'Tiere sehen dich an' - Wollschläger, Hans

Hans Wollschläger 

'Tiere sehen dich an'

Essays, Reden

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'Tiere sehen dich an'

In vier Essays, allen voran dem Großessay "Tiere sehen dich an", setzt sich Hans Wollschläger mit dem Verhältnis des Menschen zu seinen 'Mitgeschöpfen', wie sie das Tierschutzgesetz der Bundesrepublik weihevoll nennt, auseinander. Dabei bilden seine entlarvenden Kommentierungen des Tierschutzgesetzes nur den Rahmen für die Entwicklung einer verallgemeinerten radikal-pessimistischen Weltsicht: Die Quälerei der Tiere in Wissenschaft und Wirtschaft wird aus Sicht der Psycholanalyse zum Muster eines universellen Zerstörungszusammenhangs der Menschheit.

Maul- und Klauenseuche, Rinderwahn, Schweinepest - die Meldungen über die Katastrophen in der industrialisierten Landwirtschaft haben in den letzten Jahren immer wieder auch grelle Schlaglichter auf die lebenverachtenden Umstnde geworfen, unter denen Tiere als Nahrungsquelle unserer Gesellschaft gehalten werden. In vier Essays, allen voran dem Groessay "Tiere sehen dich an", setzt sich Hans Wollschlger mit dem Verhltnis des Menschen zu seinen "Mitgeschpfen", wie sie das Tierschutzgesetz der Bundesrepublik weihevoll nennt, auseinander - "Mitgeschpfe", die jhrlich zu Millionen gemstet, geschlachtet oder im Namen der Wissenschaft in Labors zu Tode geqult werden. Dabei bilden seine entlarvenden Kommentierungen des Tierschutzgesetzes, stilistisch und methodisch im Geiste Karl Kraus' verfat, nur den - schauerlichen - Rahmen für die Entwicklung einer verallgemeinerten radikalpessimistischen Weltsicht: Die Qulerei der Tiere in Wissenschaft und Wirtschaft wird aus Sicht der Psychoanalyse zum Muster eines universellen Zerstrungszusammenhangs der Menschheit, deren gesamte Geschichte sich als Schlachtbank darstellt - ein einziges Kontinuum von der NS-Menschenqulerei (dem "Potential Mengele") über die Tierqulerei in Schlachthfen und Labors bis hin zur mechanistischen Lebensfeindlichkeit der Apparate- und Prparatemedizin, der Wollschlger ein eigenes ausfhrliches Kapitel widmet.

Der Autor
Hans Wollschlger, geb. 1935, ist Schriftsteller, bersetzer (James Joyce, E. A. Poe), Historiker, Rhetor, Essayist und psychoanalytisch ausgerichteter Literarhistoriker.

Im Wallstein Verlag erschien 1997 in der Reihe der Göttinger Sudelblätter: "Wiedersehen mit Dr. F. - Beim Lesen in letzter Zeit", ISBN 3-89244-275-4.


Produktinformation

  • Verlag: Wallstein
  • 2002
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 331 S.
  • Seitenzahl: 331
  • Schriften in Einzelausgaben
  • Deutsch
  • Abmessung: 198mm x 128mm x 30mm
  • Gewicht: 430g
  • ISBN-13: 9783892445166
  • ISBN-10: 3892445168
  • Best.Nr.: 10262978
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.01.2003

Tritt vor den Spiegel und öffne Dein Gebiss
So gut geahnt und so schlecht gesprochen: Hans Wollschlägers berühmter Essay für die Tiere ist von tragischer Unzulänglichkeit
Es ist immer schmerzlich, eine gute Sache schlecht vertreten zu finden. Und so bedeutet der Band „Tiere sehen dich an” von Hans Wollschläger eine schmerzliche Lektüre, nicht obwohl, sondern weil er recht hat. Er will die Tiere in Schutz nehmen gegen alles, was Menschen ihnen antun, gegen die Tierversuche der Forschung, gegen die grauenhaften Zustände der Massenviehhaltung, gegen die Hölle der Schlachthäuser. Wer hier seine Aufgabe sieht, und als Einzelner gar, der tut gut daran, viel Kraft mitzubringen und sie sorgsam einzuteilen, um seinem Entsetzen Gestalt und seiner Empörung Wirksamkeit zu verleihen. An beidem jedoch, an der Kraft und ihrer Ökonomie, aber fehlt es Wollschläger.
„,Tiere sehen dich an‘ oder das Potential Mengele” ist ein langer Essay, den er schon einmal vor fünfzehn Jahren publiziert hat und den nun, zusammen mit einigen kleineren Stücken ähnlichen Inhalts, der Wallstein-Verlag neu herausgibt. Klarheit wäre die erste Forderung gewesen, die man an ein …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Dies ist der erste Band einer geplanten "Einzelwerkausgabe" der Schriften von Hans Wollschläger. Das Pamphlet nimmt die Situation des Tierschutzes sehr konkret in den Blick - nämlich als Kommentar zum deutschen Tierschutzgesetz -, aber auch in größter Allgemeinheit, auf den kultur- und menschheitspessimistischen Spuren Schopenhauers und Freuds. Die Welt erscheint Wollschläger nur mehr als "große Schlachtbank", die Analysen des Autors sind, so der Rezensent (Kürzel rox.) nicht originell, aber ganz und gar "gnadenlos". Wie sehr er sie teilt, verrät der Rezensent nicht, des Verfassers "Sprachmächtigkeit" und "kulturhistorisches Wissen" hebt er jedoch hervor.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Hans Wollschläger gehört zu den renommiertesten deutschen Arbeitern im Dienst der Literatur. Mit seinen Übersetzungen der Werke von James Joyce und Edgar Ellen Poe sind Generationen groß geworden. Als Tierschützer hat er sich gelegentlich, doch bislang nie an vorderster Front hervorgetan. (...). In seinen mit Verve und der Wut der Verzweiflung verfassten Streitschriften für das Tier als Mitgeschöpf und gegen das Tier als Nutzsache stürzt sich Wollschläger in eine Schlacht gegen den »kollektiven Sadismus«, die so aussichtslos scheint wie der Kampf Davids gegen Goliath. Dass er es dennoch tut, dass er weder missionarisches Eifern noch Pathos scheut, macht sein Buch auf angenehme Weise völlig unmodern." (Dierk Wolters, Frankfurter Neue Presse)<br />"Es sind Wollschlägers Sprachmächtigkeit und sein kulturhistorisches Wissen, die diesen Essay über das belastete und belastende Verhältnis von Mensch und Tier kennzeichnen." (NZZ)<br />"Wenn der Wallstein-Verlag jetzt eine Wollschläger-Werkausgabe startet, wird die Bekanntschaft mit einem Autor ermöglicht, bei dem Gedankenschärfe und sprachliche Geschliffenheit eine einzigartige Verbindung eingehen." (Westfalen-Blatt)

"Hans Wollschläger gehört zu den renommiertesten deutschen Arbeitern im Dienst der Literatur. Mit seinen Übersetzungen der Werke von James Joyce und Edgar Ellen Poe sind Generationen groß geworden. Als Tierschützer hat er sich gelegentlich, doch bislang nie an vorderster Front hervorgetan. (...). In seinen mit Verve und der Wut der Verzweiflung verfassten Streitschriften für das Tier als Mitgeschöpf und gegen das Tier als Nutzsache stürzt sich Wollschläger in eine Schlacht gegen den »kollektiven Sadismus«, die so aussichtslos scheint wie der Kampf Davids gegen Goliath. Dass er es dennoch tut, dass er weder missionarisches Eifern noch Pathos scheut, macht sein Buch auf angenehme Weise völlig unmodern." (Dierk Wolters, Frankfurter Neue Presse)<br />"Es sind Wollschlägers Sprachmächtigkeit und sein kulturhistorisches Wissen, die diesen Essay über das belastete und belastende Verhältnis von Mensch und Tier kennzeichnen." (NZZ)<br />"Wenn der Wallstein-Verlag jetzt eine Wollschläger-Werkausgabestartet, wird die Bekanntschaft mit einem Autor ermöglicht, bei dem Gedankenschärfe und sprachliche Geschliffenheit eine einzigartige Verbindung eingehen." (Westfalen-Blatt)
Hans Wollschläger, geboren 1935, war Übersetzer, Schriftsteller, Historiker, Religionskritiker, Rhetor, Essayist und Literaturhistoriker. Er erhielt neben vielen anderen Auszeichnungen 2005 den Friedrich-Baur-Preis für Literatur der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 2007 verstarb Hans Wollschläger.

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