre ich auf das Bett, um mir irgendeinen Überblick zu verschaffen. Unter den Laken zeichnet sich ein Knäuel ab. Es ist zwar völlig bedeckt, hat aber beunruhigend menschliche Formen. Das Blut scheint von der oberen Hälfte zu stammen. Mir wird schwindlig. Ich versuche mich an die vergangene Nacht zu erinnern, durchforste mein Hirn nach einem Hinweis, was ich in diesem blutgetränkten Bett, in diesem fremden Zimmer tue. Mir fällt nichts ein. Rein gar nichts.

Der gestrige Tag ist ein leeres Blatt.

Ein Gedanke durchzuckt mich. Panik flackert auf. Wie viel von meinem Gedächtnis habe ich verloren? Bin ich jetzt eines dieser armen Würstchen, deren Vergangenheit ausgelöscht wurde, und die nicht einmal mehr ihren eigenen Namen kennen? Nein, doch. Ich weiß ja, wer ich bin. Ich heiße Tyler. Ich bin Autohändler. Einer von der besseren Sorte. Ich besitze eine BMW-Niederlassung. Ich war Berufssoldat. Und das ziemlich lange. Ich habe in Nordirland, im ersten Golfkrieg, in Bosnien und in Sierra Leone gekämpft. Und ich habe jede Menge Ärger am Hals. So viel ist mir jetzt schon klar.

Meine Augen wandern von dem Knäuel zum Radiowecker und wieder zurück. 9:51 Uhr morgens. Ziemlich spät für mich. Normalerweise bin ich Frühaufsteher. Ich schalte die Nachttischlampe ein, die plötzliche Helle zwingt mich, die Augen zusammenzukneifen.

Mein Mund ist staubtrocken, und ich fühle mich wie ausgekotzt. Ich habe nicht die geringste Lust, unter das Laken zu schauen, aber ich weiß, dass ich das werde tun müssen.

Ich winde mich mit steifen Gliedern aus dem Bett und greife mit beiden Händen nach dem Laken. Sie zittern ein wenig. Als ich das Laken berühre, zucke ich zurück, weil es unangenehm feucht ist. Dann packe ich zu und reiße es mit einer schnellen Bewegung weg.

O mein Gott.

Ich würge, schnappe nach Luft, torkle ein paar Schritte zurück und knalle gegen die Wand. Will nicht glauben, was ich da sehe. Der Schock schlägt brutal zu .

Eine nackte junge Frau mit sehr blasser Haut liegt steif und leblos auf dem Rücken. Ihr Körper wirkt, als wäre er einmal geschmeidig und athletisch gewesen, ein bisschen sehr schlank vielleicht. Unter einem silbernen Bauchnabelpiercing ist neben einem schmalen, perfekt ausrasierten Streifen schwarzen Schamhaars das verblassende Tattoo eines Schmetterlings zu erkennen. Ihre Fingernägel sind hellblau lackiert, am Mittel- und Zeigefinger der rechten Hand trägt sie mit keltischen Symbolen verzierte Ringe.

Doch am meisten verstört und ängstigt mich die Tatsache, dass der Kopf fehlt. Wo der Kopf abgesägt oder abgehackt wurde, ragt der Hals als eingerissener, blutiger Stumpen aus einer riesigen purpurnen Blutlache heraus. Es ist die einzig sichtbare Wunde.

Einige Sekunden lang - es mögen drei sein oder auch zwanzig - starre ich auf die Leiche hinunter, und obwohl ich keinerlei Erinnerung an die vergangene Nacht habe, bin ich mir hundertprozentig sicher, dass ich für das, was hier geschehen ist, nicht verantwortlich bin.

Wissen Sie, auch ohne ihren Kopf erkenne ich dieses Mädchen.

Sie heißt Leah Torness, und ich habe sie geliebt.

Ich kann es nicht fassen. Gestern noch war sie eine lachende, fröhlich drauflosplappernde junge Frau, die das ganze Leben vor sich hatte. Und heute ist sie ein hingeschlachteter Körper, bleich und leblos wie eine Alabasterstatue. Ich habe einen grauenhafter Kater, und der Schwindel schüttelt mich in heftigen, kräftezehrenden Wellen. Ich habe schon früher frische Leichen gesehen, auf dem Schlachtfeld. Sie geben zwar immer einen furchtbaren Anblick ab, aber dies hier ist schlimmer. Viel schlimmer. Auf dem Schlachtfeld ist man gegen den Tod gewappnet, als Soldat ständig darauf vorbereitet, doch ich bin seit drei Jahren Zivilist, und die Erinnerungen an Tod und Kordit beginnen zu verblassen. Und was die junge Frau vor mir angeht, sie hat nie in einem Krieg gekämpft und ist nie in der Schusslinie gestanden. Sie war ein fünfundzwanzigjähriges Kindermädchen, die das Großstadtleben genoss. Sie war unschuldig. Warum sollte jemand sie töten?

Warum?

Ich kann sie nicht länger anschauen, sonst drehe ich durch. Ein obszöner Anblick, dem man sich irgendwie nicht entziehen kann. Trotzdem zwinge ich mich wegzusehen und suche das Zimmer nach etwas Vertrautem ab, nach etwas, das vielleicht sogar erklärt, wie ich hierhergeraten bin. Abgesehen vom Bett, das in Leahs Blut schwimmt, ist das Zimmer nett eingerichtet, möbliert in einem altmodischen, aber unverkennbar weiblichen Stil, an den pastellfarbenen Wänden hängen billige Reproduktionen von Stillleben und klassischen Ölgemälden. Die Möbel - ein gewaltiger doppeltüriger Kleiderschrank, eine Kommode und ein Waschtisch mit einem ovalen Spiegel - sind aus alter Kiefer und bilden ein Ensemble. Sie erinnern mich an eine Puppenstube. Nur dass in der Ecke ein schwarzes Metallregal steht, auf dem sich ein Fernseher befindet. In einem der Fächer liegt ein DVD-Spieler und darauf eine geknickte Pappe, die sofort meine Aufmerksamkeit weckt, weil jemand darauf etwas mit schwarzem Filzstift geschrieben hat. In sauber gezogenen Großbuchstaben. Immer noch zitternd gehe ich hin. Und fluche.

Die obere Zeile sagt nur TYLER, und darunter steht DRÜCK PLAY.

Kundenbewertungen zu "Todesangst" von "Simon Kernick"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 2.7 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** gut)
***** ausgezeichnet
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
 
(1)
***** weniger gut
***** schlecht
 
(1)
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Bewertung von Kristin Friedrich aus Hof am 26.12.2010 ***** gut
Als Tyler am Morgen aufwacht, merkt er gleich, dass irgendetwas nicht stimmt. Doch am liebsten hätte er die Augen nicht aufgeschlagen, denn als er diese öffnte, wartet das Grauen auf ihn.
Zunächst sieht er überall Blut. Auf dem Bett, an den Wänden und der Fußboden erst - Aber halt! Als sein Blick nach unten wandert, bemerkt er die Leiche die dort enthauptet liegt. Damit noch noch nicht genug. Die Tote ist seine geliebte Freundin Leah!
Aber Typler hat keine Zeit sich von dem Schrecken zu erholen, denn er soll sich eine DVD ansehen. Und was er darauf findet, kann er einfach nicht glauben. Ausgerechnet er soll die Frau, die er so sehr geliebt hat, auf grausame Art und Weise umgebracht haben? Er kann sich einfach nicht an die letzte Nacht erinnern und der Mann auf dem Video ist eindeutig er! Von nun an überschlagen sich die Ereignisse und Tyler erlebt die wohl 24 schlimmsten Stunden seines Lebens...

"Todesangst" ist ein Thriller, der es wirklich in sich hat. Wir erleben 24 furchtbare Stunden von Tyler - dem Hauptprotagonisten - mit. Langweilig wird es in diesem Buch nie.

Allerdings dauert es eine Weile, bis man sich an den Schreibstil gewöhnt hat. Simon Kernick beschreibt die Ereignisse aus der Sicht von Tyler in der Ich-Perspektive. Außerdem geschieht alles in der Gegenwart, was auch gewöhnungsbedürftig ist.

Wie schon erwähnt, überschlagen sich in "Todesangst" die Ereignisse permanent. Leider folgen die Geschehnisse so schnell aufeinander, dass ich als Leser teilweise überfordert war. In dem 400 Seiten starken Buch erleben wir gerade einmal 24 Stunden. Und alles was passiert, ist wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte.

Grundsätzlich habe ich das Buch als spannend und aufregend empfunden. Allerdings gibt es durch den Schreibstil und die Umsetzung einige Minuspunkte von mir. Deshalb nur drei von fünf möglichen Sternen. Wer aber Actionfilme oder Bücher in denen in einem kurzen Zeitraum sehr viel passiert mag, der ist mit "Todesangst" von Simon Kernick gut bedient.

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Bewertung von falkootiger aus Uehlfeld am 28.09.2010 ***** schlecht
Hat mir nicht gefallen zu viel Blut und zu übertrieben!

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von TheSilencer aus Berlin am 29.08.2010 ***** sehr gut
Tyler, in der Regel Einzelgänger, hat vor drei Wochen im Supermarkt seine Liebe auf den ersten Blick getroffen. Nichts scheint ihrem Glück entgegen zu stehen.

Bis er eines Morgens mit einem Filmriß aufwacht. Bevor er seine Gedächtnislücke schließen kann, bemerkt er neben sich eine enthauptete Leiche: seine Traumfrau liegt in einem Alptraum von Blut.

Eine DVD im Player in diesem ihm unbekannten Zimmer zeigt, wie er den Mord begeht. Und wenn er der Aufforderung nicht nachkommt, einen Kurierdienst zu erledigen, ist dies nur der Anfang.

Kernick schrieb diesen Thriller wie in Echtzeit. Die ausweglose Situation, die Ahnungslosigkeit lassen einen an der Hetz durch die Seiten teilhaben.

Einige Handlungstränge sind zwar leicht durchschaubar, doch dies tut der Spannung keinen Abbruch.

Mike Bolt, der Bulle aus "Gnadenlos" und "Deadline" hat auch seinen Auftritt, diesmal ist er aber nur eine Randfigur.

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