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| Bewertung von *sternchen* aus Berlin am 19.11.2010 | |
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Inhalt. Alles beginnt mit einer genialen Geschäftsidee... vier Schulfreunde sind mit ihrem Leben alles andere als zufrieden. Sie haben noch nichts erreicht, sind teilweise sogar arbeitslos und werden ja auch nicht jünger. Eines Abends, unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol kommt ihnen eine Idee – sie gründen die Agentur Sorry, welche sich für die Vergehen von Firmen in deren Namen entschuldigt. Das Geschäft läuft gut, sie verdienen viel Geld... können sich bald eine Villa am Wannsee leisten. Dann: ein neuer Auftrag. Alles scheint zunächst normal, bis die vier die Wohnung des Mandanten betreten. Die Leiche einer Frau hängt an der Wand. Der Täter verlangt eine Entschuldigung bei dem Opfer für die erlittenen Qualen andernfalls würde er den Familien der Freunde etwas antun. Von nun an sind sie Figuren im Spiel des Täters – wer nicht mitspielt fliegt raus bzw. stirbt. Meine Meinung. In jedem Kapitel wechselt die Erzählperspektive – der Leser liest aus Sicht der Freunde, aus Sicht des Täters und aus der Sicht einer weiteren, zunächst unbekannten Person. Dieser ungewöhnliche Schreibstil hat mich neugierig auf das Buch gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Dadurch das man das Denken und Handeln der Personen direkt erlebt kommt man ihnen auf eine besondere Weise nahe. Das fand ich spannend. Ich hatte keinerlei Probleme mit dem ständigen Wechsel, ganz im Gegenteil dadurch wird eine gewisse Schnelligkeit erzeugt, die es dem Leser schwer macht das Buch aus der Hand zu legen. Natürlich gibt die Idee auch einiges her und wurde meiner Meinung nach toll umgesetzt. Ein absolut lesenswertes Buch! |
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Bewertung von Pharo72 aus Zittau am 14.11.2010 |
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Vier ehemalige Schulfreunde haben eine geniale Idee. Sie gründen die Agentur „Sorry“ und bieten im geschäftlichen Bereich an, bei den Opfern anstelle des Schuldigen um Verzeihung zu bitten. Die Firma wird ein voller Erfolg. Doch eines Tages werden sie an einen Tatort bestellt und sollen sich bei einer schrecklich zugerichteten Leiche entschuldigen und für deren Verschwinden sorgen. An dieser Stelle werden sich die Freunde uneinig, ein erster Bruch zeichnet sich ab. Ein perfides Spiel wird eröffnet und es gibt noch mehr Mitspieler. Jeder für sich wird in einen Sog aus Schuld und Sühne hineingezogen, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Mit diesem Thriller legt Zoran Drvenkar einen zutiefst verstörenden Roman vor. Bereits der Anfang schockt enorm und zartbesaitete Leser werden das Buch wohl bereits jetzt weglegen. Danach lernen wir die vier Protagonisten und ihren Weg zur eigenen Firma hin kennen. Die Konfrontation mit der ersten Leiche bildet einen Spannungshöhepunkt und von da ab ist es fast unmöglich, sich dem Sog der Geschichte zu entziehen. Man hat sich inzwischen an die vielen Perspektivenwechsel sowie die ungewöhnlich persönliche Ansprache in der zweiten Person gewöhnt und bekommt langsam durch die Rückblicke eine Ahnung von den Abgründen, in die man hineingezogen wird. Je deutlicher die Vergangenheit hervortritt, um so mehr Verständnis bringt man dem Täter entgegen. Letzten Endes ist sein Weg, wenn auch nicht der Richtige, so doch menschlich nachvollziehbar. Anfängliche Verwirrungen und Unklarheiten lösen sich auf wie ein perfekt konstruiertes Puzzle. Opfer gibt es sowohl bei den Schuldigen also auch den Unschuldigen, ohne jedoch zu sehr in blutigen Details zu schwelgen. Ein wenig irritierend fand ich anfangs noch, dass der Roman in alter Rechtschreibung gedruckt wurde, aber auch daran gewöhnt man sich mit der Zeit wieder und dies soll nicht zu einem Punktabzug führen. Wer einen ungewöhnlichen, jedoch gnadenlos spannenden Thriller lesen mag, dem sei „Sorry“ uneingeschränkt empfohlen. |
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Bewertung von sabatayn76 am 31.10.2010 |
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Über Vergebung und die Vertreter des Verzeihens Inhalt: Die alte Bekannte eines Protagonisten wird von diesem aufgesucht, überwältigt und schließlich an eine Wand genagelt. Vier Freunde, die mit einer neuartigen Geschäftsidee unerwartet erfolgreich wurden, finden sich plötzlich in einer Wohnung mit der Leiche wieder und haben ein Problem: der Täter möchte, dass sie sich in seinem Namen beim Opfer entschuldigen und die Leiche verschwinden lassen. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt..... Mein Eindruck: Nach dem ersten Kapitel wollte ich eigentlich gar nicht weiterlesen: Drvenkar geht viel zu sehr ins Detail. Ich persönlich muss nicht genau wissen, wie eine Frau an die Wand genagelt wird. Glücklicherweise habe ich weiter gelesen, denn Drvenkar hat viel mehr zu bieten als Splatter und billige Grusel-Effekte. Drvenkars Protagonisten sind ebenso komplex wie die Handlungsstränge, die der Autor am Ende geschickt zusammen führt. Die zahlreichen Rückblenden und der häufige Wechsel der Perspektive haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Der Autor unterteilt die Welt und die Menschen nicht in gut und böse, sondern bietet eine weitaus vielschichtigere Erklärung von Verhalten, so dass man auch mit dem Täter mitfühlen, Beweggründe verstehen und Geschehnisse durch die Kontextbedingungen nachvollziehen kann. Mein Resümee: Unheimlich spannend und fesselnd, komplexe Charaktere, flüssig lesbar: ein sehr guter Thriller! |
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| Bewertung von engelchen aus Burg am 28.05.2010 | |
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Vier junge Menschen, die in Berlin leben, haben ihre Bestimmung noch nicht gefunden. Eines Tages keimt eine Idee. Kris hat gerade den Streit eines Paares beobachtet, in desses Konsequenz die Frau trauernd und allein zurückbleibt. Spontan geht er zu ihr und entschuldigt das Verhalten ihres Ex-Partners, ohne diesen je gesprochen zu haben. Das ist die Idee: Entschuldigungen im Auftrage von Personen, die sich nicht selbst entschuldigen können oder wollen. Die vier jungen Leute gründen eine Agentur und bieten den Opfern ihre Hilfe an. Die Schuldigen erleichtern ihr Gewissen und können wieder ruhig schlafen. Die zündende Geschäftsidee läuft aus dem Ruder als die Agentur den Auftrag erhält, sich bei einer grausam zugericheten Leiche für das ihr zugefügte Leid zu entschuldigen. Ein perfides Spiel beginnt, bei dem das Leben eines Menschens nebensächlich wird. Wer ist Täter, wer Opfer? Die Grenzen sind nicht mehr klar zu erkennen. Dem Autor gelingt es ist hervorragender Weise, den Leser durch die teils sehr verzwickte Handlung zu führen. Verschiedene für das Verstehen wichtige Taten werden aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Die handelnden Personen werden ausgezeichnet charakterisiert. Man hat das Gefühl, sie persönlich kenenzulernen und kann sich in ihr Tun hineinversetzten. Dieses Buch gehört mit Sicherheit zu den grausamsten und spannendsten, die ich bisher gelesen habe. Es ist für nervenstarke Thriller-Liebhaber auf jeden Fall zu empfehlen. |
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Bewertung von Bellexr aus Mainz am 19.05.2010 |
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Psychothriller, bei dem der Leser eine Hauptrolle inne hat Vier Berliner Freunde, alle Anfang 30, kommen auf die Idee, eine Agentur für Entschuldigungen zu gründen. Schon schnell floriert ihr Geschäft und sie können ihren Erfolg kaum fassen. Frauke und Tamara kümmern sich um das Organisatorische, die Brüder Kris und Wolf erledigen die Aufträge. Eines Tages erhalten sie den Auftrag, sich bei einer Frau zu entschuldigen. Wolf geht zu der angegebenen Adresse und findet eine Ermordete vor, bei der er sich im Auftrag des Mörders entschuldigen soll. Und da der Mörder sie erpresst, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als dies zu erledigen. Doch ist der Auftrag für den Mörder damit beendet? Der Leser ist schon nach dem ersten Satz mit in die Geschichte eingebunden, da der Autor einen direkt anspricht und dies auf eine sehr beklemmende und spannende Art. In verschiedenen Perspektiven erzählt Zoran Drvenkar seine Geschichte, so wechselt er immer wieder zwischen den vier Hauptfiguren und erzählt aus deren Blickwinkel, sowie aus der Perspektive zweier weiterer Personen und des Mörders. Und die Rolle des Mörders hat Zoran Drvenkar seinen Lesern zugedacht. Die Wechsel zwischen den verschiedenen Erzählperspektiven ist anfangs etwas verwirrend, doch nach kurzer Zeit findet man sich damit zurecht, zumal bei jedem Wechsel angegeben ist, aus welchem Blickwinkel die Geschichte weitererzählt wird. Dieses für einen Thriller wirklich ungewöhnliche Einbinden des Lesers ist äußerst spannend angelegt und mit jeder Seite taucht man mehr in die Story ein, sodass man nach kurzer Zeit das Gefühl erhält, ein Teil von ihr zu sein. Die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben und einige bleiben einem bis zum Ende äußerst rätselhaft, was für die Spannung auch sehr förderlich ist. Alles in allem ist Zoran Drvenkar hier ein äußerst ungewöhnlicher und extrem spannender Thriller gelungen, der die Themen Schuld und Sühne behandelt. Absolut empfehlenswert, aber nichts für schwache Nerven. |
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Bewertung von anyways aus greifswald am 12.03.2010 |
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Kris- gerade gefeuert, Wolf- der jüngere Bruder von Kris, Frauke- die immer mehr als einen Liebhaber hat und Tamara- die Sensible, sie alle verbindet eine Freunschaft die schon seit der Schulzeit besteht. Mit Ende Zwanzig lassen sie ihr Leben Revue passieren und stellen fest, das seit dem Abi zwar viel Zeit vergangen ist, sie aber noch meilenweit von ihren Träumen von Erfolg und Geld entfernt sind.Nun sitzen sie zu viert in Kris Wohnung, kochen, essen,trinken ,kiffen und haben eine zündende Idee... Sie gründen eine Firma, die den "Freikauf von Schuldgefühlen" anbietet.Sie überbringen Privatleuten und Firmen Entschuldigungen im Namen ihrer Klienten.Eine Geschätsidee die sofort gut anläuft, ihnen den Erfolg und die finanzielle Unabhängigkeit beschert, bis zu diesem einen Auftrag an dessen Ende nur noch zwei Freunde übrig bleiben, doch zu welchem Preis... Einer der Besten Thriller, die ich in den lezten 2 Jahren gelesen habe.Von der ersten bis zur lezten Seite ist man gefesselt und kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. |
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| Bewertung von Scylla am 30.08.2009 | |
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Dieser Roman ist ungewöhnlich, in vielerlei Hinsicht. Schon im rasanten Einstieg wird man als Leser mit seiner eigenen Rolle bekannt gemacht, der Rolle eines brutalen Mörders. Durch die direkte Anrede mit „Du“ ist die eigene Identifikation mit dem Mörder perfekt, eine Identifikation, die schon mal ein mulmiges Gefühl erzeugt. Zum Glück nimmt diese Identifikation im Laufe der Handlung ab, wenn man mehr über die Identität des Mörders erfährt. Allerdings sind auch andere Personen in der Handlung sehr rätselhaft gehalten. Da so oft zwischen Personen und Perspektiven (Du, Ich, Er, Sie) gewechselt wird, kann man leicht den Überblick verlieren und manche Abschnitte bleiben total undurchsichtig, da man sie nicht in das Gesamtgeschehen einordnen kann. Die ganze Handlung ist sehr zerstückelt, was durch den ständigen Wechsel der Zeitformen noch verstärkt wird. Alles, was im Moment passiert, ist in Präsens gehalten, was allgemein bei Romanen eher ungewöhnlich ist. Es wird der Eindruck vermittelt, dass man sich direkt im Geschehen befindet. Dann wird allerdings auch schnell zwischen Präteritum und Präsens hin und her gewechselt und verschiedene Zeitebenen miteinander vermischt, sodass die Handlung teilweise sehr verwirrend ist. Dadurch ist im Buch kaum ein roter Faden vorhanden, was das Geschehen unvorhersehbar, aber auch spannend macht. So gelingt es dem Autor immer wieder fast aus heiterem Himmel dermaßen zu schocken, dass einem die Luft wegbleibt und man ungläubig auf das Buch starrt. Bei solch realistischen Mordszenen hat man einfach keine andere Wahl. Alles in dem Buch ist wirklich schrecklich greifbar. Nach und nach entpuppt sich die anfangs noch recht glatte Handlung als wahrer Alptraum und enthüllt Ungeheuerliches. Es gibt keine Opfer und keine Täter mehr. Es gibt nur noch Opfer, die zu Tätern werden, um die Täter zu Opfern zu machen. Dieses Buch löst Emotionen aus und ist definitiv nichts für schwache Nerven. Obwohl ich das Buch durch seine Neuheit und Einzigartigkeit als durchaus gelungen betrachte, habe ich doch zwei Kritikpunkte: Erstens: Ich konnte mich nie richtig mit den Hauptpersonen, den vier Freunden Kris, Tamara, Frauke und Wolf anfreunden. Für mich waren sie einfach viel zu unsympathisch gestaltet. Besonders ihr niederes Sprachniveau zu Beginn, dass ja schon fast an Gossensprache erinnert, ging mir ziemlich auf die Nerven. Zweitens: Das Ende ist etwas zu offen für meinen Geschmack. Ich fühlte mich vom Autor hängengelassen, vieles war noch nicht geklärt und ich hätte mir einen krönenden Abschluss gewünscht. So kam ich auf der letzen Seite an und dachte: Was, das war es jetzt schon? |
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| Bewertung von Katzenmami aus Lübeck am 03.08.2009 | |
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Erwartungen nicht ganz erfüllt! Ich muss sagen, an "Sorry" von Zoran Drvenkar hatte ich sehr hohe Erwartungen. Leider wurden die nicht ganz erfüllt! Dieser Roman handelt von den vier Freunden Frauke, Tamara, Kris und Wolf, die eine Agentur namens "Sorry" gründen. Diese Agentur ist für Entschuldigungen zuständig. Firmen können sich beispielsweise über "Sorry" bei Mitarbeitern entschuldigen, die sie kündigen mussten. Die vier Freunde haben großen Erfolg mit ihrer Geschäftsidee, bis sie einen Auftrag erhalten, der sie zu tiefst erschüttert! Sie sollen sich bei bei einer Leiche entschuldigen. Der Auftrag kommt vom Mörder udn er hat für die Freunde noch mehr geplant... Die Geschichte gefiel mir sehr gut, es war wirklich sehr spannend! Nur leider konnte ich mit dem Schreibstil nicht viel anfangen. Mich hat sehr gestört, dass die Anführungszeichen der wörtlichen Rede gefehlt haben! Auch die Sichtweise, aus der die Handlung erzählt wurde, wechselte immer wieder. Sei es zwischen den Freunden, dem Mörder oder einer anderen Person. Die zeitlichen Sprünge der einzelnen Kapitel gefielen mir ebenfalls nicht so gut! Schade, sonst wäre es die volle Punktzahl geworden ;-) |
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| Bewertung von Ladybug aus Neuendettelsau am 28.07.2009 | |
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Vier Freunde gründen ahnungslos eine Firma, sie wollen sich für andere entschuldigen. Endlich geht es ihnen einmal gut, alles scheint wunderbar zu laufen, doch dann wird ein Mörder auf ihre Geschäftsidee aufmerksam und macht Frauke, Kris, Tamara und Wolf zu Mittätern. Ein grausiges Spiel um Schuld und Sühne nimmt seinen Lauf und es scheint als könne ihm niemand entrinnen! Zoran Drvenkar konfrontiert den Leser hier mit der Tatsache, dass er ihn selbst in die Rolle des Bösen zwängt. Schockiert stellt man fest, dass man selbst der Mörder und Fadenzieher ist, dessen Geschichte sich stückchenweise entblättert und die Spuren der Schuld verwischt. Durch den ungewohnten Schreibstil fühlt man sich wie ein Teil der Geschichte. Man denkt über jede der Handlungen nach und sucht zusammen mit den vier Freunden nach einer Lösung, einem Ausweg. Aber auch durch die ständig wechselnden Perspektiven wird der Leser am Buch gehalten, immer wieder erfährt man neue Puzzelteile und kommt den Gründen näher, doch man erkennt auch, dass durch die zu Anfangs gestiftete Verwirrung alles auf eine Katastrophe zusteuert. Doch damit nicht genug, auch die Zeitstränge werden wild durcheinander gewürfelt, mal ist man im Jetzt und Hier und wird Zeuge einer neuen Schandtat. Dann wieder ist man "davor" oder "danach" und beginnt immer mehr der Zusammenhänge zwischen Personen, Orten und Verbrechen zu verstehen! Zur Krönung verleiht Zoran Drvenkar allen seinen Figuren auch eine wirkliche charakterliche Tiefe, niemand ist hier einfach gut oder einfach böse, da gibt es auch noch Schuld, Trauer, Rache, Verständnis. Jeder Charakter hat etwas von beiden Seiten, kann ganz schnell von gut zu böse werden und andersherum. Ein wirklich verwirrendes Leseerlebnis, nicht nur für Fans von Thrillern! Verwirrend ist lediglich der Verzicht auf Anführungsstriche, der einen schon mal nach dem gesprochenen suchen lässt. |
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| Bewertung von Thorsten Kneuer [thorlac] aus Franken am 07.06.2009 | |
| Noch nie wurde ich nach dem Lesen eines Buches derart verstört und verwirrt zurückgelassen. Selten viel es mir schwerer in eigene Worte zu fassen, was ich da gelesen habe. Schier unerträglich meine Sprachlosigkeit, die bleibt. Immer noch bin ich zutiefst erschrocken, wie ich selbst so sehr Teil der Geschichte wurde, rettungslos, ahnungslos mit verstrickt in das Geschehen. In meinem Kopf kreist die Frage nach Schuld und dem Sinn von Vergebung. Und es scheint keine Antwort zu geben außer dieser: "Jeder lebt mit Schuld ... quält sich damit"! Zoran Drvenkar lässt Schuld zum unausweichlichen Albtraum werden, zum alles vernichtenden Sog und reißt seine Leser(innen) mit hinein in den Abgrund. Bis zum Schluss bleibt Erschrecken und Verwirrung, MUSS Aufschrecken bleiben, um zu verstehen und nie zu vergessen, dass Schuld immer den persönlichen Weg braucht, verarbeitet und vergeben zu werden. |
2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
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