Tierphilosophie zur Einführung - Wild, Markus

Markus Wild 

Tierphilosophie zur Einführung

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Tierphilosophie zur Einführung

Was unterscheidet Mensch und Tier? Denken Tiere? Haben Tiere Rechte? Das sind die drei zentralen Fragen der Tierphilosophie. Die vorliegende Einführung konzentriert sich auf die ersten beiden Fragen und entwirft zum ersten Mal einen Ansatz, in dem Tiere konsequent zum Ausgangspunkt philosophischer Reflexion werden. Tiere sind denkende Wesen, und der Mensch ist schon als Tier ein denkendes Wesen. Allerdings unterscheidet er sich dadurch vom Tier, dass er eine kulturelle Welt hervorgebracht hat, die ihn weit über das tierliche Bewusstsein hinausblicken lässt. Ausgehend von neuen Untersuchungen aus der Verhaltensforschung zu Affen, Krähen und anderen Tieren und den Überlegungen von Philosophen wie Descartes, Darwin, Davidson, Dretske oder Derrida spannt dieser Band ein Panorama des Nachdenkens über Tiere auf, das auch den Blick auf den Menschen verändert.


Produktinformation

  • Verlag: Junius Verlag
  • 2008
  • 2., erg. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 232 S.
  • Seitenzahl: 232
  • Zur Einführung
  • Deutsch
  • Abmessung: 171mm x 121mm x 22mm
  • Gewicht: 251g
  • ISBN-13: 9783885066514
  • ISBN-10: 3885066513
  • Best.Nr.: 23396449
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.06.2008

Harte Nüsse für dich und mich

Der Mensch ist ein Tier besonderer Art. Das ist keine Einsicht, die sich erst Darwin verdankt. Schließlich reicht die Tradition, den Menschen durch Abgrenzungen vom Tier zu bestimmen, weit zurück. Aber die Etablierung des Evolutionsgedankens brachte in dieser Geschichte menschlicher Selbstbetrachtung im Spiegel des Tieres eine entscheidende Wendung. Ähnlichkeiten genauso wie Unterschiede zwischen den mentalen und sozialen Fähigkeiten von Mensch und Tier erhielten nun als entwicklungsgeschichtliche Übergänge eine neue Bedeutung. Darwin selbst strich diesen Schritt im "Ursprung der Arten" gebührend hervor: "Die Psychologie wird auf einer neuen Grundlage weiterbauen: dass jedes geistige Vermögen und jede Fähigkeit notwendig nur stufenweise erlangt werden kann. Licht wird auch fallen auf den Menschen und seine Geschichte."

Dieser Grundsatz der Entwicklung auch der mentalen Fähigkeiten entlang evolutionärer Bahnen ist uns heute selbstverständlich. Auf den ersten Blick könnte das die Vermutung nahelegen, dass die einst heftig debattierte Frage, ob und welche Art von Geist den Tieren zukomme, erledigt sei. Doch dieser …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Als anspruchsvoll und kompetent lobt Rezesentin Hilal Sezgin das Buch des Berliner Philosophen über die Grenze zwischen Mensch und Tier. Es gehe um die Vorbedingungen dieser Beziehung ebenso wie die grundsätzliche Frage, ob ein Mensch lediglich ein durch das Denken erweitertes Tier sei. Wild referiere repräsentative Positionen von Philosophen, Kognitionswissenschaftern und Biologen, und zwar, wie die Rezensentin findet, ausführlich und fair. Dass der Begriff "Tierphilosophie" nicht immer ganz präzise und eindeutig verwendet wird und auch zwischen Darstellung und Interpretation mitunter wenig unterschieden wird, verwirrt die Rezensentin mitunter.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.09.2008

Schon als Tier hat der Mensch Geist
Vernunft ist überall: Markus Wild führt in die Tierphilosophie ein
In der Philosophie galt der Mensch immer schon als „Tier plus X”. Bei Aristoteles etwa ist X die Politik, bei Hegel das Denken, bei Harry Frankfurt, um einen Heutigen zu nennen, ist es die Fähigkeit, die eigenen Wünsche bewerten zu können. Den Körper, die Triebe haben wir mit Tieren gemein, „Geist” aber, mentale und soziale Fähigkeiten, kommen nach solchen Vorstellungen nur den Menschen zu. Doch seit den antiken Skeptikern ist klar, dass es alles andere als einfach ist, die Grenzen im Detail zu ziehen. Wenn ein Hund an einer Kreuzung zwei Wege beschnuppert und schließlich den dritten Weg unbeschnuppert wählt – hat er dann nicht gefolgert, also gedacht, dieser müsse es sein, weil es die beiden anderen nicht sind?
Heute sind Philosophen nicht mehr auf sporadische Gelegenheitsbeobachtungen angewiesen, sondern können auf eine reiche Sammlung von vielfältigen Experimenten der Tierverhaltensforschung zurückgreifen. Markus Wild, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für theoretische Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin, gibt nun …

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"Wild führt den Leser Schritt für Schritt mit vielen Beispielen in das Thema ein, Begriffe werden laufend erläutert, und am Schluss finden sich zu den einzelnen behandelten Themen weiterführende Literaturangaben. Empfehlenswert." (Information Philosophie)<br/><br/>"Souverän, auch witzig und in einer durchweg klaren Sprache macht Wild in aller Kürze die Argumente sehr unterschiedlicher Theorien verständlich. Er schöpft aus Psychologie, Ethnologie und verschiedensten Spielarten der Philosophie und bietet damit ein selten gelungenes Beispiel von Interdisziplinarität. Er lässt Stimmen von Behavioristen und Poststrukturalisten auftauchen, doch insgesamt hat seine Einführung ein klares Programm: Der Mensch ist ein Tier, heißt es, und vor allem: Er hat als Tier schon Geist." (Süddeutsche Zeitung)
Markus Wild ist wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Theoretische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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