Stalin und Schostakowitsch - Wolkow, Solomon

Solomon Wolkow 

Stalin und Schostakowitsch

Der Diktator und sein Künstler

Broschiertes Buch
 
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Stalin und Schostakowitsch

Kaum je in der Kulturgeschichte hat es ein so schicksalhaftes Verhältnis zwischen Potentat und Künstler gegeben wie dasjenige von Stalin und Schostakowitsch. Solomon Wolkow, langjähriger enger Mitarbeiter des großen Komponisten, hat sich wie kein zweiter in diese ungleiche Beziehung vertieft. Er versteht es meisterhart, sie als Lehrstück von macht und Kunst vor dem Hintergrund der von Repression und Aufbegehren geprägten russischen Kulturgeschichte zu erzählen.


Produktinformation

  • Verlag: List Tb.
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 461 S., 33 Abb. auf Taf.
  • Seitenzahl: 461
  • List Taschenbücher Nr.60655
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 125mm x 27mm
  • Gewicht: 411g
  • ISBN-13: 9783548606552
  • ISBN-10: 3548606555
  • Best.Nr.: 20772368

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Das Verhältnis zwischen dem Diktator Stalin und dem Komponisten Schostakowitsch war intensiv, aber auch gefährlich - dies natürlich nur für letzteren. Was den Komponisten angesichts des immer wieder aufbrechenden Unwillens Stalins gerettet habe, so Thomas Urban, war gelegentlich wohl Glück, dann aber auch der musikalische Unverstand des Diktators. Die subversiven "Subtexte", die Schostakowitsch in seine Sinfonien einbaute, habe nämlich weder Stalin wahrgenommen noch sein parteiideologisch gehorsamer Musikexperte Andrej Schdanow. Diese Verhältnisse weiß Solomon Wolkow glänzend darzustellen, lobt der Rezensent, passagenweise sogar so "spannend wie ein Detektivroman". Die Nähe des Autors zu Schostakowitsch - dieser hatte ihm in seinen letzten Lebensjahren seine Memoiren diktiert - kommt dem Buch zu Gute, das über das Verhältnis der beiden hinaus aber auch zum "überaus wichtigen und überdies lebendigen Beitrag zu einem der großen Themen unserer Zeit" geworden ist, nämlich zur politischen Verführbarkeit des Intellektuellen. So wird Wolkows Studie zu einer "eindrucksvollen Untersuchung".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.06.2004

Im Schutz der Gottesnarrenkappe
Solomon Wolkow erzählt, wie Dmitri Schostakowitsch über Stalin triumphierte
Als Dmitri Schostakowitsch (1906 bis 1975) erfuhr, auf welche Weise der mit ihm befreundete Theaterregisseur Wsewolod Meierhold von der sowjetischen Geheimpolizei gefoltert worden war, fiel er in Ohnmacht. Er war also zartbesaitet. Doch war dies nur eine Seite seines Charakters. Er konnte auch hart sein und hartnäckig. Er nahm sogar den Kampf mit Stalin auf - doch führte er ihn auf seine Weise, mit Mitteln der Musik, wie Solomon Wolkow in seiner eindrucksvollen Untersuchung über das Verhältnis des Kremlherrn zu dem Künstler darlegt.
Wolkow hatte Schostakowitsch in dessen letzten Lebensjahren sehr nahe gestanden. Der weltberühmte Komponist hatte dem Leningrader Musikstudenten seine Memoiren diktiert. Das Manuskript konnte aus der Sowjetunion herausgeschmuggelt werden, die Publikation erregte Aufsehen im Westen, weil sie auch die Mechanismen der Kulturpolitik des Massenmörders Stalin aufscheinen lassen. Dem sowjetischen Leser erreichten sie nur über den Samisdat. Die Frage nach dem Antrieb und den Absichten Stalins in seinem Umgang mit Kunst und …

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