Tod & Flora - Eisendle, Helmut

Helmut Eisendle 

Tod & Flora

Ein Glossar über die Verwendung von Giftpflanzen für den asthenischen Täter. Nachw. v. Thomas Eder

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Tod & Flora

Hier findet man eine handliche Anleitung zum vernünftigen Giftmord und also zur Verbesserung der Welt.

Dieses Buch ist eine wirkliche Trouvaille, eine Überraschung, ja eine kleine Sensation: Es handelt sich um ein der Forschung bislang entgangenes Buch von Helmut Eisendle, das dieser Anfang der siebziger Jahre als Unikat hergestellt hat und das in einer österreichischen Privatbibliothek bewahrt wurde. Es ist ein kluges, schönes und nicht zuletzt außerordentlich witziges Buch. Sein Ausgangspunkt ist der Befund, dass die Welt nicht so ist, wie sie sein sollte, und das vor allem wegen der ungleichen Verteilung der Macht, die die Machtlosen dazu nötigt, sich etwas einfallen zu lassen. Das ist die Stunde des wissenschaftlich orientierten Autors: In sorgfältig argumentierender Deduktion belegt er die Notwendigkeit des Handelns, zeigt auf, wer unter welchen Bedingungen und wie als Täter eingreifen sollte, und liefert dann mit einem Glossar von 33 Giftpflanzen dazu die nötigen Waffen. Prachtvolle farbige Tafeln zeigen das Gewächs, eine Tabelle listet die biologischen und vor allem toxischen Qualitäten auf und eine nicht weniger prachtvolle Fallgeschichte exemplifiziert jeweils die finalisierende Wirkung der Gifte. Gerade in Zeiten von Missmanagement und Krisen dürften die Konfliktsituationslösungsmöglichkeiten, die dieses Buch empfiehlt, den entschlossenen Täter stärken.


Produktinformation

  • Verlag: Jung Und Jung
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 175 S. m. 33 Farbtaf..
  • Seitenzahl: 175
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 123mm x 20mm
  • Gewicht: 304g
  • ISBN-13: 9783902497598
  • ISBN-10: 3902497599
  • Best.Nr.: 26467308

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Mit Wohlgefallen hat Karl-Markus Gauß dieses Buch von Helmut Eisendle gelesen. Das vor vierzig Jahren erstellte Unikat, das zu seiner Freude jetzt veröffentlicht wurde, bietet in seinen Augen instruktive Beschreibungen von in der Volksmedizin bekannten Heilpflanzen, die bei entsprechender Dosierung auch zum Tod führen können, prachtvolle Farbillustrationen aus einem alten botanischen Lehrbuch sowie kuriose Anekdoten um den tödlichen Einsatz dieser Pflanzen. Er liest das Buch und insbesondere die Einleitung, in der Eisendle eine "aberwitzige Theorie" vom Kampf der "sthenischen Minderheit" gegen die "asthenische Mehrheit" aufstellt und dabei den den akademischen Jargon seiner Zeit karikiert, auch als Wissenschafts-Satire. Das Urteil des Rezensenten: ein "munterer Text, der seinen Charme bewahrt hat".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.02.2010

Dem Pfarrer wird übel
Wie man Menschenfeinde mit pflanzlichen Mitteln vergiftet
Im Jahre 1970 erstand der Lektor des Salzburger Residenz-Verlages, Jochen Jung, von seinem Autor Helmut Eisendle ein Unikat: ein Buch mit dreiunddreißig prächtigen Farbillustrationen von Heilpflanzen, die einem alten botanischen Lehrbuch entnommen waren, kurzen, fachkundigen Beschreibungen dieser als Medizin wie als Gift verwendbaren Pflanzen sowie dreiunddreißig skurrilen, jeweils „Kasus” genannten Anekdoten. In diesen berichtet der Autor, wozu all das abgebildete und beschriebene Grünzeug dienen kann, nämlich dem guten Zweck, herzlose Herrschaften, Menschenfeinde, Leuteschinder unauffällig ums Eck zu bringen. Dreiunddreißig in der Volksmedizin bekannte Pflanzen, dreiunddreißig Arten, Feinde des einfachen Volkes zu beseitigen.
Der „stumpfblättrige Ampfer” etwa, auch „Grindwurz” oder „Scheißkraut” genannt, wird von Eisendle zuerst in seinem Erscheinungsbild und dann in seiner toxischen Wirkung vorgestellt. Am Ende aber erzählt er den „Kasus”, dass die verstoßene Köchin eines Pfarrers sich an diesem mit einem letalen Gericht rächte und ihm zum …

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Helmut Eisendle, geboren 1939 in Graz, gestorben 2003 in Wien. Studium der Psychologie, Philosophie und Biologie, seit 1972 freier Schriftsteller.

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