"Ich habe schon ein paar tausend Interviews gegeben, aber
keines hat mich so beeindruckt wie das heutige, aus dem eine wahre
Diskussion wurde", so Simenon, nachdem es fünf Ärzten gelungen
war, ihn, den journalistenscheuen Vater Kommissar Maigrets,
'auf die Couch' zu bitten und dort sieben Stunden
festzuhalten.
Für Psychologen kann es nur faszinierend sein, wie Simenon
systematisch die ursprünglichen Sinneswahrnehmungen beschreibt, wie
er sich wie kein anderer in die Haut des andern, seiner Figur
versetzen kann. Und wer hat nicht auch einmal das Bedürfnis, in
eine andere Haut zu schlüpfen? Dies macht den einzigartigen Erfolg
Simenons viel einleuchtender. Fünf Ärzten ist es gelungen, den
journalistenscheuen Vater des Maigret auf die Couch zu bitten und
dort sieben Stunden lang festzuhalten. Das Ergebnis ist ein Porträt
des Autors als selbstverhinderter Clochard. Simenon erzählt von
seiner Kindheit, seinen Frauen, seiner Disziplin und von seiner Art
zu schreiben.
"Kein Krimi, aber für Krimifreunde ein Muß." (Das Magazin)
Georges Simenon, geboren am 13. Februar 1903 in Liège in Belgien, war ein manischer Schreiber. Den ersten seiner zahlreichen Romane, 'Le roman d'une dactylo', schrieb er an einem Vormittag im Sommer 1924 auf einer Café-Terrasse. Während Monaten wohnte er auf seinem Boot, mit dem er bis nach Lappland fuhr, Reiseberichte und erste Maigret-Romane verfassend. Ständige Ortswechsel und seine Schaffenswut bestimmten 30 Jahre lang sein Leben. Simenon hatte die ganze Welt kennengelernt, bevor er sich in der Schweiz niederließ. Zuerst in einer Villa oberhalb des Genfersees, danach in einem alten rosa Häuschen in einem Neubauviertel in Lausanne. Er entschloß sich, keine Romane mehr zu schreiben und statt dessen ausgreifende autobiographische Arbeiten zu diktieren. Sein reiches Leben krönte Georges Simenon mit der Niederschrift der monumentalen 'Intimen Memoiren'. Er starb am 4. September 1989 in Lausanne.
Das Phänomen Simenon in Zahlen: mehr als eine halbe Milliarde Gesamtauflage, über 300 Romane, mehr als 50 Verfilmungen, etwa 20 Pseudonyme und 10000 Frauen, mit denen er - so kolportierte er selber - geschlafen haben soll.