Andreas Franz arbeitete als Übersetzer, Musiker, Graphologe, Fernfahrer und kaufmännischer Angestellter und schrieb nebenher zehn Jahre für die Schublade - bis 1996 sein Roman "Jung, blond, tot" vom Droemer Verlag angenommen wurde und ihm den Durchbruch brachte. Seit diesem großen Erfolg ist er von den Bestsellerlisten nicht mehr mehr wegzudenken!
Exklusiv für buecher.de hat Andreas Franz unseren Fragebogen "22 Fragen an ..." beantwortet.
Das Schönste am Schreiben ist, dass...
... mir keiner vorschreibt, wann ich zu arbeiten habe.
Gute Einfälle habe ich...
... überall - sogar in Träumen.
Wenn ich mal nicht weiterkomme...
... wird geputzt, gesaugt, Staub gewischt, gekocht und dabei nachgedacht.
Ein Text, den ich auswendig kenne...
... ist das "Hohelied der Liebe" in Paulus' 1. Korintherbrief 13:1-13.
Ich möchte gerne schreiben...
... was andere auch nicht ansatzweise schon einmal geschrieben haben.
Ich lese niemals Bücher von...
... anderen Krimiautoren, aus Angst, unbewusst abzukupfern.
Bei "Kindheit" denke ich an...
... Gewalt und Angst (aus persönlich Erlebtem).
Meine Eltern ...
... sind jene, ohne die viele meiner Geschichten gar nicht zustande gekommen wären.
Geld ...
... ist ein Zahlungsmittel, nicht mehr und nicht weniger.
Im Urlaub...
... versuche ich abzuschalten, denke aber schon wieder an nächste Projekte.
Meine größte Stärke ...
... ist die Intuition.
Ich habe Angst davor...
... dass meine und überhaupt alle Kinder eines Tages in einer Welt ohne Hoffnung leben müssen.
In meinem Lieblingstraum...
... sehe ich mich mit meiner Frau in einem wunderschönen Haus in Südengland.
Gott...
... ist die Hand, die mich trägt, wenn ich nicht mehr laufen kann.
Ich würde nicht antworten, wenn Sie wissen wollten...
... was keinen außer mir etwas angeht.
Wäre ich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika...
... würde ich ein Beraterteam zusammenstellen, bei dem keiner aus der Öl - oder Rüstungslobby kommt.
Meine größte politische Sorge...
... ist, dass die Mächtigen immer mächtiger werden und diese Macht noch mehr missbrauchen, als sie es ohnehin schon tun.
Könnte ich durch die Zeit reisen...
... würde ich gerne Abraham, Nofretete, Cäsar, Kleopatra, Jesus, Mohammed, Karl den Großen, Heinrich I., Hildegard von Bingen, Elisabeth von Thüringen und viele andere treffen, um von ihnen aus erster Hand aus ihrem Leben zu erfahren.
In 50 Jahren wird die Menschheit...
... am Abgrund stehen und sich verzweifelt fragen, wie es so weit kommen konnte.
In zehn Jahren werde ich...
... hoffentlich noch in der Lage sein zu schreiben - in meinem Haus in Südengland.
Hat sich Ihre Art der Darstellung von Gewalt im Laufe der Jahre verändert? Wie haben Sie sich den Szenen genähert, die die Verbrechen beschreiben?
Nein, meine Art der Darstellung von Gewalt hat sich nicht verändert, auch wenn etliche meinen, bspw. "Tödliches Lachen" sei ungemein blutig und brutal. Dabei wird nicht ein einziger Mord im Detail geschildert, dafür werden jedoch einige nicht sehr schöne Dinge beschrieben, wenn die Opfer gefunden werden. Für meine Begriffe sind mindestens zwei meiner anderen Bücher wesentlich härter und brutaler, nämlich "Jung, blond, tot" und "Der Jäger". "Tödliches Lachen" beruht, wie die meisten meiner Romane, auf einer wahren Begebenheit, und die Leser sollten die Psychologie darin verstehen und nicht nur pure Unterhaltung am Strand oder vor dem Schlafengehen einfordern.
Sie haben sehr viele treue Leser. Interessanterweise kann man oft zum selben Buch höchst unterschiedliche Kommentare Ihrer Fans lesen: Was der eine als Ihr "bestes Buch" bezeichnet, ist für den anderen ein Abstieg im Vergleich zum Vorgängerband. Wie gehen Sie mit diesen Reaktionen um? Haben solche Kommentare, positiv wie negativ, Einfluss auf Ihre Arbeit?
Vor ein paar Jahren hat mich Kritik oft wochenlang beschäftigt, mittlerweile weiß ich, dass ich nicht den Geschmack aller Leser mit jedem Buch treffen kann. Wer das eher sanfte "Schrei der Nachtigall" gelesen und geliebt hat, wird möglicherweise mit den doch um einiges härteren "Tödliches Lachen" oder "Unsichtbare Spuren" Probleme haben, obwohl die letztgenannten Bücher auf Fakten basieren. Andererseits verweise ich gerne auf Bestsellerautoren, vor allem weibliche, die so blutig und brutal schreiben, wie ich es nie könnte und wollte. Außerdem gibt es für mich kein bestes oder schlechtestes Buch, sondern immer nur das, an dem ich gerade schreibe. Dem nächsten Titel, "Das Todeskreuz", liegt übrigens wieder ein wahrer Fall zugrunde, und auch hier werden die Meinungen einmal mehr gespalten sein. Aber genau das ist inzwischen sehr spannend für mich.


























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