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Tizian
Produktinformation
- Verlag: Hirmer
- 2000
- 2000.
- Ausstattung/Bilder: 334 S. m. 300 Farb- u. 20 SW-Abb.
- Seitenzahl: 334
- Deutsch
- Abmessung: 343mm x 289mm x 36mm
- Gewicht: 3065g
- ISBN-13: 9783777486604
- ISBN-10: 3777486604
- Best.Nr.: 09022560
Produktbeschreibung zu "Tizian"
Kurzbeschreibung
Diese grundlegende Monographie untersucht das gesamte uvre unter allen für die kunsthistorische Betrachtung wichtigen Aspekten und erschließt seine außerordentliche Malweise in zahlreichen Detailaufnahmen.
Beschreibung
Tiziano Vecellio, geboren um 1488 - 1490 in Pieve di Cadore, ging bereits in jungen Jahren nach Venedig, das zu seiner Wahlheimat wurde. Auch wenn ihn Aufträge von Papst Paul III. oder Kaiser Karl V. kurzzeitig nach Rom und Augsburg führten, blieb er bis zu seinem Tode am 27.8.1576 im wesentlichen in Venedig tätig.
Wie Giorgione, den die Kunstkritik lange irrtümlich für seinen Lehrer hielt, wandte sich Tizian vom institutionalisierten Quattrocentostil der Bellini-Werkstatt ab und revolutionierte die venezianische Malerei, indem er sie einer atmosphärisch-sinnlichen Richtung zuführte und Licht- und Farbeffekte über die Zeichnung erhob. Sein Erfolg basiert auch auf seiner einflußreichen Stellung als offizieller Maler der Republik Venedig und des spanischen Königshauses.
Der vorliegende Band versucht, den künstlerischen Werdegang Tizians neu zu beleuchten, insbesondere sein Frühwerk zu bestimmen. Die Tatsache, daß er nach dem Tod Giorgiones 1510 einige von dessen Werken fertiggestellt hatte, führte zu Spekulationen hinsichtlich der Autorschaft. Doch Tizians Malstil ist weniger zart-poetisch als voller Energie und Sinnlichkeit, und seine Technik reduziert sich immer mehr zu Pinselhieben mit pastoser Farbe. Seine harmonische, durch Lichteffekte hellgleißende oder tiefglühende Farbigkeit entwickelte sich zu immer stärkeren Helldunkelkontrasten und führt ebenso auf die Barockmalerei hin wie seine kompositorischen Verschränkungen und die dynamisch den Raum erobernden "Schraubbewegungen".
Zu Tizians Auftraggebern gehörten vor allem Mitglieder des italienischen Adels und des Klerus. Neben seinen repräsentativen Historiengemälden, seinen Sakralbildern und seinen hintergründig-heiteren Allegorien zeugen vor allem seine zahlreichen Porträts von der außerordentlichen Fähigkeit, Personen nicht nur realistisch, sondern in ihrer psychologischen Struktur auf die Leinwand zu bannen.
Im ausführlichen Katalogteil werden die 294 eigenhändigen Werke hinsichtlich ihrer Provenienz, der Zuschreibungsproblematik und der korrekten chronologischen Einstufung innerhalb des künstlerischen Oeuvres untersucht.
29.09.2001
Am Mühlberg vor dem Tore wartet Gunter Schweikhart auf
seinen Namen
Lebensfreude und Glückseligkeit der Sinne ist das eine, die
gediegene kunsthistorische Studie das andere: Filippo Pedrocco
zelebriert Kennerschaft am Beispiel Tizians
"So wird hier beständig die jahrhundertealte künstlerische
Tradition Venedigs vergegenwärtigt, innerhalb derer sich Tizians
großes Herz hatte formen können. Eine interpretative Linie, die zu
keiner Zeit die dokumentarische Wahrheit aus dem Blick verliert und
niemals die einheitliche Leitlinie verunklärt, an der sich die
wunderbare Persönlichkeit Tizians über rund achtzig Jahre hinweg
entwickelt hat." Mit diesen Sätzen leitet Terisio Pignatti das
Tizian-Buch seines Schülers Filippo Pedrocco ein. Und in der Tat:
Die "wunderbare Persönlichkeit" und die Formung des
"großen Herzens" begegnen dem Leser immer wieder als
Schlüsselworte in dieser monumentalen Darstellung, die beansprucht,
endlich die "tiefsten und intimsten Geheimnisse der
künstlerischen Schöpfung" des Malers aus Pieve di Cadore zu
erleuchten.
"Leben und Werk" ist daher auch der interpretatorische
Einführungsteil des Buches betitelt. …
29.09.2001
So freundlich im Ton diese Rezension von Christine Tauber
daherkommt, so deutlich ist ihre Botschaft: diese Tizian-Monografie
ist ein ärgerliches Machwerk. Der Autor, erfahren wir,
schwadroniert in bester genieästhetischer Tradition von
"tiefsten und intimsten Geheimnissen der künstlerischen
Schöpfung", er sitzt noch den unglaubwürdigsten Legenden auf,
die Giorgio Vasari aus keinen guten Gründen in die Welt gesetzt
hat, und er ist auch in seinem größten Ehrgeiz unsolide, der
möglichst genauen Datierung der Werke. Dabei nämlich stützt er sich
oftmals ausschließlich auf das, so Tauber, "wenig zuverlässige
Kriterium der Stilkritik". Katastrophal ist zudem, nach
Meinung der Rezensentin, die Übersetzung geraten, wenig Freude
machen "Schludrigkeiten" im Register, im
Literaturverzeichnis und in den Bildlegenden. Immerhin gibt es zum
Schluss noch ein wenig Lob: für die "opulente
Ausstattung" und für den besseren zweiten Katalogteil, den
allerdings, wie sich beim Blick aufs Kleingedruckte herausstellt,
eine auf dem Titel ungenannte Mitarbeiterin verfasst hat.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezension
"Die von Filippo Pedrocco, einem ausgewiesenen Kenner der venezianischen Malerei, verfaßte Monographie führt Entwicklung und stilistische Bandbreite Tizians eindrucksvoll vor Augen. ... Es ist ein erfreulich umfangreicher und vorzüglich bebilderter, chronologisch gegliederter Katalog. Dessen Nummern referieren jeweils die Provenienz des Bildes und den Stand der wichtigsten Forschung." (Leben&Lesen)
Autorenporträt zu "Filippo Pedrocco"
Filippo Pedrocco, geboren 1950 in Venedig, ist Experte für
venezianische Malerei. Zunächst Soprintendente des Museo del
Settecento Veneziano in der Ca' Rezzonico, betreut er seit 1999
als Kurator die Sammlungen alter Kunst in den Städtischen Museen
von Venedig.
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