Srebrenica - Notizen aus der Hölle - Suljagic, Emir

Emir Suljagic 

Srebrenica - Notizen aus der Hölle

Nachwort: Martens, Michael

Gebundenes Buch
 
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Srebrenica - Notizen aus der Hölle

Dieses Buch ist der einzige Bericht eines Zeugen beim größten Massaker in Europa nach 1945. Der damals knapp 18-Jährige Emir Suljagic, der 1992 im Bosnienkrieg mit Tausenden anderen in das vermeintlich sichere Srebrenica in Bosnien geflüchtet war, berichtet vom Hunger, von den dauernden Angriffen der Serben - und auch von der spärlichen Gegenwehr der Eingeschlossenen. Als der UN-Sicherheitsrat die Einrichtung einer Schutzzone beschließt, wird Suljagic Dolmetscher der UNO, eine Aufgabe, die ihm letztlich das Leben retten wird. Am 11. Juli 1995 nehmen Truppen der bosnisch-serbischen Armee unter Ratko Mladic die Enklave ein, tags darauf lässt Mladic alle Männer zwischen zwölf und 72 Jahren von ihren Angehörigen trennen, einige werden sofort erschossen. Insgesamt sollen nach dem Fall der Stadt an die 8000 Menschen ermordet worden sein. Emir Suljagic beschreibt Unfassbares mit großer Eindringlichkeit und zeigt, wie wenig es braucht, den Nächsten im Stich zu lassen.


Produktinformation

  • Verlag: Zsolnay
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 237 S., 2 einfarb. Ktn.
  • Seitenzahl: 237
  • Deutsch
  • Abmessung: 21 cm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783552054479
  • ISBN-10: 3552054472
  • Best.Nr.: 25616833

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Emir Suljagics Buch hat den Rezensenten Andreas Breitenstein tief beeindruckt. Er würdigt diesen Augenzeugenbericht über die Massaker von Srebrenica, wo in den umliegenden Wäldern 1995 rund 8000 bosniakische Männer von Truppen der bosnisch-serbischen Armee unter General Ratko Mladic ermordet wurden, als ein "aufrichtiges, mit heller Erinnerung und dunklem Ernst verfasstes Buch". Dabei attestiert er dem Autor, der damals nur überlebte, weil er Uno-Dolmetscher war, eine "atmosphärische Verdichtung und gedankliche Durchdringung, die weit ins Literarische hineinreicht". Er hebt hervor, dass Suljagic nur Dinge beschreibt, die er selbst erlebt hat. Besonders haben Breitenstein die Passagen berührt, die die verzweifelte, oft tödlich endende Suche von Menschen nach Hilfspakten im Umland schildere. Die allgegenwärtige Bedrohung der Menschen wird für ihn eindringlich spürbar wie auch ihre seelische Abstumpfung und die Gleichgültigkeit der Welt. "Der Schatten Srebrenicas, der über uns allen liegt", resümiert der Rezensent, "hat mehr Tiefe und Kontur bekommen."

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.02.2009

Die Widersprüchlichkeit der Wahrheit
Wie erzählt man vom Krieg? Carla Del Ponte und Emir Suljagic über den Jugoslawien-Konflikt

Der medienwirksame Auftritt war genau ihre Sache. Sie war eigenwillig, impulsiv und unbeliebt, während der acht Jahre, die sie als Chefanklägerin des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag agierte. Und wenn sie, in all diesen Jahren, ihre Bühne im Namen der Gerechtigkeit nutzte, dann verschmolz ihre Person so sehr mit der Sache der Gerechtigkeit, dass man die Anklage der Verbrecher aus dem ehemaligen Jugoslawien von den Darbietungen eines großen Egos manchmal nicht mehr zu unterscheiden vermochte.

Doch war das ihr Programm. Carla Del Ponte hat dem Gericht in Den Haag die bitter nötige Popularität verliehen. Dass, bis auf Ratko Mladic und Goran Hadzic, alle vom Tribunal Gesuchten sich mittlerweile vor dem Gericht in Den Haag befinden oder zumindest befunden haben, ist vor allem auch ihr Verdienst - trotz der "Muro di gomma", der "Gummiwand", die, wie sie es nennt, Politiker überall dort errichteten, wo sie auftauchte, um sie abprallen zu lassen. Es wäre irreführend, anzunehmen, es sei das Interesse der …

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"Was vor nicht einmal anderthalb Jahrzehnten in Bosnien geschehen ist, verdient größte Aufmerksamkeit, und das bedingungslos ehrliche Buch von Emir Suljagic sollte dazu beitragen, das sie hergestellt wird." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)<br/><br/>"Eine Kriegserzählung, die sich in ihrer nüchtern-poetischen Sprache im Grenzbereich des Literarischen bewegt und vor allem aufgrund ihrer Perspektive von so besonderer Eindringlichkeit ist." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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