Snoezelen (sprich "snuzelen") ist eine Wortschöpfung aus
"snuffelen" (schnüffeln, schnuppern) und
"doezelen" (dösen, schlummern). Es wurde in den 70er
Jahren in den Niederlanden in Einrichtungen für schwerst behinderte
Menschen entwickelt. Hinter dem Snoezelen steht ein
multifunktionales Konzept: In einem besonders ansprechend
gestalteten Raum werden über Licht-, Klang- und Tonelemente, Aromen
und Musik Sinnesempfindungen ausgelöst. Diese wirken auf die
verschiedensten Wahrnehmungsbereiche entspannend, aber auch
aktivierend. Das gezielt ausgesuchte Angebot steuert und ordnet die
Reize, es weckt Interesse, es ruft Erinnerungen hervor und lenkt
Beziehungen. Snoezelen erzeugt Wohlbefinden, in der ruhigen
Atmosphäre werden den Menschen Ängste genommen, sie fühlen sich
geborgen. Snoezelen ist Therapie und Förderung zugleich und wird in
allen Entwicklungsstufen (Kleinkind bis betagte Menschen)
eingesetzt. Nachdem in den beiden von Krista Mertens verfassten
Büchern "Snoezelen - Eine Einführung in die Praxis" und
"Snoezelen - Anwendungsfelder in der Praxis" die
Grundlagen erläutert und eine Reihe von Förder- und Therapiestunden
für die Praxis detailliert vorgestellt wurden, sind in diesem Band
der gleichen Autorin 20 Stundenbeispiele zu den Themenschwerpunkten
Jahreszeiten, Wetter, Tageszeiten, Erlebnisreisen und Verwöhnen
konzipiert worden. Jede Stunde ist mit einer fantasievollen
Geschichte von Franziska Tag zum Vorlesen oder Erzählen verbunden.
Vier für alle Einheiten einsetzbare Musikstücke wurden eigens von
dem bekannten Musiker Martin Buntrock komponiert. Einführend werden
methodische Hinweise zur Gestaltung des Raumes, zum Aufbau der
Stunden, zum Einsatz und zur Wirkung von Musik sowie zur Umsetzung
der Geschichten gegeben. In Deutschland gibt es zurzeit (Stand
2007) über 1.600 Snoezelenräume, vorrangig in Einrichtungen für
geistig behinderte Menschen und für Senioren, ebenso in Hospizen
und Klinken, in Kindergärten und Schulen. Das Buch wendet sich an
Pädagogen, Therapeuten, Psychologen, Mediziner und jegliche Person
in solchen Institutionen, die einen Schwerpunkt auf die Förderung
von Ruhe und Entspannung, Fantasie und Kreativität sowie Sprache
und Sprechen legen möchte. Man ist nicht an den Snoezelenraum
gebunden, sondern kann die Stunden bei entsprechender Umgestaltung
auch in einer ruhigen, gemütlich eingerichteten Ecke eines jeden
Innenraumes, die Erzählungen auch in Außenräumen umsetzen.
Martin Buntrock, Komponist und Pädagoge aus Dorsten, forscht im Rahmen seiner Tätigkeit an der Humboldt- Universität zu Berlin zur Wirkung von Entspannungsmusik im Snoezelen-Raum und hält im In- und Ausland zahlreiche Vorträge zu dieser Thematik. Inzwischen hat er über 40 CDs und DVDs veröffentlicht, vorrangig für den pädagogisch-therapeutischen Einsatz.