Sommer des Lebens - Coetzee, J. M.

J. M. Coetzee 

Sommer des Lebens

Roman. Ausgzeichnet mit dem Christina Stead Prize for Fiction 2010

Übersetzung: Reinhild Böhnke
Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
20 ebmiles sammeln
EUR 19,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Sommer des Lebens

Mit "Im Sommer" gewährt uns J. M. Coetzee überraschend Einblick in seine entscheidenden Lehrjahre als Schriftsteller. Aus Amerika zurückgekehrt, tuscheln die Verwandten hinter seinem Rücken: warum lebt er nur wieder hier in Südafrika bei seinem Vater und betoniert den Hof? Den Kopf voll Büchern und wilden Plänen, eine akademische Karriere, die nicht ins Laufen kommt, eine verheiratete Frau, die von dem rätselhaften Langhaarigen fasziniert ist, eine brasilianische Tänzerin, deren Tochter Nachhilfe braucht, schließlich die Cousine Margot und ein missglückter Ausflug ins Veld, der großen offenen Steppe, in der die Coetzee schon immer ihr Vieh hüteten.
Voller Ironie und Witz dreht Coetzee die Erzählperspektive um: nicht er schildert die Geschichte, sondern ein junger Autor, der ihn nie kennengelernt hat, aber nun an seiner Biographie schreibt. Um Stoff zu gewinnen, interviewt er die Frauen dieses Sommers. Auf seinem Tonband sammeln sich ungeschminkte Porträts eines Künstlers als junger Mann, der über sein eigenes Begehren stolpert, aber schließlich die Stimme findet, deren Unbestechlichkeit wir so bewundern.


Produktinformation

  • Abmessung: 208mm x 134mm x 30mm
  • Gewicht: 415g
  • ISBN-13: 9783100108357
  • ISBN-10: 3100108353
  • Best.Nr.: 27957098

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Auch dieser Roman Coetzees ist ein "indirektes Porträt" des Autors als junger Mann. Dass dies kein gewöhnlicher Schlüssel(loch)text ist, dafür steht aus Kritikersicht jedoch bereits die Tatsache, dass kaum ein anderer Autor das dynamische Verhältnis von Fiktion und Autobiografie so zum Thema gemacht hat wie Coetzee. Hier nun ziele er mitten ins Herz der Frage, wie man überhaupt von sich selbst erzählen könne. Es handelt sich, so Mangold, um ein Spiel mit der Form: fünf Perspektiven auf einen Menschen werden übereinander gelegt. Auf diese Weise könne Coetzee ebenso exhibitionistisch wie diskret seine Selbstbeschreibung in Szene setzen, findet Mangold. Das größte literarische Verdienst dieses Roman, der auch das Leben in Südafrikas Apartheidgesellschaft zwischen 1971 bis 1979 beschreibt, ist für den Rezensenten jedoch, dass Ethik und Ästhetik in eins fallen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.02.2010

Schriftsteller heißt Junggeselle sein
In seinem neuen Roman ist J. M. Coetzee schon tot. Doch er lebt und wird heute siebzig Jahre alt
In einem seiner Essays aus den achtziger Jahren hat John M. Coetzee auf seine Zeit als Englisch-Dozent an der University of Texas in Austin in den Jahren 1965 bis 1968 zurückgeblickt: als er noch kein Autor war, aber schon von dem Ehrgeiz durchdrungen, einer zu werden, „eines Tages auf irgendeine Weise mit eigener Stimme zu sprechen”. Dieses Ziel hat Coetzee erreicht, indem er es immer weiter hinausschob, es immer nachdrücklicher in die Frage verwandelte, ob es im Raum der Literatur überhaupt möglich sei, mit „eigener Stimme” zu sprechen.
Er hat diese Frage an den Roman und den Essay, das Tagebuch und den Brief, die Biographie und die Autobiographie gestellt und dabei ein Werk geschaffen, in dem die eigene Stimme auf die Grenzen der literarischen Formen, die sie jeweils erprobt, keine Rücksicht nimmt. Er hat mit der Universitätsdozentin Elizabeth Costello eine Figur in die Welt gesetzt, die von dieser Rücksichtslosigkeit lebt, ob Coetzee in ihrem Namen eine reale Vorlesung hält oder sie ihrerseits auf einem …

Weiter lesen
J.M. Coetzee, geboren 1940 in Kapstadt, stammt aus einer Afrikaaner-Familie, wurde jedoch englischsprachig erzogen. 1962 verließ er erstmals Südafrika, um bei IBM in Großbritannien als Programmierer zu arbeiten. 1965 zog er in die USA, wo er 1969 über Beckett promovierte. Er kehrte 1972 als Literaturprofessor nach Südafrika zurück. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1980 mit "Waiting for the Barbarians". Er wurde für seine Romane mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. zweimal mit dem Booker Prize. 2003 erhielt Coetzee den Nobelpreis für Literatur.

Blick ins Buch "Sommer des Lebens"

Kundenbewertungen zu "Sommer des Lebens" von "J. M. Coetzee"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** gut)
***** ausgezeichnet
***** sehr gut
***** gut
 
(1)
***** weniger gut
***** schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Sommer des Lebens" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von Volker Jentsch am 22.11.2010 ***** gut
Ambivalent: John Coetzees „Sommer des Lebens“

Sommer des Lebens? Wenn schon Sommer, dann ein eher düsterer. Der preisgekrönte, sogar nobelpreisgekrönte John Coetzee schreibt über John Coetzee, wobei letzterer mit ersterem wohl einiges gemeinsam haben dürfte. Das ganze ist kunstvoll konstruiert: ein nicht näher bezeichneter Mann interviewt vier Frauen und einen Mann zu John Coetzee.

Die Julia habe ich mit Begeisterung gelesen, denn sie ist eine Frau nach meinem Geschmack. Die Adriana fand ich wegen ihrer umwerfenden Deutlichkeit erfrischend, und die drei restlichen Figuren habe ich der Vollständigkeit halber mitgenommen, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt der sich wiederholenden Bespiegelungen eigentlich schon überdrüssig war.

Es gilt, wie schon gesagt, als ein Buch von Coetzee über Coetzee; ich habe es als Buch gelesen, in dem Frauen beschrieben werden. Die Reaktion von vier Frauen auf einen Mann, der keine auffallende Persönlichkeit ist und keine große Ausstrahlung hat, außerdem leidenschaftslos, gefühlsarm, beziehungsscheu und weich sein soll. „Nur eine Frau weiß, wer ein Mann ist“. So ist es. Und darin liegt für mich der Reiz des Buches: Der Mann erfährt in Coetzees Buch, wie und was eine Frau über den Mann denkt und vor allem: was sie vom Mann will und wünscht. Coetzee kommt schlecht weg im Buch, aber er erweist sich, so scheint mir, als hervorragender Kenner der weiblichen Bedürfnisse und Vorstellungen.

Zurück zu Julia. Sie ist jung und selbstbewusst, sexuell und intellektuell aktiv. Sie hat sich in der bürgerlichen Ehe eingerichtet und will doch etwas anderes, viel Aufregenderes, scheitert indes an den damit verbundenen Schwierigkeiten. Coetzee, der bemitleidete Kauz, geht seinen Weg zum Nobelpreis, während die vier Frauen, wiewohl vermeintlich stärker, allesamt in ihrem Gefühlsleben scheitern.

Eine Anmerkungen noch zu den Notizbüchern: Die Notizbücher, die die Interviews einrahmen, sind deprimierend, weil ungeschönt. Wie alles, was Coetzee schreibt. Die Notizbücher sind ungeschönte Ausschnitte aus einem gebrochenen Vater-Sohn Verhältnis, das in einer eingemauerten Umgebung ein Dasein fristet, dem Afrika der Apartheit.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Sommer des Lebens" von J. M. Coetzee ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

3 Marktplatz-Angebote für "Sommer des Lebens" ab EUR 5,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 5,00 1,10 Selbstabholung und Barzahlung, offene Rechnung, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Arik310 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 7,00 1,10 Banküberweisung LyrikundProsa 100,0% ansehen
wie neu 19,00 0,00 sofortueberweisung.de, Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Lastschrift, Banküberweisung Hausmanns Büchershop 98,4% ansehen
Mehr von