»Kirchen gaben der Stadt den Namen«, schrieb Rudolf Brock 1986 über
Gelsenkirchen. In der Tat beginnt die Geschichte der Pfarrei St.
Augustinus vor 1000 Jahren«. Seit dem 11. Jahrhundert gab es hier
ein Gotteshaus, das dem hl. Georg geweiht war, die Keimzelle für
ein interessantes Beispiel katholischer und ökumenischer
Kirchengeschichte. Denn die Georgskirche, über die die Essener
Stiftsdamen bis zur Säkularisation von 1803 das Patronatsrecht
ausübten, wurde lange von Katholiken und Protestanten simultan
benutzt, bis die Zahl der katholischen Gemeindemitglieder im 19.
Jahrhundert auf fast 10 000 wuchs und in nur 30 Jahren nacheinander
zwei Kirchenneubauten erforderlich machte. An der Schwelle zum 20.
Jahrhundert gingen von diesem Zentrum viele Kirchenbauten aus.
Heute beobachten wir ein Abnehmen der Bevölkerung im Ruhrgebiet,
verbunden mit schwindender Priesterzahl und zurückgehenden
Finanzmitteln. So ist das Ruhrbistum Essen zu einer Neuordnung
gezwungen. Zur zentralen Stadtpfarrei St. Augustinus gehören
infolgedessen jetzt zehn Gotteshäuser mit zum Teil sehr ungewisser
Zukunft. Noch haben wir sie alle intakt vor uns, und das neue
geschichtliche und spirituelle Lesebuch stellt sie deshalb alle
nacheinander vor.
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