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| Bewertung von Sil aus Mainz am 10.06.2011 | |
| Immer wieder meine Lieblingslektüre! Alle, was von diesem Autorinnen-Duo kommt, verschlinge ich sofort. Nachdem lange Jahre "Katzenzungen" mein Favorit war, wird der Titel LIEBLINGSBUCH jetzt dem "Sommer mit Emma" verliehen. Beeindruckend, wie sich die Autorinnen in jede - wirklich jede einzelne - Figur hineinversetzend können. Sechs unterschiedliche Personen schildern die gemeinsame Handlung abwechselnd aus ihrer jeweils eigenen Perspektive. Ungewohnt erst, aber absolut glaubwürdig, spannend, mit überraschenden Wendungen und immer wieder mit wohltuendem Tiefgang, wie ich ihn auch an allen anderen Büchern dieses Teams liebe. Keine leichte Kost, macht aber süchtig! |
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Bewertung von R.E.R. am 11.04.2010 |
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Das Känguru der Täuschung oder Nichts ist wie es scheint Wie Kängurus zu ihrem Namen kommen? Wenn die Geschichte stimmt die Borger und Straub in ihrem Roman “Sommer mit Emma” erzählen, dann war es ein reines Missverständnis. James Cook fragte einen Aborigine auf Englisch nach dem Namen der Tiere, die so lustig auf ihren Hinterbeinen umher springen. Und dieser antwortete in seiner Sprache, das er nicht versteht: Känguru. Cook dachte, das sei der Name der Tiere. Eine Täuschung! Zwei Wochen auf einem Hausboot die idyllischen englischen Flüsse bereisen. Ganz entspannt mit ihren Kindern Jasper und Lea Zeit verbringen und genießen. So haben Luisa und Daniel den diesjährigen Sommerurlaub geplant. Wunsch und Realität klaffen allerdings von Beginn an auseinander. Daniel hat kurz entschlossen auch seine uneheliche Tochter Emma zu dem Trip mitgenommen. Sie ist das Produkt eines Seitensprunges vor 15 Jahren, für das er bisher nur Alimente bezahlt hat, jetzt jedoch auch die Vaterrolle übernehmen will. Jasper, der 17jährige Sohn kann nur mit Bestechung zu der Reise überredet werden. Er darf seinen besten Freund Can mitbringen. Was wiederum die 13jährige Lea bedrückt, denn so ist kein Platz mehr für ihre beste Freundin Becky. Luisa ist wütend über Daniels eigenmächtiges Handeln, beschließt aber um des Lieben Friedens Willen gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Das böse Spiel beginnt schon in der ersten Nacht auf dem Schiff. Eine unfreiwillige Patchwork-Familie tummelt sich, zwangsweise zusammengepfercht auf einem engen Hausboot. Das kann nur in der Katastrophe enden. Borger und Straub schildern den Weg zum Inferno in ansprechend lesbarer Weise. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Figuren erzählt. Von Lea bekommen wir Auszüge aus ihrem Tagebuch zu lesen. Die einzige über die nur von dritten berichtet wird, aber nie selbst zu Wort kommt ist Emma. Der Leser kann sich nur durch die Augen der anderen ein Bild von diesem Mädchen machen. Das ist gut, weil es die geheimnisvolle Spannung die sich um diese Figur rankt fördert. Aber auch schlecht, weil man nichts über die Beweggründe der Hinterhältigkeit Emmas erfährt. Ist sie von Grund auf Böse? Mitunter braucht man auch eine Weile, bis man erkennt wer jetzt gerade erzählt. Vielleicht ist das von den Autorinnen so gewollt. Es verwirrt aber etwas. Die Gemengelage auf dem Schiff ist jedenfalls hochexplosiv und wird von den Autorinnen vor den Augen des Lesers genüsslich seziert Die bildhübsche, gertenschlanke aber berechnende Emma, die ihren Vater spielend um den Finger wickelt. Die unansehnliche, dickliche Lea, die schüchtern und geduldig aus dem Hintergrund beobachtet, wie eine fremde Halbschwester alle Aufmerksamkeit der Eltern beansprucht. Die unzufriedene Luisa, die Daniel den Seitensprung nie verziehen hat und sich eingestehen muss, das die Lüge ihre Liebe zerstört. Jasper unglücklich verliebt und genervt von der ständigen Überwachung seiner Eltern. Can auf der Flucht vor der Realität, weil ein unbedachter Quickie mit einer Schulkameradin nicht ohne Folgen geblieben ist. Daniel, der erfolglose Fotograf, finanziell von seiner Frau abhängig und emotional dazu gezwungen ständig mit Schuldgefühlen zu leben. “Sommer mit Emma” ist ein ungemein spannendes Buch um menschliche Abgründe und deren psychologische Wirkung. Die vordergründige Familienidylle wird konterkariert durch die genaue Schilderung dessen, was sich in den Köpfen der einzelnen Figuren abspielt. Stück für Stück breitet sich vor uns ein vielschichtiges Seelenpuzzle aus. Nichts ist wie es scheint! Täuschung. Känguru! . |
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