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Sightseeing
Erzählungen. Deutsche Erstausgabe
Dtsch. v. Ingo Herzke
- Einband: Kartoniert/Broschiert
- Broschiertes Buch
Produktinformation
- Verlag: Kiepenheuer & Witsch
- 2006
- Ausstattung/Bilder: 2006. 232 S.
- Seitenzahl: 232
- KiWi Taschenbücher Bd.807
- Deutsch
- Abmessung: 189mm x 126mm x 17mm
- Gewicht: 185g
- ISBN-13: 9783462036879
- ISBN-10: 3462036874
- Best.Nr.: 20757455
Produktbeschreibung zu "Sightseeing"
Kurzbeschreibung
Es gibt eine Entdeckung zu machen: Der junge Autor Rattawut
Lapcharoensap, geboren in Chicago, aufgewachsen in Bangkok, erzählt
in seinem gefeierten Debüt von einem Thailand, das wir so nicht
kennen: fern von exotischen Stereotypen und ganz nah dran am
modernen Leben.
So zum Beispiel in der preisgekrönten
Geschichte"Farangs", in der der junge Erzähler sich in
eine amerikanische Urlauberin verliebt, die wie alle Farangs -
Touristen - in Thailand nur Elefanten und Sex sucht, dann aber
überraschend die Bekanntschaft eines Hausschweins namens Clint
Eastwood macht. Lapcharoensap zeigt dem Leser immer, was hinter dem
scheinbaren touristischen Paradies liegt. Er erzählt vom Zerbrechen
einer Jungenfreundschaft während der Musterung fürs thailändische
Militär, von einem Sohn, der einmal mit seiner allmählich
erblindenden Mutter"Sightseeing"auf der Ferieninsel Koh
Lukmak machen möchte, bevor er sie in Bangkok zurücklassen muss, um
aufs College zu gehen. Oder von Priscilla, dem kambodschanischen
Flüchtlingsmädchen, die ihrem thailändischen Spielgefährten einen
Goldzahn, ihren letzten wertvollen Besitz, als Freundschaftsbeweis
schenkt, nachdem ihre Wellblechhütte von Thais in Brand gesetzt
worden ist.
Lapcharoensap wagt es, uns ein Thailand zu zeigen, das mit dem, was
für uns Urlaubsparadies ist, nur die geographischen Grenzen und die
traumhaften Landschaften gemeinsam hat. Mit großer Wärme,
Intelligenz und Humor beweisen seine Erzählungen, was Literatur
eben auch kann: Uns eine Welt und Menschen näher bringen, von deren
Leben wir bislang nur eine vage Vorstellung hatten.
15.04.2006
Wankende kleine Welten
Alltag in Thailand: Rattawut Lapcharoensaps
Erzählungen
Thailand ist eine lange, lächelnde Strandbar mit einer Handvoll
anrüchiger Abschnitte. Wahrscheinlich gibt's dort noch einen
König. Viel mehr weiß man im Westen in der Regel nicht über das
Land. Der literarische Reichtum Thailands ist wegen fehlender
Übersetzungen zumindest ins Deutsche weitgehend unbekannt. Seit
Ende des neunzehnten Jahrhunderts erfreut sich die moderne
Kurzgeschichte dort großer Beliebtheit, Vorläufer hat sie seit
Jahrhunderten in zahllosen religiösen Fabeln über die vielen
früheren Leben des Buddhas. Als ungekrönter König der
Kurzgeschichte gilt bislang der ehemalige Premierminister,
Schauspieler, Tänzer und Schriftsteller M.R. Kukrit Pramoj
(1911-1995), der in seiner "Lai Chiwit" schon in den
fünfziger Jahren das allmähliche Verschwinden des traditionellen
Lebensstils mit genauem Blick und ruhiger Hand skizzierte. Heute
erzählen die Autoren von korrupten Politikern und verarmten Bauern,
von sozialem Elend, urbaner Einsamkeit und dem verstörenden Wanken
kleiner Welten.
Sie wanken auch bei Rattawut Lapcharoensap. Der junge …
25.07.2006
Café Lovely, Thailand
Rattawut Lapcharoensaps Erzählungsband „Sightseeing”
The Beach bites back - der Strand schlägt zurück, - so wurde Rattawut Lapcharoensaps Erzählband „Sightseeing” in Amerika beworben, in Anspielung auf Alex Garlands Backpackerroman „The Beach”. Tatsächlich scheint es, dass Lapcharoensap, 1979 in Chicago geboren und in Bangkok aufgewachsen, mit dem Tourismus, mit der Globalisierung, ja mit dem Westen überhaupt abrechnet. Schon in der Auftakterzählung „Farangs” benehmen sich Deutsche, Briten und Amerikaner an Thailands Stränden wie Herrenmenschen, kaufen Kultur und Traditionen, behandeln Einheimische wie Gebrauchsgegenstände. Der jugendliche Erzähler verliebt sich in eine Amerikanerin, sie schläft mit ihm und lässt ihn wieder fallen. Umgekehrt profitieren die Thailänder von der blinden Lust nach paradiesischem Inselleben und verkaufen den Touristen schlechte Kopien davon.
Der Erzähler ist Sohn einer Thailänderin und eines amerikanischen Soldaten, der die Familie verlassen hat. Er steht zwischen zwei Kulturen, aber eben auf der falschen Seite. Vergeblich wartet er darauf, dass der Vater ihn nach Amerika …
22.07.2006
Zu Recht wird Rattawut Lapcharoensap als literarischer Vertreter
der postkolonialen Enkelgeneration gefeiert, findet die Rezensentin
Susanne Messmer. Lapcharoensaps "leichtfüßige, unterhaltsame
und erhellende" Erzählungen, die sich hauptsächlich um
thailändische Kinder und Teenager drehen, gelingt es, so die
Rezensentin, zugleich universell und speziell thailändisch zu sein.
Sehr gut gefallen haben der Rezensentin sowohl die von
Lapcharoensap wie nebenbei eingestreuten "kleinen, amüsanten
kulturellen Rachefeldzüge" (etwa wenn ein Junge sein Schwein
Clint Eastwood tauft) ls auch die wiederkehrende Beschäftigung des
Autors mit der für das touristenüberflutete Thailand so drängenden
Frage, was man inmitten des Fremden noch als das Eigene ausmachen
kann und wie wichtig dies eigentlich ist. Doch es ist die sehr an
der alltäglichen Normalität orientierte Erzählung
"Hahnenkampf", die der Rezensentin am besten gefallen
hat. In ihren Augen schildert sie am "stärksten und
bedrohlichsten", wie demütigend nah am Abgrund auch
wohlhabendere Familien leben können.
© Perlentaucher Medien GmbH

Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Thailand, das Land der endlos langen Sandstrände und allgegenwärtigen Prostitution? Das Thailand, dass Rattatwut Lapcharoensap in seinen Erzählungen beschreibt, ist weitaus facettenreicher: Hier kämpfen Teenager um ihre erste Liebe, versuchen sich in Sex und Klebstoffschnüffeln, fürchten Armut, Krankheit und den Militärdienst. Wunderbar, wie präzise und humorvoll der 26-jährige Autor seine Figuren und ihren Alltag beschreibt. (jul)
Rezension
"Die Erzählungen des jungen thailändischen Autors Rattawut
Lapcharoensap haben die Schärfe und die Klarheit des Auges einer
Kamera und eine leider sehr selten gewordene, elegante Frische des
Ausdrucks. "Sightseeing" ist ein ganz und gar wunderbares
Debüt." Christian Kracht
"Lapcharoensap spürt selbst in finsterer Umgebung die Momente
der Schönheit auf. Jede seiner Geschichten ist reich wie ein
Roman." William Sutcliffe, The Guardian
"Ein wunderbares Tempo, lebhaft und facettenreich erzählt -
diese Geschichten aus dem modernen Thailand sind unverbraucht und
faszinierend, lustig und traurig und außergewöhnlich
scharfsinnig." Booklist
"Diese Geschichten werden sich in Ihr Herz schleichen und dort
noch lange verweilen." Salon
"Lapcharoensaps Blick fürs Detail erfasst nicht nur sein
thailändisches Milieu, sondern das des Teenagerlebens
überall." The New Times Book Review"Lapcharoensaps
Geschichten über Familie - zeitweise düster und tragikomisch -
entführen an Orte, die vertraut und zugleich exotisch sind."
New York Post
Autorenporträt zu "Rattawut Lapcharoensap"
Ingo Herzke lebt als Literaturübersetzer in Hamburg. Studium der klassischen Philologie, Anglistik und Geschichte in Göttingen und Glasgow. Er übersetzt u.a. Werke von A.L. Kennedy, Paula Fox, Rick Moody und Jay McInerny.
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