Spurensuche. Eine Nachforschung - Sandor, Ivan

Ivan Sandor 

Spurensuche. Eine Nachforschung

Roman

Aus d. Ungar. v. Katalin Fischer
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Spurensuche. Eine Nachforschung

Eine Spurensuche, die unter die Haut geht
Der 14-jährige Iván flieht im Kriegswinter 1944/45 gemeinsam mit seiner Freundin Vera vor den Deportationen im belagerten Budapest. Carl Lutz, der Schweizer Vizekonsul, ist ebenfalls auf den unter Beschuss liegenden Straßen unterwegs: Wie der weitaus bekanntere Raoul Wallenberg stellt er sich mutig den Anordnungen der Nationalsozialisten entgegen und wird zum Retter von über 60.000 Juden. Auch die beiden Jugendlichen begegnen dem Diplomaten, doch Iván Sándor erfährt erst Jahre später, wen er damals vor sich hatte. Mit dramaturgischer Raffinesse verknüpft er seine persönlichen Erinnerungen mit der berührenden Geschichte von Carl Lutz, dessen furchtloses Handeln ihn zu einem Vorbild für Zivilcourage und Humanität werden ließ.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 320 S.
  • Seitenzahl: 340
  • dtv Taschenbücher Bd.24722
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 139mm x 30mm
  • Gewicht: 432g
  • ISBN-13: 9783423247221
  • ISBN-10: 3423247223
  • Best.Nr.: 25616539

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ein Denkmal für den Schweizer Diplomaten Carl Lutz, der Budapester Juden vor den Zugriffen der Nazis zu schützen versuchte, sieht Thomas Leuchtenmüller in diesem 2006 im Original erschienen Roman von Ivan Sandor. Allerdings ist das Buch mehr für ihn. Literarisch besticht es laut Leuchtenmüller durch seine gelungene Kombination aus Historischem, Erlebtem und Erdachtem. Nicht ganz risikolos, so ein Unternehmen, meint der Rezensent, freut sich aber umso mehr, dass unter Sandors Händen daraus ein Textfluss entsteht, der ihn fasziniert und förmlich mitreißt. Gründe dafür sind für Leuchtenmüller das ausgewogene Verhältnis von nachempfundener menschlicher Wahrnehmung und Reflexion sowie eine bei Kafka wie bei Christoph Ransmayr geschulte Sprache, die Lakonik und reportagehafte Elemente vereint.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.12.2010

Der Packard in der Not

Iván Sándors Roman "Spurensuche" erzählt vom Leid Ungarns zur Zeit des Nazi-Terrors. Vielschichtig und zugleich lakonisch wird so Geschichte gegenwärtig.

Geschichte, Erinnerung und Phantasie sind die Quellen der Literatur. Wer für seine Prosa allein aus einem dieser Ursprünge schöpft, mag im historischen Roman, in Memoiren oder in der Science-Fiction ein etabliertes Ausdrucksmittel finden. Wer dagegen Historisches, Erlebtes und Erdachtes kombiniert, riskiert mehr - und kann weitaus mehr gewinnen. Dies beweist der 1930 in Budapest geborene Schriftsteller Iván Sándor mit seinem Roman "Spurensuche", den er "Eine Nachforschung" nennt.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs war der Jude Sándor präsent, als Nazis und mit ihnen verbundene ungarische Faschisten, die "Pfeilkreuzler", unzählige Juden auf Todesmärsche schickten oder gleich erschossen. Immer wieder von seinen Eltern getrennt, von den herannahenden Russen in Angst und Schrecken versetzt, irrte der Vierzehnjährige mit seiner zwölf Jahre alten Freundin Vera durch die ungarische Hauptstadt und entzog sich einige Male dem Zugriff der Pfeilkreuzler. Als Zuflucht dienten …

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"Iván Sándor hat dem mutigen Gesandten ein facettenreiches literarisches Denkmal gesetzt."
Thomas Leuchtenmüller, Frankfurter Allgemeine Zeitung 22.12.2010

»Als Dokumentation ist das Buch jedoch unersetzlich und unvergleichbar.« Cornelius Hell, ORF, Ex libris 06.12.2009

"Iván Sándor hat dem mutigen Gesandten ein facettenreiches literarisches Denkmal gesetzt."
Thomas Leuchtenmüller, Frankfurter Allgemeine Zeitung 22.12.2010
Iván Sándor, geboren 1930 in Budapest, gehört zu den renommiertesten Schriftstellern Ungarns. Sein umfangreiches Werk umfasst 13 Romane sowie zahlreiche Essays zur europäischen Geschichte und Literatur und Dramen. Iván Sándor wurde mit den wichtigsten Literaturpreisen des Landes geehrt, darunter mit dem József-Attila-Preis (1985) und dem Márai-Sándor-Preis (2000). 2005 wurde ihm für sein Lebenswerk der Kossuth-Preis verliehen. Bei dtv erschien 2006 der Roman >Geliebte Liv<, der zu seinen bekanntesten Werken zählt. Iván Sándor lebt in Budapest.

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