Sommerdiebe - Capote, Truman

Truman Capote 

Sommerdiebe

Roman

Aus d. Amerikan. v. Heidi Zerning
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Sommerdiebe

Vor Grady liegt ein Sommer nie gekannter Freiheit: Während ihre Eltern nach Europa reisen, bleibt die Siebzehnjährige allein zurück in einem drückend heißen New York voller Versprechen. Auf einem ihrer ziellosen Streifzüge durch Manhattan verliebt sie sich in den jüdischen
Arbeiterjungen Clyde. Mit ihm und seinen Kumpeln schwirrt sie durch diese heißen Monate erfüllt von der Sehnsucht nach einer Welt, in der nichts festgeschrieben ist und alles stets ein Rätsel bleibt.
Das Manuskript von Sommerdiebe (im Original Summer Crossing) galt lange als verschollen, bis 2004 ein alter Pappkarton von Capotes ehemaligem Housesitter bei Sotheby's auftauchte. Schnell war klar, dass die vier Schulhefte und die vielen losen Notizblätter ein vollständiges Manuskript ergaben: das tatsächliche Debüt Capotes ein Juwel der Weltliteratur.
"Eine literarische Sensation." Facts
"Der trotzige, verspielte, leichtsinnige Versuch, dem eigenen Schicksal zu entgehen eingefangen in der wunderbaren Erzählkunst Capotes." Brigitte


Produktinformation

  • Verlag: Kein & Aber
  • 2010
  • Sonderausg.
  • Ausstattung/Bilder: Sonderausg. 2010. 145 S.
  • Seitenzahl: 145
  • Deutsch
  • Abmessung: 207mm x 126mm x 15mm
  • Gewicht: 206g
  • ISBN-13: 9783036955810
  • ISBN-10: 303695581X
  • Best.Nr.: 29503831
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Als Truman Capote 1950 während einer Reise alle Lust auf seine New Yorker Wohnung verlor, gab er telefonisch den Auftrag, das Interieur einfach auf die Straße zu stellen. Ein Freund rettete ein paar Kartons, behielt sie 50 Jahre lang, und als er starb, fand sich darin das Manuskript "Sommerdiebe" - eine Sensation, denn es handelt sich um den ersten abgeschlossenen Roman Capotes überhaupt. Er begann ihn 1943, mit 19, und seine reife Komposition und poetische Kraft zeugen von früher Meisterschaft. So schreibt ein Wunderkind. Capote erzählt vom Fall einer höheren Tochter, der 17-jährigen Grady, deren Familie auf Kreuzfahrt nach Europa geht. Jetzt liegt der heiße New Yorker Sommer vor dem Teenager, ein Sommer der Möglichkeiten, der Gefahren - und der nichtstandesgemäßen Liebe zu Clyde, dem Kind armer Leute. Ein vages "Romeo und Julia"-Motiv durchweht die Story, doch vielmehr noch scheint Grady die dunkle Ahnin der sonnigen Holly Golightly zu sein, die Capote 1958 in "Frühstück bei Tiffany" zu einer der großen literarischen Figuren des 20. Jahrhunderts ausgestalten sollte. Über Grady aber liegen Schatten, und Capote als allwissender, elliptischer, die Blickwinkel …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.11.2006

Den Leser fest im lasziven Blick
Mit der Wiederentdeckung seines Frühwerks „Sommerdiebe” ist das Interesse an Truman Capote neu erwacht. Dem verkaufstüchtigen Autor hätte es gefallen Von Willi Winkler
Es muss nicht nur von Nachteil sein, wenn einer zu früh stirbt – so bleibt er länger jung. Truman Capote, der 1984 den elenden Tod eines Alkoholikers starb, wurde 1924 geboren und ist damit noch immer Zeitgenosse, nur unwesentlich älter als Martin Walser und Günter Grass. Er war ein ingénu, eine Naturbegabung, ein geborener Künstler, der bereits fertig in die Welt sprang. „Ich kann addieren, aber nicht subtrahieren. Wenn man aber Schriftsteller werden will und bereits einer ist, wenn man außerdem buchstabieren kann, wüsste ich keinen Grund, warum man noch aufs College gehen sollte.” Capote wurde dennoch von Akademikern gefeiert. Sie bewunderten seine Naivität, seine Frische, sein koboldhaftes Wesen. Der New Yorker beschäftigte den Winzling als Büroboten und entließ ihn, weil er sich als Redakteur ausgab; dass er auch schrieb, besser als alle Autoren seiner Zeit, hätten ihm die richtigen Redakteure nie zugetraut.
Seit dem byronesken F. Scott …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.04.2006

Mit leichter Hand und bösem Blick
Neues vom Wunderkind: "Sommerdiebe" als Auftakt der Truman-Capote-Werkausgabe

Schon immer konnten sich Leser nach Belieben ihr eigenes Bild des Schriftstellers Truman Capote (1924 bis 1984) schnitzen. Es begann mit der provozierenden Titelfotografie seines Debütromans "Andere Stimmen, andere Räume" von 1948, auf der ein Dreiundzwanzigjähriger von gefährlicher sexueller Ambivalenz den Betrachter mit großen Kinderaugen fixiert; das Kindliche, Freche, die offen ausgestellte Homosexualität des kleinen Mannes mit der hohen Stimme sollten zu seinen Markenzeichen werden. Es ging weiter mit starken Sprüchen und Angebereien, Gerichtsprozessen und publicitywirksamen Skandalen, mit Verschwendung, Drogen und Alkohol, und es endete in der Selbstzerstörung.

Mitten darin steckte ein enormes literarisches Talent, aus dem sich vielleicht mehr hätte machen lassen. Vielleicht aber auch nicht. Kürzlich hat Bennett Millers Film "Truman Capote" mit Philip Seymour Hoffman (F.A.Z. vom 1. März) die Etappe rekonstruiert, in der Capote sich so leidenschaftlich wie danach nie wieder in einen Stoff verbiß und mit "Kaltblütig" …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Das nach Truman Capotes Tod gefundene Romanmanuskript "Sommerdiebe" erzählt von einem ambivalenten Verhältnis zwischen Mutter und Tochter und Tochter und Männern der New Yorker Society in den vierziger Jahren, so Angela Schader, die sich in ihrer Rezension im Wesentlichen darauf beschränkt die Geschichte nachzuerzählen. Die zart besaitete Grady, ein typisches Capote-Geschöpf, rebelliere gegen die Anforderungen ihres Standes, lasse sich auf halbseidene oder zu sensible Männer ein, und erleide, wie nicht anders zu erwarten, Schiffbruch.

© Perlentaucher Medien GmbH

Der trotzige, verspielte, leichtsinnige Versuch, dem eigenen Schicksal zu entgehen eingefangen in der wunderbaren Erzählkunst Capotes. Brigitte

"Ein grandioser Autor!"
Truman Capote, geb. am 30.9.1924 in New Orleans, wuchs in den Südstaaten auf und ging 1934 nach New York. Dort entdeckte Capote das Theater und verschaffte sich schnell Eintritt in die High Society. Mit 18 Jahren begann Capote als Redaktionsgehilfe beim New Yorker zu arbeiten, bevor ihm 1945 mit einer Kurzgeschichte der literarische Durchbruch gelang. Ausgezeichnet mit vielen renommierten Preisen spalteten seine Romane die Kritik sowie die Leser: Er galt in der Gesellschaft als enfant terrible. Seine Bücher, aber auch die Romanverfilmungen brachten ihm Weltruhm ein, der bis heute andauert. Truman Capote starb 1984 in Los Angeles.

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