Sightseeing - Lapcharoensap, Rattawut

Rattawut Lapcharoensap 

Sightseeing

Erzählungen. Deutsche Erstausgabe

Dtsch. v. Ingo Herzke
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Produktbeschreibung zu Sightseeing

Es gibt eine Entdeckung zu machen: Der junge Autor Rattawut Lapcharoensap, geboren in Chicago, aufgewachsen in Bangkok, erzählt in seinem gefeierten Debüt von einem Thailand, das wir so nicht kennen: fern von exotischen Stereotypen und ganz nah dran am modernen Leben.
So zum Beispiel in der preisgekrönten Geschichte"Farangs", in der der junge Erzähler sich in eine amerikanische Urlauberin verliebt, die wie alle Farangs - Touristen - in Thailand nur Elefanten und Sex sucht, dann aber überraschend die Bekanntschaft eines Hausschweins namens Clint Eastwood macht. Lapcharoensap zeigt dem Leser immer, was hinter dem scheinbaren touristischen Paradies liegt. Er erzählt vom Zerbrechen einer Jungenfreundschaft während der Musterung fürs thailändische Militär, von einem Sohn, der einmal mit seiner allmählich erblindenden Mutter"Sightseeing"auf der Ferieninsel Koh Lukmak machen möchte, bevor er sie in Bangkok zurücklassen muss, um aufs College zu gehen. Oder von Priscilla, dem kambodschanischen Flüchtlingsmädchen, die ihrem thailändischen Spielgefährten einen Goldzahn, ihren letzten wertvollen Besitz, als Freundschaftsbeweis schenkt, nachdem ihre Wellblechhütte von Thais in Brand gesetzt worden ist.
Lapcharoensap wagt es, uns ein Thailand zu zeigen, das mit dem, was für uns Urlaubsparadies ist, nur die geographischen Grenzen und die traumhaften Landschaften gemeinsam hat. Mit großer Wärme, Intelligenz und Humor beweisen seine Erzählungen, was Literatur eben auch kann: Uns eine Welt und Menschen näher bringen, von deren Leben wir bislang nur eine vage Vorstellung hatten.

Produktinformation


  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 232 S.
  • Seitenzahl: 232
  • KiWi Taschenbücher Bd.807
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 126mm x 17mm
  • Gewicht: 185g
  • ISBN-13: 9783462036879
  • ISBN-10: 3462036874
  • Best.Nr.: 20757455
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Thailand, das Land der endlos langen Sandstrände und allgegenwärtigen Prostitution? Das Thailand, dass Rattatwut Lapcharoensap in seinen Erzählungen beschreibt, ist weitaus facettenreicher: Hier kämpfen Teenager um ihre erste Liebe, versuchen sich in Sex und Klebstoffschnüffeln, fürchten Armut, Krankheit und den Militärdienst. Wunderbar, wie präzise und humorvoll der 26-jährige Autor seine Figuren und ihren Alltag beschreibt. (jul)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.04.2006

Wankende kleine Welten
Alltag in Thailand: Rattawut Lapcharoensaps Erzählungen

Thailand ist eine lange, lächelnde Strandbar mit einer Handvoll anrüchiger Abschnitte. Wahrscheinlich gibt's dort noch einen König. Viel mehr weiß man im Westen in der Regel nicht über das Land. Der literarische Reichtum Thailands ist wegen fehlender Übersetzungen zumindest ins Deutsche weitgehend unbekannt. Seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts erfreut sich die moderne Kurzgeschichte dort großer Beliebtheit, Vorläufer hat sie seit Jahrhunderten in zahllosen religiösen Fabeln über die vielen früheren Leben des Buddhas. Als ungekrönter König der Kurzgeschichte gilt bislang der ehemalige Premierminister, Schauspieler, Tänzer und Schriftsteller M.R. Kukrit Pramoj (1911-1995), der in seiner "Lai Chiwit" schon in den fünfziger Jahren das allmähliche Verschwinden des traditionellen Lebensstils mit genauem Blick und ruhiger Hand skizzierte. Heute erzählen die Autoren von korrupten Politikern und verarmten Bauern, von sozialem Elend, urbaner Einsamkeit und dem verstörenden Wanken kleiner Welten.

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Zu Recht wird Rattawut Lapcharoensap als literarischer Vertreter der postkolonialen Enkelgeneration gefeiert, findet die Rezensentin Susanne Messmer. Lapcharoensaps "leichtfüßige, unterhaltsame und erhellende" Erzählungen, die sich hauptsächlich um thailändische Kinder und Teenager drehen, gelingt es, so die Rezensentin, zugleich universell und speziell thailändisch zu sein. Sehr gut gefallen haben der Rezensentin sowohl die von Lapcharoensap wie nebenbei eingestreuten "kleinen, amüsanten kulturellen Rachefeldzüge" (etwa wenn ein Junge sein Schwein Clint Eastwood tauft) ls auch die wiederkehrende Beschäftigung des Autors mit der für das touristenüberflutete Thailand so drängenden Frage, was man inmitten des Fremden noch als das Eigene ausmachen kann und wie wichtig dies eigentlich ist. Doch es ist die sehr an der alltäglichen Normalität orientierte Erzählung "Hahnenkampf", die der Rezensentin am besten gefallen hat. In ihren Augen schildert sie am "stärksten und bedrohlichsten", wie demütigend nah am Abgrund auch wohlhabendere Familien leben können.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Die Erzählungen des jungen thailändischen Autors Rattawut Lapcharoensap haben die Schärfe und die Klarheit des Auges einer Kamera und eine leider sehr selten gewordene, elegante Frische des Ausdrucks. "Sightseeing" ist ein ganz und gar wunderbares Debüt." Christian Kracht

"Lapcharoensap spürt selbst in finsterer Umgebung die Momente der Schönheit auf. Jede seiner Geschichten ist reich wie ein Roman." William Sutcliffe, The Guardian

"Ein wunderbares Tempo, lebhaft und facettenreich erzählt - diese Geschichten aus dem modernen Thailand sind unverbraucht und faszinierend, lustig und traurig und außergewöhnlich scharfsinnig." Booklist

"Diese Geschichten werden sich in Ihr Herz schleichen und dort noch lange verweilen." Salon

"Lapcharoensaps Blick fürs Detail erfasst nicht nur sein thailändisches Milieu, sondern das des Teenagerlebens überall." The New Times Book Review"Lapcharoensaps Geschichten über Familie - zeitweise düster und tragikomisch - entführen an Orte, die vertraut und zugleich exotisch sind." New York Post

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.07.2006

Café Lovely, Thailand
Rattawut Lapcharoensaps Erzählungsband „Sightseeing”
The Beach bites back - der Strand schlägt zurück, - so wurde Rattawut Lapcharoensaps Erzählband „Sightseeing” in Amerika beworben, in Anspielung auf Alex Garlands Backpackerroman „The Beach”. Tatsächlich scheint es, dass Lapcharoensap, 1979 in Chicago geboren und in Bangkok aufgewachsen, mit dem Tourismus, mit der Globalisierung, ja mit dem Westen überhaupt abrechnet. Schon in der Auftakterzählung „Farangs” benehmen sich Deutsche, Briten und Amerikaner an Thailands Stränden wie Herrenmenschen, kaufen Kultur und Traditionen, behandeln Einheimische wie Gebrauchsgegenstände. Der jugendliche Erzähler verliebt sich in eine Amerikanerin, sie schläft mit ihm und lässt ihn wieder fallen. Umgekehrt profitieren die Thailänder von der blinden Lust nach paradiesischem Inselleben und verkaufen den Touristen schlechte Kopien davon.
Der Erzähler ist Sohn einer Thailänderin und eines amerikanischen Soldaten, der die Familie verlassen hat. Er steht zwischen zwei Kulturen, aber eben auf der falschen Seite. Vergeblich wartet er darauf, dass der Vater ihn nach Amerika holt. Wie …

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Ingo Herzke lebt als Literaturübersetzer in Hamburg. Studium der klassischen Philologie, Anglistik und Geschichte in Göttingen und Glasgow. Er übersetzt u.a. Werke von A.L. Kennedy, Paula Fox, Rick Moody und Jay McInerny.

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Rattawut Lapcharoensap 

Sightseeing

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Dtsch. v. Ingo Herzke

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  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 232 S.
  • Seitenzahl: 232
  • KiWi Taschenbücher Bd.807
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 126mm x 17mm
  • Gewicht: 185g
  • ISBN-13: 9783462036879
  • ISBN-10: 3462036874
  • Best.Nr.: 20757455

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Kurzbeschreibung

Es gibt eine Entdeckung zu machen: Der junge Autor Rattawut Lapcharoensap, geboren in Chicago, aufgewachsen in Bangkok, erzählt in seinem gefeierten Debüt von einem Thailand, das wir so nicht kennen: fern von exotischen Stereotypen und ganz nah dran am modernen Leben.
So zum Beispiel in der preisgekrönten Geschichte"Farangs", in der der junge Erzähler sich in eine amerikanische Urlauberin verliebt, die wie alle Farangs - Touristen - in Thailand nur Elefanten und Sex sucht, dann aber überraschend die Bekanntschaft eines Hausschweins namens Clint Eastwood macht. Lapcharoensap zeigt dem Leser immer, was hinter dem scheinbaren touristischen Paradies liegt. Er erzählt vom Zerbrechen einer Jungenfreundschaft während der Musterung fürs thailändische Militär, von einem Sohn, der einmal mit seiner allmählich erblindenden Mutter"Sightseeing"auf der Ferieninsel Koh Lukmak machen möchte, bevor er sie in Bangkok zurücklassen muss, um aufs College zu gehen. Oder von Priscilla, dem kambodschanischen Flüchtlingsmädchen, die ihrem thailändischen Spielgefährten einen Goldzahn, ihren letzten wertvollen Besitz, als Freundschaftsbeweis schenkt, nachdem ihre Wellblechhütte von Thais in Brand gesetzt worden ist.
Lapcharoensap wagt es, uns ein Thailand zu zeigen, das mit dem, was für uns Urlaubsparadies ist, nur die geographischen Grenzen und die traumhaften Landschaften gemeinsam hat. Mit großer Wärme, Intelligenz und Humor beweisen seine Erzählungen, was Literatur eben auch kann: Uns eine Welt und Menschen näher bringen, von deren Leben wir bislang nur eine vage Vorstellung hatten.

15.04.2006

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22.07.2006

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"Lapcharoensap spürt selbst in finsterer Umgebung die Momente der Schönheit auf. Jede seiner Geschichten ist reich wie ein Roman." William Sutcliffe, The Guardian

"Ein wunderbares Tempo, lebhaft und facettenreich erzählt - diese Geschichten aus dem modernen Thailand sind unverbraucht und faszinierend, lustig und traurig und außergewöhnlich scharfsinnig." Booklist

"Diese Geschichten werden sich in Ihr Herz schleichen und dort noch lange verweilen." Salon

"Lapcharoensaps Blick fürs Detail erfasst nicht nur sein thailändisches Milieu, sondern das des Teenagerlebens überall." The New Times Book Review"Lapcharoensaps Geschichten über Familie - zeitweise düster und tragikomisch - entführen an Orte, die vertraut und zugleich exotisch sind." New York Post

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Ingo Herzke lebt als Literaturübersetzer in Hamburg. Studium der klassischen Philologie, Anglistik und Geschichte in Göttingen und Glasgow. Er übersetzt u.a. Werke von A.L. Kennedy, Paula Fox, Rick Moody und Jay McInerny.

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